Universitätsstadt Marburg

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Aktuelle Nachrichten und Presseinformationen: Solarbundesliga 2011/2012

Presseinformation vom: 31.08.2012

Es informierten zum Ranglistenplatz der Bundesolarliga (v.l.n.r.): Volker Klös (Solarinitiative), Cristof Jacobi (Leiter  Kundenzentrum Stadtwerke), Jochen Friedrich (Fachdienst Umwelt), Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Harald Schmidt (Projektleiter Wagner&Co Solartechnik),  Dirk Günther (vorne, Praktikant Umweltladen der Stadt Marburg) Foto: Ute Schneidewindt (neues Fenster)

Solar-Bundesliga 2011/2012:

Marburg hält sich in Spitzengruppe der größeren Städte

Marburg ist weiterhin Spitze unter Hessens Städte über 20.000 Einwohnern.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. führt seit einigen Jahren die sog. Solar-Bundesliga. In der Solar-Bundesliga werden Städte und Gemeinden nach der installierten solartechnischen Leistung gewertet. Sowohl die installierte Leistung von Photovoltaik (Strom aus der Sonne) als auch die installierte Leistung an Solarthermie (Wärme von der Sonne) wird in einem Punktesystems zusammengefasst. Dabei werden entsprechend dem höheren Energieertrag von solarthermischen Anlagen die entsprechenden Kollektorflächen höher bewertet als die Kollektorflächen, die mit Photovoltaikelementen bestückt sind.

Marburg beteiligt sich seit 2005 an der im Internet geführten Solar-Bundesliga. In den letzten Jahren konnte die Universitätsstadt die Punktzahl nach und nach stetig verbessern, auch wenn die Konkurrenz wächst und stärker wird.

Das Teilnehmerfeld:

Von den insgesamt etwa 12.000 deutschen Kommunen beteiligen sich 2012 insgesamt 2.174 Kommunen an dem Wettbewerb – im Vergleich zu 2010 hat sich das Teilnehmerfeld damit um 600 Kommunen erhöht.

Berechnung der Wertung:

Wesentlich bei der Betrachtung der Gesamtwertung ist, dass in der Solar-Bundesliga die deutschen Städte und Gemeinden nicht nach der real installierten Sonnenleistung gegeneinander antreten. Vielmehr werden die installierten Leistungen pro Einwohner/-in miteinander verglichen. Daher liegen vor allem kleinste und kleine Städte und Gemeinden ganz weit vorne. Sieger und erfolgreicher Titelverteidiger ist in diesem Jahr die 114 Einwohner zählende Gemeinde „Glüsing“, gefolgt von dem bisherigen Spitzenreiter „Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog“ mit 167 Einwohnern und „Kronprinzenkoog“ mit 882 Einwohnern.

Die Entwicklung der Solar-Bundesliga zeigt, dass in vielen deutschen Städten und Gemeinden ein starker Zubau von Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen stattfindet.

Marburg konnte den Punktestand kontinuierlich ausbauen – von 16 Punkten im Jahre 2005 auf nunmehr 86 Punkte in 2012. Aufgrund dieser starken Steigerung ist es unserer Stadt im bundesweiten und landesweiten Vergleich der größeren Städte gelungen, eine gute Position im vorderen Feld zu halten.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Bundeswertung 2012 Vergleich 2011 Veränderung:
Platz 1106 Platz 1295 Verbesserung um 189 Plätze
86 Punkte 61 Punkte + 25 Punkte

Landeswertung 2012 Vergleich 2011 Veränderung:
Platz 26 Platz 33 Verbesserung um 7 Plätze

Vergleich der Mittelstädte über 20.000 EW bundesweit

2012 2011 Veränderung
Platz: 80 Platz 116 Verbesserung um 36 Plätze

Vergleich Mittelstädte über 20.000 EW in Hessen

2012 2011 Veränderung
Platz: 6 Platz 7 Verbesserung um 1 Platz

(nach Bad Hersfeld, Riedstadt, Griesheim, Karben, Baunatal)

Städte über 75.000 EW – Hessen:

2012 2011 Veränderung
Platz 1 Platz 1 gleich

Städte über 75.000 EW / bundesweit

2012: Platz 3 - hinter Worms und Kaiserslautern

In der hessischen Landeswertung, einem Vergleich der insgesamt 103 Städte und Gemeinden aus Hessen, die sich 2012 an der Solar-Bundesliga beteiligen, ist Marburg mit 86 Punkten „nur“ auf Platz 26. Vergleicht man aber die Städte über 20.000 Einwohner miteinander, so liegt Marburg hier auf Platz 6, bei den Kommunen über 75.000 Einwohner sogar auf Platz 1!

Bundesweit muss sich Marburg nur wenigen größeren Städten „geschlagen geben“: Im Vergleich der bundesdeutschen Kommunen über 75.000 Einwohner, die sich an der Solar-Bundesliga beteiligen, liegt Marburg hinter Worms und Kaiserslautern auf Platz 3

Nach wie vor darf sich Marburg damit zur Spitzengruppe der deutschen Solar-Städte zählen.

Bürgermeister und Umweltdezernent Dr. Kahle hob hervor, dass das diesjährige Wertungsergebnis erneut hervorragend sei. Auch der neuerliche Erfolg sei nur Dank der mehrjährigen und sehr guten Zusammenarbeit verschiedener Gruppen und Akteure vor Ort möglich gewesen.

So haben die Stadtwerke Marburg bereits vor Jahren als einer der ersten Energieversorger in Deutschland eine kostendeckende Vergütung für Solarstrom angeboten. Die Stadtwerke werben nach wie vor nicht nur für Ökostrom, wie dies inzwischen viele andere Stromversorger tun. Die Stadtwerke bauen auch selbst in erheblichem Umfang neue Anlagen. Die Stadtwerke geben auch einen freiwilligen Zuschuss für solarthermische Anlagen für Kunden der Stadtwerke.

Einen wesentlichen Baustein des Marburger Erfolges bildet auch das von der Arbeitsgruppe Energie der Lokalen Agenda 21 initiierte und Fachdienst Umwelt gemeinsam mit der GeWoBau durchgeführte Beteiligungsprogramm für Photovoltaikanlagen auf Schuldächern und Kindergärten.

Ferner besteht mit der Sonneninitiative e. V. ein örtlicher Verein, der mit dem Bau von privat organisierten Beteiligungen dazu beiträgt, dass sich auch Bürgerinnen und Bürger, die nicht über geeignete Dachflächen verfügen, selbständig an Photovoltaikanlagen beteiligen können.

Anzahl und Leistung der PV-Anlagen im Stadtgebiet Marburg (Stand Juli 2012)

Betreiber Anzahl Installierte Leistung
Stadtwerke (Ende 2008) 191 1.770 kWp
EON-Mitte (Ende 2008) 176 1.272 kWp
2009 60 + 996 kWp
2010 71 + 2.477 kWp
2011 86 + 1.789 kWp
bis 04/2012 29 + 1.205 kWp
Summe 613 9.509 kWP

Die in dem Bereich Photovoltaik installierte Gesamtleistung konnte dank der geschilderten Aktivitäten auf nunmehr insgesamt 613 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 9,5 MWp gesteigert werden. Damit produzieren die Anlagen rein rechnerisch mehr Strom, als durchschnittlich von 3.000 Haushalten verbraucht wird. Und in Marburg können noch hunderte von Dächern solar bestückt werden.

Aussichten:

Die Konkurrenz in der Solar-Bundesliga wird sicherlich nicht leichter werden. Wieder anziehende Ölpreise und die Erkenntnis, dass die Wärme und die Energie von der Sonne kostenlos sind, bringen erfreulicher Weise ständig neue Akteure auf den Plan. Daher wird der Wettbewerb schwieriger werden. Für Marburg wird es eine Herausforderung sein, die gute Stellung zu halten und auszubauen. Alle Beteiligten sind optimistisch, im nationalen Vergleich auch im nächsten Jahr gut mithalten zu können. Ziel ist es natürlich, die hessische Spitzenposition zu halten und in der bundesweiten Wertung weiterhin nach vorne zu kommen.

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