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Aktuelle Nachrichten und Presseinformationen: Oberbürgermeister Egon Vaupel unterzeichnet Beitrittsurkunde zum Riga-Komitee

Presseinformation vom: 06.09.2012

Oberbürgermeister Egon Vaupel und Karl Starzacher , Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kreigsgräberfürsorge e. V. unterzeichnen im Historischen Saal des Rathauses in Marburg die Beitrittsurkunde zum Riga-Komitee (neues Fenster)

Oberbürgermeister Egon Vaupel unterzeichnet Beitrittsurkunde zum Riga-Komitee

Zum Gedenken an die von Marburg aus nach Riga deportierten und dort ermordeten Menschen jüdischen Glaubens hatte der Magistrat der Universitätsstadt Marburg am 06. Februar 2012 beschlossen, dem Riga-Komitee beizutreten. Die Marburger Geschichtswerkstatt hatte diesen Beitritt angeregt.

Das Riga-Komitee wurde am 23. Mai 2000 von 13 deutschen Großstädten und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gegründet. Aufgabe dieses Zusammenschlusses ist es, an die Deportation und überwiegende Vernichtung von rund 25.000 deutschen Juden in Riga in den Jahren 1941 und 1942 zu erinnern. Mit der Anbringung einer Tafel an der Gedenkstätte in Riga möchte die Universitätsstadt Marburg den deportierten und in Riga ermordeten Menschen gedenken und ihnen ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Nach den Unterlagen und Dokumenten des Marburger Stadtarchivs sind im Zeitraum von September bis Dezember 1941 sieben Menschen jüdischen Glaubens von Marburg aus über Kassel nach Riga deportiert worden. Da die allermeisten der dorthin Verschleppten von deutschen Sicherheitspolizisten und einheimischen Helfern ermordet worden, oder durch die unmenschlichen Haftbedingungen umgekommen sind, dürfte die von Marburg aus Deportierten das gleiche Schicksal ereilt haben.

Die offizielle und feierliche Unterzeichnung der Beitrittsurkunde fand am Dienstag, den 04. September 2012 im Historischen Saal des Marburger Rathauses statt.

Bildbeschreibung:Walte Bernsdorff von der Geschichtswerkstatt Marburg e. V. steht am Rednerpult und hält seinen Vortrag über seine Fahrt nach Riga. Im Hintergrund auf der Leinwand ein Foto von der Gedenkstätte (neues Fenster)

Oberbürgermeister Vaupel begrüßte die anwesenden Gäste mit den Worten:"Ich verneige mich vor den Toten!" Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer bekräftige noch einmal diese Worte. Stark gerührt erinnerte er an das Leid, das den Marburger Mitbürgern jüdischen Glaubens widerfahren ist.

Auch Karl Starzacher, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V, verwies darauf, dass der Beitrag zur Gedenkstättenpflege im Wald von Bikernieki in Riga den Opfern ihre Identität zwar nicht zurückgebe, das Leid nicht ungeschehen machen könne. Dieser Ort würde aber die Dimension des Leides zumindest veranschaulichen und die Universitätsstadt Marburg mit ihrer finanziellen Unterstützung einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen leisten.

Nach dem abschließenden Bild- und Videovortrag von Walter Bernsdorff von der Geschichtswerkstatt Marburg e. V. über seinen Besuch im August 2012 in der Gedenkstätte, unterzeichneten Oberbürgermeister Egon Vaupel und Karl Starzacher die Beitrittsurkunde.

"Wir leben in einer Demokratie!", schloss das Marburger Stadtoberhaupt die Veranstaltung. "Für diese Freiheit müssen wir jeden Tag kämpfen. Vergessen bedeutet den ersten Schritt in die Unfreiheit!"

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