Universitätsstadt Marburg

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Aktuelle Nachrichten und Presseinformationen: Verleihung des "Jürgen-Markus-Preises: Marburg barrierefrei" am Freitag, 14. September 2012

Presseinformation vom: 11.09.2012

Ihm ist der Jürgen-Markus-Preis gewidmet (neues Fenster)

Verleihung des Jürgen-Markus-Preises am Freitag, 14. September 2012 im Historischen Saal des Rathauses

Am Freitag, den 14. September findet um 15 Uhr im Historischen Saal des Rathauses erstmals die Verleihung des Jürgen-Markus-Preises: „Marburg barrierefrei“ statt, zu dem die Universitätsstadt Marburg recht herzlich einlädt.

Mit diesem Preis will die Universitätsstadt Marburg im Sinne von Jürgen Markus Projekte und Initiativen auszeichnen, die die Barrierefreiheit in Marburg verbessern, so dass Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Dass bereits bei der ersten Ausschreibung des Preises acht Bewerbungen mit allesamt guten Projekten eingegangen sind, ist sehr erfreulich und zeigt, dass in Marburg ein positiver Prozess in Gang ist.

Dies ist nicht zuletzt Jürgen Markus zu verdanken, der mit seiner Persönlichkeit wie kein anderer dazu beigetragen hat, Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen in Marburg zu verändern und für das Thema Barrierefreiheit zu sensibilisieren.

Nach seinem Tod war vielfach der Wunsch geäußert worden, Jürgen Markus für sein enormes Engagement, aber auch seine beeindruckende Persönlichkeit zu ehren.

Der Vorschlag, einen mit 20.000,-- € dotierten Preis von Seiten der Stadt zu stiften, wurde am 28.01.2011 einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Allein dies zeigt die Achtung, die Jürgen Markus über alle Initiativen und Parteigrenzen hinweg entgegengebracht wird.

Mit dem Jürgen-Markus-Preis, der im zweijährigen Rhythmus verliehen wird, sollen diejenigen Projekte geehrt werden, die Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen umsetzen und fördern.

Das Kuratorium hat sich für drei Preisträger des Jürgen Markus-Preises 2012 entschieden, die am Freitag, 14.09.2012 geehrt werden sollen.

Zum Hintergrund

Jürgen Markus – Leben und Wirken

Jürgen Markus wurde 1957 in Bad Driburg in Ostwestfalen geboren. Ende der 70er Jahre kam er zum Studium nach Marburg. Im Februar 1982 zog er sich beim Sport-Dies der Philipps-Universität durch einen Unfall irreparable Verletzungen im Halswirbelbereich zu, was eine dauerhafte Querschnittlähmung zur Folge hatte. Die neue Situation stellte ihn vor ungeahnte Herausforderungen in seinen elementaren Lebensbereichen.

Sein „zweites Leben“ – wie er es selber nannte – war geprägt vom Kampf für ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen. Er engagierte sich in der Krüppelinitiative Marburg (KRIM) und im Verein zu Förderung der Integration Behinderter (fib e.V.), den er lange Jahre als Vorsitzender maßgeblich prägte.

Kommunalpolitisch war er von 1998 bis 2007 als Abgeordneter von B90/Die Grünen im Stadtparlament tätig, vor allem im Bauausschuss im Bereich Stadtentwicklung. Den Behindertenbeirat hat er 1997 mit auf den Weg gebracht und bis zu seinem Tod als stellvertretender Vorsitzender durch seine Persönlichkeit stark geprägt.

Dass in Marburg Barrierefreiheit über alle Parteigrenzen hinweg gefördert und gefordert und der Behindertenbeirat in Entscheidungen eingebunden wird, die Menschen mit Behinderungen betreffen, ist vor allem Jürgen Markus’ Verdienst, der die Gabe hatte, Menschen zu gewinnen, indem er ihnen mit Wertschätzung begegnete.

In den letzten Jahren seines Lebens musste er sich sukzessive zurücknehmen und Ämter abgeben, da er zunehmend mit gesundheitlichen Folgeproblemen seiner Verletzungen zu kämpfen hatte. Im Februar 2010 starb er im Alter von 52 Jahren.

Der Jürgen-Markus-Preis

Bildbeschreibung:Ihm ist der Preis gewidmet: Jürgen Markus (neues Fenster)

Im Gedenken an das Leben und Wirken von Jürgen Markus verleiht die Stadt Marburg 2012 zum ersten Mal den "Jürgen-Markus-Preis: Marburg barrierefrei", der mit 20.000,-- € Preisgeld dotiert ist.

Prämiert werden Maßnahmen, Initiativen und Projekte in der Universitätsstadt Marburg, die beitragen

Dabei soll der Preis beispielhaftes und engagiertes Wirken belohnen und anerkennen sowie zu neuen Ideen anregen. Er wird im zweijährigen Rhythmus verliehen.

Die Stiftung des Preises soll, so Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, mit dazu beitragen, die Universitätsstadt Marburg als soziale Stadt zu präsentieren und weiter zu entwickeln, in der behinderte Menschen so weit als möglich selbstbestimmt leben und arbeiten können. Hierfür stehe in vorbildlicher Weise Jürgen Markus, der mit seinem Leben gezeigt habe, dass Veränderungen für ein barrierefreies Leben in vielen Bereichen notwendig, aber auch möglich sind.

Zur Unterstützung entsprechender vielfältiger Aktivitäten für ein barrierefreies Marburg, aber auch zum Gedenken an einen bemerkenswerten Menschen, wurde der "Jürgen-Markus-Preis: Marburg barrierefrei" gestiftet.

Der Preis soll die Bürgerinnen und Bürger Marburgs dazu anregen, sich für die Verbesserung der Lebenssituation in ihrer Stadt einzusetzen, so wie Jürgen Markus es selbst Zeit seines Lebens (verstorben im Jahre 2010) getan hat, und beispielhaftes und engagiertes Wirken belohnen und anerkennen, die Durchführung von Vorhaben finanziell unterstützen, zu neuen Ideen anregen, Kreativität fördern und dieses Wirken öffentlich bekannt machen.

Prämiert werden "Maßnahmen, Initiativen und Projekte in der Universitätsstadt Marburg, die

• zum Abbau von Barrieren in Straßen und Häusern,

• zum Aufbau des freien Zugangs zu sozialem Leben und Kultur und

• zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen führen

Die Maßnahmen, Initiativen und Projekte sollen nachhaltig dazu beitragen, dass die Universitätsstadt Marburg hinsichtlich ihrer Gebäude, ihrer Verkehrs- und Erschließungsflächen sowie ihrer gesamten Infrastruktur sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich barrierefrei, für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich und nutzbar sind.

Hierzu zählen beispielsweise Maßnahmen zur besseren Erschließung von städtischen und privaten Begegnungsstätten, Gaststätten Bürger- und Gemeinschaftshäusern, Vereins- und Versammlungsräumen, Kinos, Theater, Konzerträumen, etc.

Die Maßnahmen sollen weiterhin Chancen zur uneingeschränkten Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen (Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schule, Arbeit und Beschäftigung, etc.) eröffnen und schließlich die soziale und kulturelle Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen auf kreative Weise voranbringen.

Das Kuratorium entscheidet über die Preisverleihung und darüber, ob der Preis an eine einzelne Maßnahme geht, oder ob er auf mehrere Projekte aufgeteilt wird.

Zur weiteren Information

Die Bewerbungen für den Preis im Jahre 2012 konnten schriftlich als Kurzdarstellung der Maßnahme, Initiative oder des Projektes bis zum 15.06.2012 bei dem Magistrat der Stadt Marburg, Behindertenhilfe, Frau Hühnlein, Friedrichstr. 36, 35037 Marburg, eingereicht werden.

Ein Kuratorium hat jetzt die Entscheidung über die Preisträger getroffen.

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