Das Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg setzt sich seit 1986 auf kommunaler Ebene für die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein.
Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes bestimmt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Der Staat soll die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinwirken.
Wir arbeiten auf Grundlage der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) und des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes (HGLG).
Laut Hessischer Gemeindeordnung (HGO) haben wir die Aufgabe, die berufliche und gesellschaftliche Situation von Frauen und Männern zu untersuchen und Konzepte zur Beseitigung vorhandener Benachteiligungen zu erarbeiten.
Innerhalb der Stadtverwaltung kümmern wir uns auf der Grundlage des Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes (HGLG) um die Verbesserung der Zugangs- und Aufstiegschancen von Frauen im öffentlichen Dienst. Wir begleiten die Aufstellung des Frauenförderplans durch die Dienststelle, beteiligen uns an Stellenbesetzungsverfahren, beraten Kolleginnen und Kollegen, unterstützen Teilzeitarbeitende und arbeiten in verschiedenen Gremien mit.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist seit dem 18. August 2006 in Kraft. Auf dieser Grundlage hat die Universitätsstadt Marburg für Ihre Beschäftigten eine Beschwerdestelle eingerichtet, in der Beschwerden bei Benachteiligungen wegen des Geschlechts bearbeitet werden. Im AGG ist auch der Schutz vor Benachteiligung im Zivilrechtsverkehr geregelt. Damit wird ein geschlechtsspezifischer Diskriminierungsschutz im Privatrecht verankert.
Das Gleichberechtigungsreferat der Stadt Marburg bietet Ihnen weitere Informationen und Angebote unter folgenden Stichpunkten im "Aktuelles und Angebote des Gleichberechtigungsreferates“.
Alleinerziehende, Beratungen im Gleichberechtigungsreferat, Beratungen für Migrantinnen und Migranten, Beschwerden über diskriminierende Werbung, Frauen in die Kommunalpolitik/ Mentoring, Frauenfilmreihe, Gender Budgeting, Gender Mainstreaming, Internationaler Frauentag, Mädchenbeschneidung/Genitalverstümmelung, Praktikum, Publikationen, geschlechtsneutrale Stellenanzeigen, Unternehmerinnennetzwerk, Wanderausstellung zu Frauen und Männer in der Werbung.
Das Konzept des Gender Mainstreaming soll die klassische Frauenförderung ergänzen und erweitern. Geschlechtergerechtigkeit wird danach nicht mehr ausschließlich als Sache des Gleichberechtigungsreferates betrachtet. Vielmehr sollen die Entscheidungsträger in allen Politik- und Verwaltungsbereichen von vornherein die unterschiedlichen Interessen von Frauen und Männern in Marburg berücksichtigen.
Die Stadtverordnetenversammlung hat die Einführung von Gender Mainstreaming am 28. Mai 2004 beschlossen.
Wir beraten Bürgerinnen und Bürger, z.B. Alleinerziehende, von Armut oder Gewalt Betroffene, Migrant/innen, werdende Eltern oder vermitteln diese an spezialisierte Beratungsstellen weiter.
In unserem Informationszentrum finden Sie kostenlose Broschüren zu verschiedenen Themen. Beispielsweise Publikationen zu Körper, Sexualität und Psyche, zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen, zu Lebens- und Beziehungsformen, zur Aus- und Weiterbildung, zu Arbeit, Recht, Finanzen und vielen anderen Themen. Das Informationszentrum befindet sich im Rathaus, am Markt 1, 3. Stock. Es ist montags bis mittwochs von 8:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr geöffnet.
In Kooperation mit unterschiedlichen Frauengruppen werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert. Rund um den Internationalen Frauentag (8. März) und den Internationalen Tag "Keine Gewalt gegen Frauen" (25. November) finden Vorträge zu aktuellen Themen statt. Innerhalb der Stadtverwaltung unterstützen wir die Umsetzung des "Girls' Days". Der Mädchen-Zukunftstag ("Girls' Day") soll das Berufswahlspektrum von jungen Frauen erweitern, indem diese in verschiedene Berufe "hineinschnuppern" können.
Wir arbeiten eng mit der Gleichstellungskommission zusammen, die den Magistrat der Universitätsstadt Marburg in Fragen der gesellschaftlichen Gleichstellung von Frauen und Männern berät. In der Gleichstellungskommission sind Frauen und Männer aus den verschiedenen Parteien (Stadtverordnete), sowie sachkundige Marburger/innen z.B. aus Frauenverbänden, Gewerkschaften und Beratungsstellen vertreten.
Darüber hinaus arbeiten wir in unterschiedlichen thematischen Runden Tischen und Arbeitskreisen mit, etwa dem Runden Tisch "Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder" im Landkreis Marburg-Biedenkopf oder dem Aktionskreis "Frauen und Arbeit". Wir fördern Initiativen und Selbsthilfegruppen von Frauen und Männern, die zur Gleichberechtigung beitragen und arbeiten mit anderen Organisationen, z.B. mit Frauenverbänden, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften zusammen.
In Hessen arbeiten wir in der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (LAG) mit, auf Bundesebene in der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbeauftragten (BAG).
Magistrat der Universitätsstadt Marburg
Gleichberechtigungsreferat
Markt 1, 35037 Marburg, Tel: 06421 201-377, Fax.:06421 201-760
E-Mail: gleichberechtigungsreferat@marburg-stadt.de