Wendelgasse
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Wendelgasse: der Weg nach oben.
Die engen Gassen und die steilen Treppen machen viel von Marburgs mittelalterlichem Flair aus. In der Wendelgasse hat man beides.
Etwa auf halbem Wege zwischen Lahn und Landgrafenschloss liegt das nicht einmal 100 Meter lange Gässchen, das auf beiden Seiten von den in Marburg typischen Fachwerkhäusern gesäumt wird. Der Weg hindurch erfordert nur das Steigen einiger weniger Stufen. Am anderen Ende geht es dann aber eine enge Wendeltreppe steil hinauf - und schon steht man auf dem Lutherischen Kirchhof. Bis zum Schloss sind es dann "nur" noch ein paar weitere Treppen - allerdings auch auf kürzestem Wege 175 Treppenstufen.

Treppauf, treppab seine Beine rühren - schon die Brüder Grimm fanden das während ihres Studiums von 1802 bis 1805 typisch für Marburg. Dabei ist nicht sicher überliefert, ob sie von ihrem Quartier in der Barfüßerstraße 35 aus den Weg durch die Wendelgasse und dann die Wendeltreppe hoch in Richtung Ritterstraße zur Wohnung ihres Professors Friedrich Carl von Savigny wählten. Es ist aber sehr wahrscheinlich, denn es war der direkte Weg.
Auch eine andere "Berühmtheit" lebte als Student in der Wendelgasse: der russische Gelehrte und Schriftsteller Michail W. Lomonossow (1711 - 1765), Gründer der Moskauer Universität. An ihn erinnert heute eine städtische Hinweistafel am Wohnhaus Wendelgasse 2, die auch ins Russische übersetzt wurde. (kl)