Universitätsstadt Marburg

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  Kultur: Marburger Berühmtheiten von A - Z




Wolfgang Abendroth (Bild in neuem Fenster anzeigen)Wolfgang Abendroth (1906 - 1985) Staatsrechtslehrer und Politikwissenschaftler, von 1951 bis 1972 Professor der Marburger Universität. Prägte als erster Direktor des Instituts für Politikwissenschaften bis zu seiner Emeritierung entscheidend das Bild des Fachgebietes. Befasste sich auf marxistischer Grundlage mit Fragen des Völkerrechts, des Staatsrechts und der politischen Soziologie. Lebte 1951 bis 1960 in der Georg-Voigt-Straße 7 a und 1960 bis 1972 in der Wilhelm-Roser-Straße 53.



Hannah Arendt (Bild in neuem Fenster anzeigen)Hannah Arendt (1906 - 1975) Bedeutende Gesellschafts- und Politikwissenschaftlerin, musste als Jüdin 1933 aus Deutschland emigrieren. Bekannt wurde sie als Professorin für politische Philosophie in Chicago und New York sowie durch ihre Publikationen, vor allem zum Thema Totalitarismus. Sie lebte von 1924 bis 1925 in der Lutherstraße 4.



Erich Auerbach (Bild in neuem Fenster anzeigen)Erich Auerbach (1892 - 1957) Romanist und bedeutender Literaturwissenschaftler, von 1930 bis 1935 Professor der Marburger Universität. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde ihm 1935 die Lehrbefugnis entzogen. Er ging zunächst ins türkische Exil nach Istanbul, wo sein 1946 erschienenes Hauptwerk "Mimesis" entstand, später in die USA. Lebte in der Friedrichstraße 3 von 1929 bis 1936.



Carl Bantzer (Bild in neuem Fenster anzeigen)Carl Bantzer (1857 - 1941) Maler und Kunstprofessor, 1918 bis 1923 Direktor der Kunstakademie in Kassel. Mitbegründer der hessischen Malerkolonie Willingshausen. Von 1863 bis 1875 und 1924 bis 1941 lebte er in Marburg. Wohnte von 1863 bis 1872 in der Wettergasse 42.



von Behring, Emil (Bild in neuem Fenster anzeigen)Emil von Behring (1854 - 1917) Bedeutender Mediziner, entwickelte Heilseren gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf und gilt damit als Wegbereiter der Serumbehandlung. 1895 bis 1917 Professor für Hygiene an der Marburger Universität, erhielt 1901 den ersten Nobelpreis für Medizin. Ehrenamtlicher Stadtrat, 1914 zum Ehrenbürger der Stadt Marburg ernannt.


Werner Bergengruen (Bild in neuem Fenster anzeigen)Werner Bergengruen (1892 - 1964) Schriftsteller, dessen 1935 entstandener Roman "Der Großtyrann und das Gericht" als verschlüsselte Kritik an der nationalsozialistischen Diktatur gilt. Er schrieb auch Lyrik und Reisebücher und übersetzte russische Literatur. (Seine beiden Romane "Das Gesetz des Atum" und "Drei Schwestern aus dem Mohrenland" spielen in Marburg.) Lebte im Haus Schwanallee Nr. 19 von 1911 bis 1912 während seines Studiums an der Marburger Universität.



Luise Berthold (Bild in neuem Fenster anzeigen)Luise Berthold (1891 - 1983) Germanistin, ab 1923 erste und für 22 Jahre einzige Professorin der Marburger Universität. Kam während ihres Studiums 1912 nach Marburg, wo sie ihr Leben lang blieb. 1927 bis 1983 maßgeblich an der Herausgabe des Hessen-Nassauischen Wörterbuches beteiligt. Viele Jahre als Stadtverordnete aktiv. War von 1961 bis 1983 in der Ockershäuser Allee 54 ansässig.



Ludwig Bickell (1838 - 1901) Erster Bezirkskonservator in Hessen, Pionier der hessischen Denkmalpflege und der Fotografie, Ehrendoktor der Marburger Universität. Seine Sammlung von 2.800 Bildplatten, die das Leben in und um Marburg im 19. Jahrhundert dokumentieren, ist heute Teil des Bildarchivs Foto Marburg. Die Heimatkunst-Sammlung des gebürtigen Marburgers bildet den Grundstock des Museums für Kulturgeschichte im Wilhelmsbau des Landgrafenschlosses.



Ferdinand Braun (Bild in neuem Fenster anzeigen)Karl Ferdinand Braun (1850 - 1918) Bedeutender Physiker, Entdecker des Gleichrichtereffektes bei Halbleitern und Erfinder der Elektronenstrahlröhre (Braunsche Röhre). Einer der Schöpfer der drahtlosen Telegraphie, dafür 1909 mit dem Nobelpreis geehrt. Er lebte 1877 bis 1880 im Haus Neustadt 2.



Clemens Brentano (1778 - 1842) Dichter der deutschen Romantik, bedeutender Lyriker, Erzähler und Dramatiker. Sammler und Herausgeber von Volksliedern. Bewohnte die Reitgasse Nr. 6, gemeinsam mit seiner Frau Sophie Mereau-Brentano, von 1803 bis 1804.



Christine Brückner (Bild in neuem Fenster anzeigen)Christine Brückner (1921 – 1996)
Schriftstellerin, wurde bekannt durch ihren Roman „Ehe die Spuren verwehen“. Lebte nach dem Zweiten Weltkrieg fünf Jahre lang überwiegend in Marburg. Machte die Stadt später zu einem wichtigen Romanschauplatz (Poenichen-Trilogie). Leitete 1946 bis 1947 die Mensa der Marburger Universität. Lebte von 1949 bis 1951 in der Liebigstraße 13.



Rudolf Bultmann (Bild in neuem Fenster anzeigen)Rudolf Bultmann (1884 - 1976) Evangelischer Theologe, von 1921 bis 1951 Professor an der Philipps-Universität. Seine zahlreichen Veröffentlichungen, insbesondere über die Theologie des Neuen Testamentes, gehören zu den grundlegenden Werken der theologischen Forschung. Er lebte von 1907 bis 1916 im Haus Barfüßertor 2.



Robert Wilhelm Bunsen (Bild in neuem Fenster anzeigen)Robert Wilhelm Bunsen (1811 - 1899) Naturforscher und Chemiker, Mitbegründer der Physikalischen Chemie. Erfinder des nach ihm benannten Bunsen-Brenners und Mitentwickler der Spektralanalyse. 1839 bis 1851 Direktor des Chemischen Instituts der Marburger Universität.



Hermann Cohen (Bild in neuem Fenster anzeigen)Hermann Cohen (1842 - 1918) Philosoph, von 1875 bis 1912 Professor der Marburger Universität. Gründete zusammen mit Paul Natorp die "Marburger Schule" des Neukantianismus. Seine politische Philosophie eines "ethischen Sozialismus" hatte großen Einfluss auf die deutsche Sozialdemokratie. Lebte von 1903 bis 1912 in der Universitätsstraße 62.



Lisa de Boor (1894 - 1957) Schriftstellerin und Anthroposophin, lebte ab 1922 in Marburg, wo sie auch die meisten ihrer Romane, Erzählungen und Essays schrieb. Ihr Tagebuch aus der Zeit des Nationalsozialismus zeugt von ihrer inneren Opposition. Sie hielt Kontakt mit dem vertriebenen jüdischen Privatdozenten Karl Löwith, half den Angehörigen Verhafteter und wurde 1941 kurzzeitig selbst verhaftet. Nach dem Krieg Mitbegründerin der Marburger Volkshochschule und der Waldorfschule (sowie Gründungsmitglied des überparteilichen Frauenverbandes).



Heinrich Düker (Bild in neuem Fenster anzeigen)Heinrich Düker (1898 - 1986) Experimental-Psychologe, wegweisend bei der Erforschung der psychischen Wirkung von Medikamenten. Wegen Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime 1936 bis 1939 im Gefängnis und 1944 bis 1945 im Konzentrationslager. Wirkte in Marburg von 1946 bis 1967 als Direktor des Institutes für Psychologie der Philipps-Universität in der Gutenbergstraße 18.



Leopold Eichelberg (1804 - 1879) Mediziner und Politiker. Der Marburger Arzt und Sohn eines jüdischen Kaufmannes trat besonders hervor durch sein politisches Engagement und in der 1848er Revolution. Ab 1835 war er 13 Jahre lang in Festungshaft, weil er revolutionäre Schriften druckte. Lebte vor seiner Verhaftung und während der Revolution in der Barfüßerstraße 42.



Heilige Elisabeth - dargestellt von Ludwig Juppe  (Bild in neuem Fenster anzeigen)Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231) Ungarische Königstochter und Landgräfin von Thüringen, besser bekannt als die Heilige Elisabeth. Nach dem Tod ihres Ehemannes, Ludwig IV. von Thüringen, erhielt sie ein Stück Land bei Marburg als Witwensitz. Gründete vor den Stadttoren ein Hospital, in dem sie bis zu ihrem Tod 1231 selbst die Kranken pflegte und in dessen Kapelle sie begraben wurde. Bereits 1235 heiliggesprochen. Über ihrer Grabstätte wurde 1235 bis 1283 die gotische Elisabethkirche errichtet.



Oberbürgermeister Georg Gaßmann (Bild in neuem Fenster anzeigen)Georg Gaßmann (1910 - 1987) Sozialdemokratischer Politiker, 1946 bis 1951 Marburger Bürgermeister, 1951 bis 1970 Oberbürgermeister. Wegbereiter für zahlreiche große Bauprojekte, die Marburgs Infrastrukur bis heute prägen, unter anderem mehrere Schulen und die Stadtautobahn. 1971 erster Ehrenbürger Marburgs nach dem Krieg. Wohnte von 1946 bis 1987 im Greifswalder Weg 8.



Grimm, Jacob und Wilhelm (Bild in neuem Fenster anzeigen)Jacob Grimm (1785 - 1863), Wilhelm Grimm (1786 - 1859) Begründer der deutschen Sprachwissenschaft und Philologie. Bedeutende Sammler und Herausgeber altdeutscher Märchen, Sagen und Dichtungen. Studierten in Marburg vor allem bei dem berühmten Juristen Friedrich Carl von Savigny. Lebten in der Barfüßerstraße 35 von 1802 bis 1805.



Otto Hahn (Bild in neuem Fenster anzeigen)Otto Hahn (1879 - 1968) Bedeutender Chemiker, promovierte 1901 in Marburg. Entdeckte neue Elemente und war 1938 einer der Entdecker der Kernspaltung, wofür er 1944 mit dem Nobelpreis geehrt wurde. 1948 bis 1960 war er der erste Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er lebte von 1899 bis 1901 im Haus Renthofstraße 11, heute Renthof 12.



Martin Heidegger (Bild in neuem Fenster anzeigen)Martin Heidegger (1889 - 1976) Philosoph, von 1923 bis 1928 Professor der Marburger Universität. Beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage nach dem "Sinn des Seins". Sein fachübergreifend bedeutendes Hauptwerk "Sein und Zeit" erschien 1927. Lebte von 1923 bis 1926 in der Schwanallee Nr. 21.



Gustav W Heinemann (Bild in neuem Fenster anzeigen)Gustav Heinemann (1899 - 1976) Jurist und Politiker, erster Innenminister der Bundesrepublik, 1969 bis 1974 Bundespräsident. Setzte sich für die gesellschaftliche Eingliederung von Randgruppen und die Versöhnung der Deutschen mit ihren Nachbarn ein. Heinemann lebte von 1919 bis 1920 in der Weidenhäuser Straße 16 ½.



Hermann Jacobsohn (Bild in neuem Fenster anzeigen)Hermann Jacobsohn (1879 - 1933) Sprachwissenschaftler, ab 1919 Professor der Marburger Universität und Direktor der Zentralstelle für den Sprachatlas des Deutschen Reiches und der Deutschen Mundartforschung. Erhielt als jüdischer Professor nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten Berufsverbot und beging am 27. April 1933 Selbstmord.



Sylvester Jordan (1792 - 1861) Staatsrechtslehrer und Politiker, 1821 bis 1839 Professor der Philipps-Universität. Hatte führenden Anteil an der Ausarbeitung der liberalen kurhessischen Verfassung von 1831. Wegen Verdachts auf Hochverrat 1839 im Marburger Schloss gefangengesetzt, 1845 freigesprochen. 1848 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung. Lebte in der Nikolaistraße 1 von 1836 bis 1848.



Carl Justi (Bild in neuem Fenster anzeigen)Carl Justi (1832 - 1912) Kunsthistoriker und Professor für Philosophie, lehrte von 1867 bis 1871 an der Marburger Universität. Verfasste zahlreiche Biographien über kunsthistorisch bedeutende Persönlichkeiten wie zum Beispiel Winckelmann oder Michelangelo. Der Marburger Pfarrerssohn wuchs auf in der Ritterstraße 7 (= Kerner, Lutherischer Kirchhof).



Marie Luise Kaschnitz (Bild in neuem Fenster anzeigen)Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974) Schriftstellerin und Lyrikerin, bekannt durch zahlreiche Erzählungen, Essays, Hörspiele und Romane wie das autobiographisch geprägte Werk "Das Haus der Kindheit". Lebte 1937 bis 1941 gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Archäologen Guido Freiherr Kaschnitz von Weinberg, im Blitzweg 7 am Ortenberg.



Werner Krauss (Bild in neuem Fenster anzeigen)Werner Krauss (1900 - 1976) Romanist und Philologe, lehrte von 1931 bis 1947 an der Marburger Universität. Unterbrochen wurde diese Tätigkeit von 1940 bis 1945 durch seine Einberufung in eine Dolmetscherkompanie nach Berlin, aktiven politischen Widerstand gegen das Nazi-Regime, Verhaftung und Verurteilung zum Tode, später gemildert in eine Zuchthausstrafe, die er bis zum Kriegsende absaß. Wohnte während seiner Marburger Zeit vorwiegend im Haus Rotenberg 28 a.



Wilhelm Liebknecht (Bild in neuem Fenster anzeigen)Wilhelm Liebknecht (1826 - 1900) Politiker, gemeinsam mit August Bebel Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und einer der ersten Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei im Reichstag. Stark beeinflusst durch Karl Marx. In der Wettergasse 9 stand das Haus, in dem er von 1846 bis 1847 lebte.



Michail Lomonossow (Bild in neuem Fenster anzeigen)Michail Wassiljewitsch Lomonossow (1711 - 1765) Russischer Gelehrter und Schriftsteller. Machte sich um die Entwicklung der Naturwissenschaften durch Verbindung von Chemie, Physik und Mathematik verdient. Verfasser einer russischen Grammatik sowie von Gedichten und Dramen. Er lebte zwischen 1736 und 1741 während seines Studiums an der Marburger Universität in der Wendelgasse 2. 1740 heiratete er die Tochter seiner Marburger Vermieter, Elisabeth Christine Zilch.



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