Universitätsstadt Marburg

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  Lutherstadt Marburg

Das Luther-Denkmal in Eisenach (neues Fenster)Lutherstädte in Deutschland

Auch die Universitätsstadt Marburg gehört zum "Bund der Lutherstädte". Als Lutherstädte gelten die Städte, in denen der deutsche Reformator Martin Luther gelebt oder maßgeblich gewirkt hat. 14 Städte haben sich im "Bund der Lutherstädte" zusammengeschlossen. 2007 wurde der Kreis der Lutherstädte um Augsburg erweitert.

Der Lutherpreis "Das unerschrockene Wort"

Seit 1996 wird von den Lutherstädten alle zwei Jahre der Preis "Das unerschrockene Wort" verliehen. Ausgezeichnet werden Frauen und Männer, die bereit sind "für unerschrockenes Auftreten Unbill in Kauf zu nehmen" - so wie seinerzeit Martin Luther, der sich 1521 während des Reichstags zu Worms vor Kaiser Karl V für seine innere Überzeugung verantworten musste.

Weitere Informationen zum Lutherpreis entnehmen Sie bitte dem Link rechts im Linkkasten.

Das Religionsgespräch im Jahre 1529 in Marburg

Dargestellt ist eine Szene mit den Beteiligten des  Marburger Religionsgesprächs 1529 im Schloss, Gemälde von August Noack, 1869 (Bildarchiv Foto Marburg) (neues Fenster)Landgraf Philipp von Hessen lud 1529 zum Marburger Religionsgespräch, da auf dem Reichstag zu Speyer 1529 erneut das Wormser Edikt bestätigt worden war.
Es war nun nötig, ein Verständnis über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Reformatoren zu diskutieren und auf eine mögliche Verständigung hinzuarbeiten.

Teilnehmer an den Gesprächen waren unter anderem neben Martin Luther und Philipp Melanchthon Huldrych Zwingli und Martin Bucer.
Es war dies das einzige Mal, dass die führenden Reformatoren aus Sachsen, Oberdeutschland und der Schweiz persönlich zusammentrafen.

Hauptstreitpunkt waren die unterschiedlichen Auffassungen Luthers und Zwinglis von der Rolle des Abendmahls.
Für Zwingli war das Abendmahl eine Bekenntnishandlung der Gemeinde, für Luther war Christus beim Abendmahl real gegenwärtig.

Engagiert, aber ohne Erfolg, disputierte man im Schloss am 2. und 3. Oktober über die Handhabung des Abendmahls.
Die Schweizer Reformatoren legten zuerst eine rein geistliche Deutung des Abendmahls dar.
Im Rahmen der erregten Diskussion zog Luther die Samtdecke vom Tisch zurück und schrieb mit Kreide die Worte (in Latein) darauf: "Dies ist mein Leib!"
Luther wies nur auf dieses eine Wort "ist" hin: "Wenn die anderen, wie sie selbst sagten, es weder begreifen noch glauben können, dass der Leib Christi da wäre im Abendmahl, so wollen wir auch euch fahren lassen und dem Gerechten Gericht Gottes befehlen, der wird’s wohl finden, wer recht hat."

Auf Veranlassung von Landgraf Philipp verstanden sich jedoch Luther und seine Begleiter zu einer Einigungsformel, die nachträglich noch zu großer geschichtlicher Nachwirkung gelangen sollte.
Die Reformation Württembergs im Jahre 1534 und die Wittenberger Konkordie von 1536 erfolgten auf dieser Grundlage.

Am 3. Oktober vereinigt der Landgraf alle Gesprächsteilnehmer zu einem Gastmahl im Schloss und am nächsten Tag arbeitet Luther die mitgebrachten "Schwabacher Artikel" unter Zurückstellung des Abendmahls an den Schluss und unter Abglättung aller Schärfen zu einer Feststellung aller Punkte, in denen man sich einigen musste.
Die entstandenen "14 Marburger Artikel". sind in die Hauptteile der Augsburgischen Konfession hinein gearbeitet worden.

Es konnten beim Marburger Religionsgespräch nur die Gemeinsamkeiten gegen die altgläubige Kirche festgestellt und auf Wunsch des Landgrafen schriftlich festgehalten werden.
Die Reformatoren gingen ansonsten im Dissens auseinander und reisten überstürzt ab, da das Herannahen einer Seuche gemeldet wurde.

Es bleibt daher festzuhalten, dass die vertane Möglichkeit im Rahmen des Marburger Religionsgesprächs die Spaltung der protestantischen Bewegung auf lange Zeit festschrieb.

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Informationen als Text erhalten Sie unter www.wettereule.de