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  Elisabethkirche

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Die beiden Türme der Elisabethkirche ragen 80 Meter hoch auf. Foto: Kristina Lieschke (neues Fenster)Die Elisabethkirche ist Marburgs bekanntestes Bauwerk und zugleich ein Besuchermagnet.

Egal ob Pilger, Tourist oder Marburger Bürger - kaum jemand besucht die Elisabethkirche nicht. Dabei wissen zumindest vorher nur wenige, dass es sich eigentlich um eine Marienkirche handelt. Der Bauherr im 13. Jahrhundert war nämlich der damals sehr mächtige und begüterte Deutsche Orden, der seine Kirchenbauten immer der eigenen Schutzpatronin, der Jungfrau Maria, weihte.

Die zentrale Funktion der Kirche als Grabstätte der Heiligen Elisabeth (1207 - 1231, heilig gesprochen 1235) und als Pilgerkirche über dem Grab der Heiligen überwog jedoch im Bewusstsein der Bevölkerung ihre Funktion als Ordenskirche bei weitem. So setzte sich der Name Elisabethkirche klar durch.

Knapp 50 Jahre dauerte der Kirchenbau (ab 1235, Weihe 1283). Bis zur Vollendung der beiden 80 Meter hohen Türme waren nochmals ungefähr 50 Jahre nötig.

Als erster rein gotischer Hallenkirche auf deutschem Boden kommt der Elisabethkirche kunsthistorisch eine besondere Bedeutung zu. Die schlichte frühgotische Architektur des Bauwerks ist für viele Besucher ein besonderes Erlebnis, auch wenn die ursprünglichen Wandmalereien seit einem Bildersturm im Jahr 1619 größtenteils zerstört sind.

Erhalten ist der gotische Hochaltar aus Sandstein von 1290 im Hohen Chor (Ostchor). Hier kommt der Kontrast zwischen früher Gotik (Kirche) und Hochgotik (Altar) wirkungsvoll zur Geltung. Die Fensterfront hinter dem Hochaltar zieren romanische und gotische Buntglasfenster. Besonders hervorzuheben ist das spätromanische Elisabethfenster (unten rechts) mit der Darstellung wichtiger Szenen aus Elisabeths Leben (rechte Hälfte) und der Heiligen beim Ausüben der Werke der Barmherzigkeit (linke Hälfte).

Im Nordchor befindet sich die Grabstätte der Heiligen. Ursprünglich lag diese innerhalb des von Elisabeth selbst 1228 hier am Rande von Marburg gegründeten Hospitals. Elisabeth war 1231 vor dem Altar der Hospitalkapelle begraben worden. Beim Kirchenneubau nach ihrer Heiligsprechung 1235 wurde diese Grabstätte direkt in das Gebäude einbezogen.

Bereits 1236 waren die Gebeine der Heiligen aber bei einer feierlichen Zeremonie dem Grab entnommen worden. Der extra für diese Gebeine angefertigte Schrein, eine kunsthandwerkliche Kostbarkeit, wird seit Jahrhunderten in der Sakristei der Kirche aufbewahrt. Seit der Reformation befinden sich allerdings keine Gebeine mehr darin.

Hauptportal der Elisabethkirche. Foto: Kristina Lieschke (neues Fenster)Der dritte, südliche Chor ist als "Landgrafenchor" bekannt. Hier stehen die Grabmäler der bis zur Reformation in der Elisabethkirche bestatteten Hessischen Landgrafen - sämtlich direkte Nachkommen der Heiligen Elisabeth. Die Gräber selbst befinden sich in den Fundamenten unter dem Chor.

Ein Besuch der Chöre und der Sakristei, vielleicht gar im Rahmen einer Führung, ist auf jeden Fall empfehlenswert. Wer einfach nur Stille und die meditative Atmosphäre einer Kirche sucht, darf auch ohne Eintritt zu bezahlen kommen: allerdings nur bis vor die Chorschranke. Die evangelische Elisabethkirchengemeinde zählt heute etwa 5700 Mitglieder. (kl)

Öffnungszeiten: täglich
November bis März 10 - 16 Uhr,
April bis September 9 - 18 Uhr,
Oktober 10 - 17 Uhr.
Keine Besichtigung während der Gottesdienste.

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Informationen als Text erhalten Sie unter www.wettereule.de