Deutschordensniederlassung
Artikel Deutschordensniederlassung als Audiodatei im MP3-Format herunterladen (1.5 MB)

Deutschordensniederlassung: Wo früher kaum ein Laie Zutritt erhielt, herrscht heute zweimal wöchentlich reges Markttreiben zwischen mächtigen gotischen Sandsteingebäuden.
Die Rede ist vom Firmaneiplatz. Schon dessen Name deutet darauf hin, dass hier ganz in der Nähe das Hospitalgebäude für die Brüder des Deutschen Ordens (die Firmanei) gestanden hat. Firmanei und Firmaneispeicher brannten allerdings im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) aus, und die Reste wurden bald darauf abgerissen.
Um den gesamten Komplex von der Elisabethkirche bis zum Kornspeicher (heute Mineralogisches Museum), zum Deutschhaus mit Komtureigebäude (heute Fachbereich Geographie der Philipps-Universität) und bis zur Firmanei spannte sich eine hohe, schützende Steinmauer, die aber heute nicht mehr erhalten ist. Die Deutschordensritter lebten nach einem mönchischen Gelübde, wozu die Abgeschiedenheit von der Welt gehörte. Die noch vorhandenen Wohn- und Wirtschaftsgebäude entstanden im späten 13. und im 14. Jahrhundert.

1234 kamen die ersten 13 Ordensritter nach Marburg und erhielten die einst der Heiligen Elisabeth als Witwengut zugewiesenen Güter vom Landgrafen übertragen. Auf ihrem Grund und Boden entstand ab 1235 die Elisabethkirche. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts wurde das Elisabethhospital für die Hilfe suchenden Armen und Kranken an den Pilgrimstein verlagert. Dort sind noch heute Reste der Hospitalkapelle zu sehen. (kl)
Öffnungszeiten:
Mineralogisches Museum der Philipps-Universität:
Mi - Fr 10 - 13 Uhr,
Mi auch 15 - 18 Uhr,
Sa/So 11 - 15 Uhr