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  Steinernes Haus

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Gotisches "Steinernes Haus" am Obermarkt (Blick von oben). Foto: Kristina Lieschke (neues Fenster)Steinernes Haus: Tauben lieben den Reis, der hier immer für Hochzeitspaare geworfen wird, und Touristen amüsieren sich besonders über das mittelalterliche Außenklo.

Dabei ist der Toilettenerker natürlich schon lange nicht mehr in Betrieb. Auch das Standesamt ist Ende 2006 ausgezogen. Das Trauzimmer, in dem 90 Prozent der Eheschließungen in Marburg stattfinden, gibt es im Steinernen Haus aber immer noch.

Das gotische Sandsteingebäude wurde kurz nach dem verheerenden Stadtbrand von 1319 erbaut. Die Bezeichnung "Steinernes Haus" deutet schon darauf hin, dass die massive Steinbauweise in Marburg früher etwas ganz Besonderes war. In dem nicht sehr reichen Städtchen blieb sie einigen wenigen Wohngebäuden vorbehalten. Typisch war stattdessen der Fachwerkbau.

Gotisches "Steinernes Haus" am Obermarkt. Foto: Kristina Lieschke (neues Fenster)Von Mitte des 14. bis ins 19. Jahrhundert lebten im Steinernen Haus bedeutende Patrizier- und Bürgerfamilien, landgräfliche Beamte und Professoren. Ungewöhnlich mutet an, dass zwischen 1457 und 1460 hier Tanzfestlichkeiten der Landgrafen Ludwig II. und Heinrich III. stattfanden.

Architektonisch sticht neben dem bereits genannten Toilettenerker der typisch gotische "Treppengiebel" hervor: Der wie bei einer Treppe in Stufenform ansteigend gemauerte Giebel des Hauses zeigt direkt nach vorn zum Obermarkt und fällt dem Betrachter des Gebäudes daher sofort auf. Im historischen Kellerraum des Gebäudes befindet sich seit Jahren eine typische Studentenkneipe. (kl)

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