Universitätsstadt Marburg

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  ERLEBNISPFAD LAHNORAMA

Vom Afföller Wehr bis zur Konrad-Adenauer-Brücke am "Affenfelsen" - früher Standort des "Wirtshauses an der Lahn" - reicht der Erlebnispfad "Lahnorama" mit "wasserdicht", der Lahn-bezogene künstlerische, historische und ökologische Werke zeigt.

Eröffnung ist beim Hafenfest am Bootsverleih/Ufercafé, Auf dem Wehr 1a, am 22. Mai um 15 Uhr!



Stahlplastik von Hans Schohl (neues Fenster)"wasserdicht"

Unter der künstlerischen Leitung von Georg Mertin werden sich acht Künstlerinnen und Künstler unter dem Leitgedanken »wasserdicht« ästhetisch mit Wasser, Lahn, Stadt und Fluss auseinandersetzen. Entlang des Flusslaufes sind akustische Installationen, kinetische Objekte, Stahlplastiken und Skulpturen zu sehen und zu erleben. Eine »Taumelscheibe« agiert in der Wasserstraße, überdimensionale Wetterfahnen zu Sprichwörtern, Flitsch-Steine und Lebensrettungswesten spielen bei den Installationen eine zentrale Rolle an und in der Lahn. Es bleibt »ALLES« im Fluss und "über-Flüssige-unter-Führungen" spielen eine ganz reizvolle Rolle bei der Entdeckung dieses Teils der Universitätsstadt Marburg. So befinden sich die Passanten und Besucher während der Lahn-Entdeckung nicht nur unmittelbar am Fluss, sondern erkunden auch en passant dessen architektonische Begleiterscheinungen. So heißt es, mit offenen Augen und Ohren unterwegs zu sein.
Es erscheint ein Katalog in exklusiver Auflage!


"Komm, lass uns zum Fluss gehen!", das hört man in Marburg eher selten - wenn von ihr die Rede ist, dann meist namentlich und mit vertrautem Unterton: "die Lahn".
Wenn sich ihr nun 8 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland nähern und mit ihrer Kunst dicht ans Wasser reichen, so beginnen Prozesse des Auslotens von Oberflächen und Untiefen, die neue Gedankenwege der eigenen Stadt- und Selbstwahrnehmung eröffnen können.
Dabei wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und Bereicherung
(Georg Mertin, künstlerischer Leiter "wasserdicht, Mai 2010)



Stephanie Bachmann & Albert Kaul
Klang-/Licht-/Videoinstallation
Titel: Schritte.Schatten.Stimen (2010)
Orte: Unterführungen Rudolphsplatz, Biegenstraße, Schüler-Park

Kurzstatement zur Arbeit: Sind Unterführungen hässlich - verwahrlost anmutende Relikte längst überholter Verkehrsplanung? Oder Zonen zeitgemäßer künstlerischer Auseinandersetzung? Unorte und Angsträume? Oder Orte, die wie kaum andere zur Wahrnehmung des Fremden im Eigenen, des Eigenen im Fremden einladen? Denn: "Je est un autre" (Rimbaud).


Bernward Frank
Kinetische Objekte
Titel1: "Derwische” (2009)
Titel2: "Taumelscheibe” (2002)
Orte: Wehr/Kanustrecke im Schwarzen Wasser

Kurzstatement zur Arbeit: In einer Zeit, in der Erfindungen meist nur kombiniert werden, ist es in der kinetischen Kunst noch möglich, echte, wenn auch unökonomische Erfindungen zu machen. Jede Bewegung ist mir eine Freude. Eine vom Wasser angetriebene , taumelnde Scheibe, drei sich im Wind bewegende, chaotische Derwische.


Monika Golla
Installation/Tonzuspielung
Titel: "Schutznetz" (2010)
Ort: Brückenbogen Weidenhäuser Brücke

Kurzstatement zur Arbeit: Unter der Weidenhäuser Brücke hängt ein Kokon mit lebensrettenden Schwimmwesten - sichtbar, unerreichbar, körperlos. Scheinbar gerade aus der Lahn gefischt, entwickelt das Gebilde ein wage hörbares Eigenleben.

Rettungswesten-Objekt
Titel: "Erste Hilfe" (2010)
Ort: Foyer Mutter-Kind-Zentrum/Uniklinikum Lahnberge

Kurzstatement zur Arbeit: Der Körper der eigenen Mutter ist die erste und beste Rettungsweste


Rolf Kurz
Stahlplastik
Titel: "Alles” (2010)

Kurzstatement zur Arbeit: "Alles fließt" oder eben "Alles ist im Fluss". Heraklit zufolge ist die alltäglich empfundene Stabilität irreführend und oberflächlich, alles scheinbar Dauerhafte eben nur bloßer Schein. Von Dauer ist einzig die Veränderung.


Georg Mertin
Objektkunst/Ready-Made
Titel: "Flitschen - Von roten Kindheitsautomaten und der Überlistung der Schwerkräfte" (2010)
Orte: Eingang Schloss, Marktplatz, Philipps-Apotheke, Stadtbücherei, Kunstverein, Mensa-Terrassen, Bootsverleih

Kurzstatement zur Arbeit: Ich ziehe mir am Kaugummiautomaten eine Kapsel und finde darin eine Idee und Steingut. Ich lasse sie über die Wasseroberfläche meines Gedächtnisses flitschen und fange Bilder dabei ein - neue und alte.


Pit Kinzer
Sechsteilige Installation
Titel: " Gerngroß-Models XXL: Der Sprung ins Ungewisse oder Fliegen ist Schwimmen ohne Wasser" (2007-2010)
Orte: Schlossmauer, Rathaus, Alte Uni, Weidenhäuser Wehr

Kurzstatement zur Arbeit: Aus ursprünglich knapp 2 cm großen Modellen erschafft Pit Kinzer mittels Makrofotografie eine stadtgreifende Installation, die den Sprung vom Schloss zur Lahn und auch ins Ungewisse thematisiert - so erreichen diese Models ihr Ziel: Sie wären gern groß, wie wohl in uns allen als Kind der Wunsch war: Wenn ich groß bin, dann ...

g) Hans Schohl
Stahlplastiken / Wetterfahnen
Titel1: "Erscht muß mer de Bär hann, dann kammers Fell abziehe” (2010)
Titel2: "Pfälzer Sprichworte” (2010)

Kurzstatement zur Arbeit: Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz der Weisheit, über Generationen weitergegeben und überliefert - aber die Wahrheitshülle des Sprichwortes muss vom Sprecher auf eine konkrete Situation bezogen werden. Ähnlich wie auf dem Feld der bildenden Kunst vollendet erst der Nutzer das Werk.






Signet "Erlebnispfad Lahnorama" für das Themenjahr "Marburg an die Lahn 2010" (neues Fenster)Die Fachdienste Kultur sowie Stadtgrün, Umwelt & Natur steuern akustische Installationen mit dem Lied "Wirtshaus an der Lahn" (Konrad-Adenauer-Brücke) und Tierstimmen (Lahnrenaturierung "Auf der Weide"), ein Modell der historischen "Wasserkunst" in Holz (Ufercafé) sowie eine ökologische Installation zur Lahn-Fauna - eine monumentalisierte Libelle mit Bachflohkrebs (von Rupert Eichler, Pfeiler Mensabrücke) - bei.

Eine Stadt und ihr Fluss - Marburg an der Lahn ... heißt eine Ausstellung des Hessischen Staatsarchivs Marburg und des Marburger Stadtarchivs. Fotografien, historische Karten und besondere Dokumente zeigen weniger bekannte Seiten von der Stadt und ihrem Fluss; mit begleitender Vortragsreihe. Hessisches Staatsarchiv Marburg, Friedrichsplatz 15 vom 11. Juni bis 17. September (Vernissage: Freitag, 11. Juni um 17 Uhr) montags bis donnerstags von 8.30 bis 19 Uhr und freitags von 8.30 bis 13 Uhr


PS.:
Das launige Liedchen "Es steht ein Wirtshaus an der Lahn" läßt sich auf einer kleinen Drehorgel intonieren. Diese kleine Drehorgel ist zum Preis von 5,95 Euro bei der MTM, am Pilgrimstein 26 zu kaufen.
Zum Wirtshaus an der Lahn gibt es übrigens auch eine reich bebilderte, interessante Marburger Stadtschrift im Rathaus-Verlag:http://www.marburg.de/detail/76616 erhältlich im Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit, Markt 8, 2. Stock, neben dem Rathaus.







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Informationen als Text erhalten Sie unter www.wettereule.de