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Ratsinformation

Vorlage - VO/2791/2013  

Betreff: Kleine Anfrage des Stadtverordneten Stefan Schartner (Nr. 01/29.11.2013)

Status:öffentlichVorlage-Art:Kleine Anfrage
Federführend:09 - Unterstützung kommunaler Gremien Bearbeiter/-in: Wagner, Norbert
Beratungsfolge:
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
29.11.2013 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

Die Kastanienbestände im Stadtgebiet weisen zum Teil erhebliche Schäden auf. Viele Probleme sind auf eine spezielle Motte zurückzuführen, die den Blattzellen die Nährstoffe entziehen. Die Blätter welken deshalb bereits im Sommer. Gerade der Schloßberg ist zum Teil sehr stark in Mitleidenschaft geraten.

Was unternimmt die Stadt gegen die sog. „Rosskastanienminiermotte“?

 


 

Einzelne Rosskastanienbäume sind überwiegend je nach Standort mehr oder weniger stark mit der Kastanienminiermotte befallen. Von einem flächendeckenden Befall in Marburg kann z. Zt. nicht ausgegangen werden.

 

Typische Symbole sind die minierten Blätter mit Entstehung brauner Blattflecken und letztendlich die komplette Verbraunung der Blätter vor der eigentlich gelbbraunen Herbstfärbung.

 

Nach bisherigem Kenntnisstand der Fachwelt sind noch keine letalen Schäden an den Kastanien durch die Miniermotte bekannt. Auch in Marburg ist daran noch keine Kastanie eingegangen.

 

Der Befall ist allgemein rückläufig. 1997 wurden in Südeuropa die ersten befallenen Bäume gemeldet. In den vergangenen Jahren wurden viele Bekämpfungsmethoden biologischer, chemischer oder biotechnischer Natur angeboten. Aus Kostengründen und komplizierten Anwendungsverfahren (z. B. Besprühung und damit verbundenes Beklettern der betroffenen Bäume) hat die Stadt Marburg diese Methoden nicht in Betracht gezogen. Bislang gibt es auch keine seriösen Referenzen hinsichtlich des Behandlungserfolges.

 

Eine chemische Bekämpfung im publikumsfrequentierten öffentlichen Stadtgrün ist in Marburg grundsätzlich aufgrund negativer Nebeneffekte für die Menschen nicht möglich (z. B. Gesundheitsgefährdung durch ein Abdriften der Pflanzenschutzmittel).

 

Die mechanische Bekämpfung durch Sammeln mit anschließender thermischer Entsorgung des Falllaubes und das im Laufe der Zeit sich einstellende natürliche Gleichgewicht in Form von natürlichen Feinden (Meisen, Schlupfwespen) versprechen derzeit eine wirksame Befallsreduzierung.

 

Besonders an den Straßen- und Parkbäumen mit zugänglichen Traufbereichen (aber auch überregional) wurde in den letzten Jahren in Marburg das Falllaub gründlich entfernt. Dies hat sich positiv auf den Zustand der Kastanien an diesen Standorten ausgewirkt.

 

Viele andere Baumstandorte besonders auch im Umfeld des Schlossberges sind durch Unterpflanzungen schwer zugänglich. Dies erschwert die Laubbeseitigung bzw. macht sie unmöglich.

 

Zusammenfassend bleibt anzumerken, dass aus den Beobachtungen der letzten 3 – 4 Jahre ein spürbarer Rückgang des Befalles zu verzeichnen ist. Dieser Trend wird übrigens aus anderen Kommunen und der Fachwelt bestätigt.

 

Eine Ausrottung der Rosskastanienminiermotte wird aber nicht mehr möglich sein, d. h. wir müssen mit diesem Schädling leben und versuchen an den Bäumen Stresssituationen, die einen Befall zweifelsfrei begünstigen, zu vermeiden.

 

 

 

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