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Ratsinformation

Vorlage - VO/4133/2015  

Betreff: Antrag der Fraktion Marburger Linke betr. Kriterien für Unterbringung von Geflüchteten/ Schutzsuchenden
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag der Fraktion Marburger Linke
Federführend:50 - Soziale Leistungen Bearbeiter/-in: Wagner, Norbert
Beratungsfolge:
Magistrat Kenntnisnahme
13.07.2015    Nichtöffentliche Sitzung des Magistrats      
Ausschuss für Soziales, Jugend und Gleichstellung Vorberatung
08.07.2015 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Frauen zurückgestellt   
09.09.2015 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Frauen zurückgestellt   
07.10.2015 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Frauen abgelehnt   
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
17.07.2015 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
18.09.2015 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
16.10.2015 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgezogen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

Beschluss:

In dem zurzeit in Erarbeitung befindlichen Konzept über die Errichtung von Wohnungen für Geflüchtete sind folgende Kriterien besonders zu berücksichtigen:

 

-          Humanitäre Unterbringung inklusive sozialpädagogischer Begleitung

-          Abgeschlossene Apartments mit eigenen funktionstüchtigen und sauber übergebenen sanitären Anlagen und Küchen sowie mit einer Mobiliarengrundausstattung.

-          Sensibler Wohnraumschaffung für geflüchtete Menschen mit besonderem Bedarf: u.a.  Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende, Schwangere und Familien mit Kleinkindern.

-          Begegnungszentrum/ -Cafe und Büro als Anlaufstelle im „Quartier“

-          Festhalten an der Ausrichtung, der dezentraler Unterbringung in Wohnungen in allen innerstädtischen Stadtteilen.

 


Begründung:

Es dürfte unstrittig sein, dass für die ankommenden Flüchtlinge menschenwürdige Wohnmöglichkeiten geschaffen werden müssen, d. h. ihnen ein Leben mit Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten als auch zwischenmenschlichen Kontakten zu ermöglichen. Dabei muss vor allem dafür Sorge getragen werden, dass dem Bedürfnis nach Privatsphäre und nach Ruhe (besonders für schwer traumatisierte Menschen) Raum gegeben wird. Unerlässlich sind Mindeststandards in Bezug auf sanitäre Einrichtungen und Kochgelegenheiten. Kinder brauchen Raum zum Spielen mit Gleichaltrigen, besonders alleinstehende Frauen brauchen Rückzugsmöglichkeiten.

Die Stadt Marburg sollte selbst die Initiative ergreifen, und dafür Sorge tragen, dass Familien in einer eigenen Wohneinheit untergebracht werden können. Solche Konzepte gibt es bereits in anderen hessischen Städten, manchmal auch in Kooperationen.

Die Integration eines direkten Anlaufstelle im Wohngebiet und die Begleitung durch Sozialpädagogen und Sozialarbeitern bietet die Chance auf eine sehr positive Wirkung auf das Zusammenleben in den Hausgemeinschaften, die die Gemeinschaft und das Verständnis füreinander stärken sollen.

Darüber hinaus soll das Ziel einer sozialpädagogischen Begleitung  u.a. die Unterstützung der Flüchtlinge bei der Integration in das Leben in Deutschland sein. Sprich  die Beratung und Begleitung in allen aufenthaltsrechtlichen, sozial-integrativen und familiären Fragen. Es soll eine Begleitung während des Asylverfahrens gewährleistet sein. Sozialarbeiter_innen sollen ihnen bei der schulischen Ausbildung, bei der Arbeitsplatz- und Ausbildungssuche oder bei persönlichen Problemen helfen und beraten. Da die Sozialarbeiter_innen täglich vor Ort sein sollen, werden sie bei akuten Problemen schnell reagieren können.

Hierbei soll eine Koordination zu allen schon vorhanden Netzen und Vereinen geschaffen werden.

Sowie etwa eine Koordination mit der Philipps-Universität Marburg und dem Projekt „Da.Sein - Psychologische Erstbetreuung von Asylsuchenden“ (Klinische Psychologie, Fachbereich 04 Psychologie) und anderen in Frage kommenden Einrichtungen. Schließlich ist die Einbeziehung in der Nachbarschaft von besonderer Relevanz. Wenn es gelingt die „einheimische Nachbarschaft“ miteinzubeziehen können eventuell Ressentiments frühzeitig erkannt und ausgeräumt werden. Es besteht die Chance auf Integration durch gelebte Solidarität!

 

Gez.

 

Halise Adsan

Tanja Bauder-Wöhr

Henning Köster

Jan Schalauske

 

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