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Ratsinformation

Vorlage - VO/4915/2016  

Betreff: Sachstandsbericht Nr. 5 Bauprojekt Erwin-Piscator-Haus
Status:öffentlichVorlage-Art:Kenntnisnahme
Verfasser:Pache, ManfredAktenzeichen:I, II
Federführend:65 - Hochbau Bearbeiter/-in: Hüttl, Annette
Beratungsfolge:
Magistrat Kenntnisnahme
27.06.2016    Nichtöffentliche Sitzung des Magistrats      
Bau- und Planungsausschuss, Liegenschaften Kenntnisnahme
07.07.2016 
Öffentliche Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, Liegenschaften      
Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Bäder Kenntnisnahme
07.07.2016 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Bäder zur Kenntnis genommen   
Stadtverordnetenversammlung Kenntnisnahme
15.07.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
16.09.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
14.10.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
18.11.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
16.12.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zur Kenntnis genommen   
Haupt- und Finanzausschuss Kenntnisnahme
12.07.2016 
Öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen

Kenntnisnahme:

 

Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, den Sachstandsbericht Nr. 5 zum Bauprojekt Erwin-Piscator-Haus zur Kenntnis zu nehmen.

 


Sachverhalt:

 

1. Ausgangssituation

Nach Durchführung von europaweiten Ausschreibungsverfahren wurde am 17.06.2013 entsprechend dem Bauzeitenplan mit dem Bauvorhaben zur Erneuerung des Erwin-Piscator-Hauses begonnen.

Am 30.11.2012 hat die Stadtverordnetenversammlung den Projektbeschluss gemäß Anlage 21, AGA, gefasst und die Ausführungsplanung für das Erwin-Piscator-Haus mit einem Kostenvolumen von 24,125 Mio. Euro netto (28,709 Mio. Euro brutto) genehmigt. Erst danach wurde mit der Ausschreibung der Bauleistungen begonnen. In der Stadtverordnetenvorlage hat der Magistrat auf Empfehlung des Projektsteuerungsbüros Drees & Sommer deutlich gemacht, dass aus Erfahrungen bei Vergleichsprojekten ein zusätzlicher Budgetbedarf von 10 bis 15 % erforderlich werden kann.

 

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass mit dem Erhalt des bisherigen großen Veranstaltungssaales und des hohen Bühnenturms erhebliche Einsparungen verbunden sind. In dem Saal befinden sich der Eiserne Vorhang, der Orchestergraben (fahrbare Vorbühne), der klappbare Saalboden, die Hubwand sowie der fahrbare Rang. Der Abbruch dieses zentralen und wichtigsten Baukörpers der bisherigen Stadthalle wäre mit einer deutlichen Erweiterung des Neubauvolumens einhergegangen.

In der Vorlage vom November 2012 war die Stadtverordnetenversammlung darüber informiert worden, dass ein Neubau an gleicher Stelle geschätzte Baukosten in Höhe von 36,8 Mio. Euro netto (43,79 Mio. Euro brutto) kosten würde. gliche Kostensteigerungen von 10 - 15 % waren hier nicht beinhaltet. In diese Betrachtung war einbezogen worden, dass dann in einen neuen zentralen Veranstaltungssaal hätte investiert werden müssen. Mit der Beibehaltung des zentralen, wichtigsten Baukörpers der bisherigen Stadthalle wird also grundsätzlich eine deutlich wirtschaftlichere Vorgehensweise als mit einem Neubau verfolgt. Gleichwohl sind gerade mit einer Bestandssanierung Risiken verbunden, die zu einer Kostensteigerung führen können.

 

 

2. Baufortschritt, Zeitplan und Kostenstand

Insgesamt gibt es 50 unterschiedlich große Vergabeeinheiten. Die Bauleistungen wurden gewerkeweise ausgeschrieben, um möglichst auch kleinere und mittelständische Unternehmen anzusprechen.

 

Alle Gewerke wurden ausgeschrieben und vergeben:

-Schadstoffausbau und Entkernung, Firma Aksu, 65451 Kelsterbach,

-Erweiterter Rohbau, Firma Ed. Züblin AG, Frankfurt,

-Gas,- Wasser- und Entwässerungsleitungen, Firma Büürma, 37130 Gleichen,

-Heizung- und Kälteanlagen, Firma Büürma, 37130 Gleichen,

-Sprinkler- und Sprühluftanlagen, Firma Multimon, 85551 Kirchheim,

-Elektrotechnik, Firma R+S, 36041 Fulda,

-Metallschindel Dach und Fassade und Photovoltaikanlage, Firma Kai Laumann, 35435 Wettenberg,

-Fenster und Fassade, Firma Budo, 34414 Warburg,

-Malerarbeiten, Firma Edil Color, 55435 Gau-Algesheim,

-ftung, Firma Heiztechnik Mühlhausen, 99974 Mühlhausen,

-Putz- und Stuckarbeiten, Firma Kolic Bau, 64546 Mörfelden-Walldorf,

-Gerüstbau, Firma Hanisch, 66539 Neunkirchen-Wellesweiler,

-Schreiner/Wandverkleidung, Firma KAEFER, 35510 Butzbach,

-Trockenbau, Firma KAEFER, 35510 Butzbach,

-chentechnik, Firma kpc, 36041 Fulda,

-Fliesen, ES & KO, 35260 Stadtallendorf,

-Estrich, Firma GTF Freese, 07407 Remda-Teichel,

-Brandschutztüren und -tore, Firma Gebrüder Hübenthal, 34127 Kassel,

-Gebäudeautomation/MSR, Firma Kieback & Peter, 12347 Berlin,

-Betonfertigteilfassade, Firma Faber & Schnepp, 35428 Langgöns,

-Metall und Schlosser, Firma Rosstäuscher, 65570 Diez,

-Innentüren und Einbauten, Firma Peters, 55487 Sohren,

-rdertechnik/Aufzugsanlagen, Firma BAS, 63150 Heusenstamm,

-mmungs- und Brandschutzarbeiten, Firma IIG, 45891 Gelsenkirchen,

-rdertechnik/Hubbühnen; Firma Mettenmeyer, 59590 Geseke,

-Parkettarbeiten, Firma Spoma, 39126 Magdeburg,

-Bodenbelagsarbeiten Kautschuk, Firma Biesenrode, 06343 Mansfeld,

-Sanitärtrennwände, Firma Kemmlit, 72144 Dusslingen,

-hnentechnik, Firma W & P, 92637 Weiden,

-hnenbeleuchtung, Firma Zeiler, 84524 Neuöttig,

-Mobiliar, Firma Mauser, 34477 Twistetal-Berndorf,

-Mobiliar, Firma HAY, 80469 München,

-Konzertzimmer, Firma HOAC, 47441 Moers,

-Gebäudeleitsystem, Firma az buchstaben, 37213 Witzenhausen,

-Außenanlagen als Teil der Straßenbauarbeiten für die Biegenstraße,

- Firma EUROVIA, 99441 Umpferstedt,

-Bauendreinigung, Firma Tasale, 34327 Körle.

 

Die Gebäudehülle mit Fassaden und Dach ist inzwischen fertiggestellt. Die ersten öffentlichen Reaktionen auf die Architektur und die Ausstrahlung des neuen Bauwerks auf diesen zentralen Stadtraum fallen äerst positiv aus. Das neue Erwin-Piscator-Haus vereint 6 verschiedene Nutzungsbausteine:
Den Fachdienst 45 (Erwin-Piscator-Haus) der Stadt mit einem erweiterten und wandelbaren Raumangebot sowohl für Großveranstaltungen, Messen, Tagungen und Kongresse als auch für kleinere Events wie Ausstellungen oder Lesungen; das Hessische Landestheater mit einem modernen innerstädtischen Auftritt; den Kulturladen KFZ als neuen Akteur mit vielfach erweiterten Möglichkeiten in zwei Veranstaltungssälen; die Marburg Stadt Land Tourismus GmbH mit einem neuen, gut und barrierefrei erreichbaren Standort; die Martin-Luther-Schule mit einem deutlich erweiterten Raumangebot sowie die Präsenzgastronomie als belebendes Element nach innen wie nach außen. Alle Nutzer/innennnen das vielfältige Raumangebot flexibel in Anspruch nehmen, dafür sorgt die direkte Vernetzung mit dem Fachdienst 45 (Erwin-Piscator-Haus) der Stadt. So wird in enger Zusammenarbeit mit dem Theater und dem KFZ für ein feinabgestimmtes Programm verschiedener Veranstaltungsgenres gesorgt und ein vielseitiges kulturelles Angebot unter einem Dach garantiert. Durch das KFZ erhält auch die jüngere Generation und die Sozio-Kultur Einzug.

Es entsteht ein einzigartiges, lebendiges Zentrum mit einer Programmvielfalt, die viele verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen ansprechen wird dies kann dank einer wandelbaren, perfektionierten Haus- und Veranstaltungstechnik realisiert werden. Ein Angebot aus Theaterproduktionen und Konzerten von Klassik über Jazz und Musical bis hin zu Pop und Rock, Schulbands, Kinderveranstaltungen, Lesungen, Comedy, Vorträgen, Ausstellungen, Märkten und DJ-Events.

Die verschiedenen Nutzungsbausteine repräsentieren eine Vielfalt, die dem Standort zwischen Alter Universität und Elisabethkirche und mitten im weiterentwickelten Universitätscampus  zwischen Mensa, Lahnaue, Auditoriengebäude und neuer Universitätsbibliothek gerecht wird. Mit dieser Investition wird ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung und Strahlkraft der Universitätsstadt Marburg geleistet.

 

Zur 1. Lesung des Haushaltsplans 2015/16 wurden vor dem Hintergrund der Kostensituation und den von der Projektsteuerung eingeschätzten Risiken zusätzliche Mittel von ca. 4,3 Mio. € brutto, also ca. 33,015 Mio. € beantragt, dies entspricht 15 % auf die ursprünglich veranschlagten Baukosten von ca. 28,709 Mio. € brutto. Das Fazit aus dem Projektstandsbericht Nr. 4 bedeutete, dass aufgerundet zusätzliche Mittel von ca. 2,95 Mio. € im 1. Nachtrag zum Finanzhaushalt 2015 bewilligt wurden. Dies entspricht einem Gesamtkostenvolumen von ca. 35,96 Mio. € brutto. Somit waren, bezogen auf das ursprünglich veranschlagte Kostenvolumen von ca. 28,709 Mio. € brutto, ca. 25 % Kostensteigerung zu verzeichnen. Das Fazit aus dem Projektstandsbericht Nr. 5 bedeutet wiederum, dass zusätzliche Mittel von 1,976 Mio. € erforderlich sind.r den 2. Nachtrag zum Finanzhaushalt 2016 sind bereits ca. 2 Mio. € beantragt und in den Entwurf eingestellt worden. Mit dieser Rundung auf ca. 38 Mio. € besteht gegenüber dem von Drees & Sommer dargestellten Real Case eine Reserve von ca. 400 T €.

 

Inwieweit durch sich abzeichnende rechtliche Auseinandersetzungen oder durch Störungen in der Schlussphase des Bauablaufs weitere Kosten auf die Stadt Marburg zukommen, lässt sich nur schwer prognostizieren.

 

Bei der Bewertung der Kostenentwicklung ist zu berücksichtigen, dass durch rechtliche und technische Anforderungen, die sich im Verlauf der Maßnahme ergaben, notwendigerweise Gebäudebestandteile erneuert werden mussten. Dies wird zu reduzierten Betriebs- und Unterhaltungskosten beitragen. Als Beispiel seien die wegen der Betonsanierung zu erneuernde Lüftungsanlage, die Bühnentechnik, die Geothermietechnik und die Sicherheitsfunkanlage genannt. Außerdem ist vor dem Hintergrund der baukonjunkturellen Verhältnisse für den Zeitraum von der Kostenberechnung bis zur Ausschreibung nicht von einem Baupreisindex von 3 %, sondern bei konservativer Annahme von 5 % auszugehen. Berücksichtigt man diese Punkte bei der Kostenentwicklung für das Bauprojekt, ergeben sich Mehrkosten von ca. 13 %. Diese Betrachtung ist bei der jetzt eingetretenen Kostensteigerung von insgesamt ca. 31 % zu berücksichtigen. Näheres ist der Anlage zu entnehmen.

 

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie sich die Kostenentwicklung differenziert nach den verschiedenen Nutzungsbausteinen darstellt:

 

Bezogen auf das ursprüngliche Budget von 24.125 T€ (netto) teilen sich die Kosten (Real Case) auf die einzelnen Nutzungseinheiten wie folgt auf:

 

 

ursprüngliches Budget

 

Mehrkosten

Real Case

Summe Kosten

Real Case

Stadthallenveranstaltungsservice mit

Hessischem Landestheater und

Gastronomie:

16.164 T€

+ 5.021 T€

21.185 T€

Kommunikations- und

Freizeitzentrum e.V. (KFZ):

3.860 T€

+ 1.199 T€

5.059 T€

Marburg Tourismus und

Marketing GmbH (MTM):

2.412 T€

+ 750 T€

3.162 T€

Martin-Luther-Schule (MLS):

 

1.689 T€

+ 524 T€

2.213 T€

Summe (netto)

24.125 T€

+ 7.494 T€

31.619 T€

 

 

 

 

Summe (brutto)

28.709 T€

+ 8.918 T€

37.627 T€

 

Die bauliche Fertigstellung des Erwin-Piscator-Hauses erfolgte im Juni. Die Nutzer zogen bereits im Mai in das Gebäude, die offizielle Einweihung fand am 04. Juni statt.

 

 

Nach dem Förderprogramm der KfW „Energieeffizient Sanieren 218“ wird nach Vorhabensabschluss ein Tilgungszuschuss gemäß dem Programm KfW-Effizienzhaus 100 beantragt (z. Zt. 5% der förderfähigen Kosten).

 

Der Projektstandsbericht des Projektsteuerungsbüros Drees & Sommer mit Informationen zum Kostenstand und zum Zeitplan ist in der Anlage enthalten.

 

Um Kenntnisnahme der Vorlage wird gebeten.

 

 

 

 

 

Dr. Thomas SpiesDr. Franz Kahle

Oberbürgermeisterrgermeister

 

 

Anlage

Projektstandsbericht der Projektsteuerung Drees & Sommer

 

 

Kenntnis genommen und einverstanden:

 

FB 6

FD 65

B

B

A: Anhörung; B: Beteiligung; K: Kenntnisnahme; S: Stellungnahme

 

 

 

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

 

 

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