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Ratsinformation

Vorlage - VO/5074/2016  

Betreff: Antrag der Fraktion Marburger Linke betr. Aberkennung der Ehrungen für den ehemaligen Marburger OB Walter Voß (NSDAP)
Status:öffentlichVorlage-Art:Fraktionsantrag
Verfasser:Sprenger, Lothar
Federführend:09 - Unterstützung kommunaler Gremien Beteiligt:10 - Personal und Organisation
Bearbeiter/-in: Sprenger, Lothar   
Beratungsfolge:
Magistrat Stellungnahme
12.09.2016    Nichtöffentliche Sitzung des Magistrats      
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
13.09.2016 
Öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zurückgestellt   
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
16.09.2016 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

  • Der Walter-Voß-Weg (seit 1958 !) wird umbenannt – vorrangig nach einer Marburgerin/einem Marburger, die/der Widerstand gegen das NS-Regime leistete.

 

  • Walter Voss wird die Verdienstmedaille der Stadt Marburg (1960!) aberkannt.

 

  • Der Hinweis  auf Walter Voss in der Ahnenreihe der Marburger OBs im Rathaus wird kommentiert ( Hinweis auf sein aktives Eintreten für die NS-Diktatur).

 


Begründung:

 

Die von der Marburger Stadtverordnetenversammlung in Auftrag gegebene Studie zu Nationalsozialismus und kommunale Sebstverwaltung schafft dringenden Handlungsbedarf u.a. zur Aufarbeitung des Umgang mit der Person von Walter Voß in der Nachkriegszeit.

 

In der von dem renommierten Historiker Prof. Dr. Eckart Conze betreuten Studie wird die tiefe Verstrickung von Walter Voß als führender Marburger Kommunalpolitiker in das verbrecherische NS-Regime wissenschaftlich nachgewiesen. Voß – Bürgermeister seit '27, NSDAP-Mitglied seit dem 01.05.33 – führte ab April '34 die Amtsgeschäfte als kommissarischer Oberbürgermeister nach der widerrechtlichen Absetzung von Johannes Müller. 'In dieser Stellung war er für die meisten 'Schutzhaftbefehle' gegen Sozialdemokraten und die Inhaftierung von Kommunisten verantwortlich, nachdem er schon '33 als Leiter der Ortspolizeibehörde mit der Verhaftung vieler KPD- und SPD-Mitglieder am Terror des NS-Regimes gegen politische Gegner und der Ausschaltung er Arbeiterparteien aktiv beteiligt war. Außerdem leitete er die NSDAP-Stadtverordneten. 'Während seiner gesamten Zeit als Bürgermeister in der NS-Zeit wird an keiner Stelle oppositionelles Handeln erkennbar. Zudem wurde ihm während des Krieges immer mehr verantwortungsvolle und vertrauenswürdige Posten von Seiten der NSDAP zugewiesen u.a. seine Ernennung zum kommissarischen Oberbürgermeister a. 7.3.44 .Walter Voß hat in seinen Positionen seit 1933 zur Durchsetzung und zum Funktionieren des NS-Regimes einschließlich seiner Verfolgungs- und Gewaltpolitik ' an führender kommunaler Stelle 'beigetragen'. (Zitate aus der Studie vom Mai '15) In seine Amtszeiten fallen sowohl die Deportation Marburger Juden in das KZ Buchenwald nach den Novemprogromen '38 als auch die Deportation Marburger Juden in die Vernichtungslager 1941/42.

 

Es ist dringend erforderlich, dass die frei und demokratisch gewählten Stadtverordneten der Universitätsstadt Marburg in aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen, dass sie es im Unterschied zum Umgang mit Walter Voss in den 50iger Jahren für unerträglich halten, dass ein aktiver und verantwortlicher Förderer und Helfer des verbrecherischen NS-Regimes von der Stadt mit einer Verdienstmedaille geehrt und ein Weg nach ihm benannt wird.

 

 

Henning KösterJan Schalauske

 


 

 

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