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Ratsinformation

Vorlage - VO/7769/2020  

Betreff: Antrag der Fraktion Marburger Linke betr.: Versuchsweise Einführung eines ÖPNV-Nulltarifs an Wochenenden
Status:öffentlichVorlage-Art:Fraktionsantrag
Federführend:09 - Unterstützung kommunaler Gremien Beteiligt:Stadtwerke GmbH
Bearbeiter/-in: Sprenger, Lothar   
Beratungsfolge:
Magistrat Stellungnahme
18.01.2021    Sitzung des Magistrats (nichtöffentlich)      
Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr Vorberatung
19.01.2021 
Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr (öffentlich) geändert beschlossen   
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
29.01.2021 
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg (öffentlich) ungeändert beschlossen     

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadt Marburg wird die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf dem Gebiet der Stadt an Wochenenden versuchsweise für zwei Jahre freistellen.

 

Der Takt für Linien, bei denen durch die erhöhte Nutzung Engpässe zu erwarten sind, und die zu den P+R-Parkplätzen führen, wird erhöht.

 

Die Einführung des Nulltarifs wird von einer Werbekampagne begleitet, die die Erreichung der Einkaufsmöglichkeiten der Stadt, der kulturellen und Freizeitangebote und der Naherholungsgebiete im Stadtgebiet durch einen kostenlosen, umweltfreundlichen ÖPNV mit einem verbesserten Angebot in den Vordergrund stellt.

 

Dieser Versuch wird wissenschaftlich begleitet.

 

Die Stadt wird r diesen Versuch Fördermittel beim Land und beim Bund beantragen.



 


Begründung:

 

Alle Untersuchungen belegen, dass sich im Verkehrsbereich bisher am wenigsten getan hat, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Hier besteht dringend Nachholbedarf. Neben dem Lkw-Verkehr ist es vor allem der Pkw-Verkehr, der ungebremst zur Klimakrise beiträgt. In den Städten - auch in Marburg - sorgt er außerdem für hohe Feinstaub- und Stickoxydwerte.

 

Eine viel diskutierte Idee, um Pkw-Fahrer*innen den Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu ermöglichen und zu erleichtern, ist es den ÖPNV für die Nutzer*innen kostenlos zu machen. In über 100 Städten und Regionen weltweit, davon 29 in Frankreich und seit März 2020 sogar in einem ganzen Land (Luxemburg), gibt es bereits den Nulltarif im ÖPNV. Dazu kommen noch die Städte, in denen der ÖPNV an bestimmten Wochentagen oder auf bestimmten Strecken umsonst fährt.

 

Der Nulltarif hat aber nicht nur umweltpolitische Zielsetzungen. Mobilität hängt auch vom Geldbeutel ab. Viele Menschen können sich nicht mit dem Pkw bewegen, weil sie zu jung, zu alt, behindert oder zu arm sind. Und viele können sich auch den ÖPNV nicht leisten.

D.h., dass der Nulltarif nicht nur zu einer Verringerung des Pkw-Verkehrs beitragen kann, sondern auch vielen Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern würde.

 

Die Erfahrungen zeigen, dass der Nulltarif mehr Menschen zum Umstieg animiert, wenn der ÖPNV gleichzeitig ausgebaut und beschleunigt wird und der Raum für Pkws verringert wird. Sie zeigen auch, dass junge und alte Menschen und Menschen mit geringen Einkommen ihn verstärkt nutzen.

 

Wir schlagen vor, zu testen, welche Auswirkungen ein Nulltarif in Marburg hätte. Hierfür bietet es sich an, an ein oder zwei Wochentagen den ÖPNV für einen längeren Zeitraum kostenlos zu machen. Das Wochenende würde sich anbieten. Dafür sprechen mehrere Gründe:

 

-          der Einnahmeausfall ist begrenzt, da nur die die Einnahmen für Einzelfahrkarten entfallen;

-          es müssen keine zusätzlichen Buskapazitäten aufgebaut werden, weil an Wochenenden der Fuhrpark ohnehin nicht ausgelastet ist;

-          das Nulltarifangebot richtet sich an alle Einwohner*innen und alle Besucher*innen der Stadt;

-          dieses Angebot kann gezielt beworben werden (z.B. Werbung auf allen Bussen: "Am Wochenende fahr ich umsonst" oder "Schwarzfahren am Wochenende erlaubt");

-          das Image Marburgs als klimabewusste Stadt kann durch die Einführung des Nulltarifs (und die Elektrobuslinien) herausgestellt werden. Beides wären Alleinstellungsmerkmale;

-          vor, während und am Ende der Testphase soll das Mobilitätsverhalten der Nutzer*innen und der anderen Verkehrsteilnehmer*innen untersucht werden.

 

 

Stefanie Wittich Henning Köster-Sollwedel Renate Bastian

Tanja Bauder-Wöhr Roland Böhm Miguel Sanchez Arvelo

Jan Schalauske Inge Sturm

 

 



 



 

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