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Ratsinformation

ALLRIS - Vorlage

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Beschlussvorlage - VO/7524/2020

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, folgenden Beschluss zu fassen:

 

Aufgrund der vorläufigen Projekt- und Finanzplanung wird zur Planung und Durchführung des Stadtjubiläums „Marburg800“ im Jahr 2022 ein Gesamtbudget von 1,5 Millionen Euro an städtischen Mitteln für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 zur Verfügung gestellt. In diesem Gesamtvolumen ist der Haushaltsansatz für 2020 bereits enthalten.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Am 16.08.2018 beschloss der Magistrat der Universitätsstadt Marburg den Einstieg in die Planungen zum 800jährigen Jubiläum der Stadt im Jahr 2022. Am 03.12.2018 erging der Magistratsauftrag an Frau Dr. Amend-Wegmann und Dr. Richard Laufner, eine Konzeption für das Stadtjubiläum sowie eine tragfähige Organisationsstruktur zur Planung und Umsetzung des Jubiläums zu entwickeln.

Bis März 2020 wurden in den drei gegründeten Themengruppen „Marburg erinnern“, „Marburg erleben“ sowie „Marburg erfinden, an denen bislang 58 Träger und Institutionen beteiligt sind, eine Vielzahl von Projektideen entwickelt. Hinsichtlich der Planung und Durchführung des Stadtjubiläums wurde beim Fachbereich 7 die Organisationseinheit „Stadtjubiläum“ geschaffen.

Der Einbindung der Politik und der Stadtgesellschaft dienen u. a. der Beirat „Marburg800“ (Magistratsbeschlüsse vom 09.03.2020 und 22.06.2020) und die s. g. „Aufsuchende Beteiligung“, bei der andere städtische Beiräte und andere Bereiche der Stadtgesellschaft (Glaubensgemeinschaften, Wirtschaft etc.) durch das Jubiläumsbüro aufgesucht, über den Planungsstand informiert und deren Anregungen nach Möglichkeit bei der Projektplanung berücksichtigt werden.

Bislang wurden u. a. folgende Projektideen für Großprojekte entwickelt:

1222 Das Dreh-Buch“

zum 13. Jahrhundert von Literaturhistoriker und Romanautor Dr. Christoph Becker, der unter dem Künstlernamen Daniel Twardowski den Bestseller „Die von Marpurg und die Welt Martin Luthers“ geschrieben hat. Im Vorderteil ist das Dreh-Buch ein historischer Roman über das Marburg im 13. Jahrhundert; um die horizontale Achse gedreht, ist es ein Geschichtsbuch über eben diese Zeit. Der international preisgekrönte Illustrator Vitali Konstantinov wird auch „1222“ illustrieren. Gesamtkosten: 25.000, Refinanzierungsquote: ca. 20.000 €

 

Themenweg Marburg800

Wie die mittlerweile sieben anderen Themenwege (Uni, Grimm, Behring, Juden, Blinde, Reformation, Frauen) führt auch dieser achte Themenweg thematisch durch die Altstadt. Schwerpunkt wird das 13. Jahrhundert sein Querverweise auf „1222 Das Dreh-Buch“ sind vorgesehen. Autorin ist die Journalistin Gesa Coordes. Gesamtkosten: 8.000 €

 

Multimediale Darstellung der Stadtgeschichte

Da im Jahr 2022 die Elisabethkirche saniert wird, wäre eine multimediale Darstellung der Baugeschichte der Elisabethkirche sinnvoll. Da im Rahmen von Marburg800 auch eine multimediale Darstellung der Stadtgeschichte im hochdynamischen 13. Jahrhundert geplant wird sowie ein Animationsfilm zur Bau- und Frühgeschichte des Schlosses, wird derzeit überprüft, ob alle drei Themen gemeinsam in Auftrag gegeben werden können. Voraussichtliche Gesamtkosten: 15.000 € (Finanzierung durch Sponsor wird angestrebt)


Jubiläumsgala im EPH zur Eröffnung

Am 28. März 2022 lädt MR800 800 zufällig ausgewählte Marburger Bürgerinnen und Bürger ins Erwin-Piscator-Haus zur Eröffnungs-Gala des Stadtjubiläums: ein Fest der Stadtgesellschaft. Es erwartet sie ein buntes „Unterhaltungs-Programm“ mit prominenten (Ex)-Marburgern aus Kultur, Politik, Sport und Gesellschaft. Voraussichtliche Gesamtkosten: 80.000 € plus Verrechnungskosten EPH: 26.000 €

 

3D-Video-Mapping-Projektion
Mit einem 8-Tages- oder besser 8-Abende-Countdown zum Jubiläumstag 28. März 2022 wird der Jubiläumstag visuell opulent und anspruchsvoll eingeleitet: per 3D-Video-Mapping-Projektion auf das Marburger Rathaus. In dieser Projektion wird auch die Geschichte der Stadt Marburg visuell thematisiert. Gesamtkosten: 65.000 €

 

Tischlein-Deck-Dich“ Geburtstagstafel Statt-Autobahn

Am Pfingstsonntag (5. Juni 2022) soll die Stadtautobahn B3a zwischen Marburg-Süd und Cölbe/Wehrda gesperrt werden. Zwischen Aquamar und Bahnhofsbrücke wird eine Lange Tafel aus 800 Biertischgarnituren aufgebaut für ein gesellig-kreatives Zusammensein. Der „Mehrwert“ besteht in der Verfremdung oder Umwidmung der Schnellstraße für das direkte kommunikative Miteinander, gilt doch die Stadtautobahn als Symbol eines automobilen Zeitgeistes mit seinen ökologischen und separierenden Folgen. Die „Lange Tafel“r Vereine, Firmen, Organisationen, Kirchengemeinden, Nachbarschaften und Privatpersonen wird begleitet von kulturellen Programmpunkten und auf der gegenläufigen Straße von einem Festival für Mobilität und Klimaschutz. Voraussichtliche Gesamtkosten: 95.000€

 

Open-Air-Konzert im Georg-Gassmann-Stadion

Als Standort von Stadion-Open-Airs ist Marburg bisher eher unterbelichtet, sieht man von der MTV-Campus-Invasion ab, die das Kulturamt 2007 zum Elisabeth-Jubiläum nach Marburg holte. Das könnte sich beim Stadtjubiläum ändern – evtl. sogar mehrtägig. Gespräche mit Agenturen als professionelle Partner laufen. Kosten für die Stadt für Verkehrsplanung, Sicherheitskonzept u. ä.: 50.000 €

 

Awarenesskampagne:

Im Rahmen der Themengruppe „Marburg erfinden“ soll die Bevölkerung mittels einer Awarenesskampagne und diversen anderen öffentlichkeitswirksamen Formaten für die Themen von „Marburg erfinden“ (Ökologie, Ökonomie, Stadtplanung, Gesundheit etc.) sensibilisiert und in die Prozesse miteinbezogen werden. Gesamtkosten: 40.000 €

 

Festival der Zukunft

Im Rahmen dieses Festivals soll die vertiefende Auseinandersetzung mit der Zukunft im Vordergrund stehen und den Utopien und Visionen freien Raum gelassen werden. Gesamtkosten: 15.000 €

 

Stadt am Fluss/Zukunftslaboratorien

Die Diskussion zur Neugestaltung einer neuen Marburger Mitte im Bereich Bundesbahn/Main-Weser-Bahn, Philosophischer Fakultät und der Lahn („Stadt am Fluss“) soll mittels Bürger- und Expertenforen auf eine andere Ebene gestellt werden. Dies soll in enger Abstimmung mit der Philipps-Universität Marburg erfolgen. Weitere Themen für die zahlreichen Zukunftslaboratorien werden sein: Zukunft der Arbeit, Gesundheit, Bildung, Digitalisierung etc. Gesamtkosten: 140.000 €

 

Schloss-Aktivitäten in der „Marpurg“

Die Leitung des Museums für Kulturgeschichte im Landgrafenschloss wird zum Stadtjubiläum ein Aktivitäten-Trio präsentieren:

- Ausstellung historische Marburg-Darstellungen der Sammlung Schenck zu Schweinsberg
- Stadtgeschichtlicher Pfad mit Marburg-Exponaten im Museum für Kulturgeschichte

- Geschichte des Marburger Schlosses in Justi-Modellen und 3D-Darstellung. Gesamtkosten: 20.000 €

 

HLTM: Die Stadtschreiberin für Marburg will „erinnern“, „erleben“ und „erfinden“

Die Wiener Autorin Anah Filou, in Marburg profiliert durch zwei Uraufführungen, schreibt für das Hessische Landestheater Marburg ein ureigenes Stück zum Stadtjubiläum und ist damit die erste Marburger Stadtschreiberin. Sie orientiert sich an der MR800-Themen-Trias „Erinnern“, „Erleben“ und „Erfinden“. Schon mit der Spielzeit 2020/21 beginnt ihr Prozess des Schreibens, bei dem sie in der Stadtgesellschaft bei Vereinen und Institutionen recherchiert. Ergebnis soll eine große Open-Air-Produktion im Frühsommer 2022 unter Beteiligung der Marburger Bevölkerung sein. Gesamtkosten: 66.900 €

 

Mobiles Stadtteilprojekt von FotoCommunity und Deutschem Sprachatlas

Die FotoCommunity, fotografische Aktionsgruppe von fast 100 Marburger Fotograf:innen, wird zum Stadtjubiläum die Stadtteile Marburgs auf besondere Weise einbeziehen: In einem speziell ausgestalteten Bus will die Community Fotos sammeln, produzieren und präsentieren.
Dieses visuelle Projekt wird durch ein sozio-linguistisches ergänzt: Der „Deutsche Sprachatlas“, bundesweit einmalige Institution zur Erforschung von deutscher Sprachgeografie und -geschichte, wird Dialekte und Regiolekte der jeweiligen Stadtteile und der Region Oberhessen präsentieren und auch Sprachaufnahmen machen. Übrigens haben laut Sprachatlas-Prof. Jürgen E. Schmidt die Menschen der Region vor 800 Jahren ungefähr so gesprochen wie der ursprüngliche Dialekt in Elnhausen noch heute klingt. Gesamtkosten: 22.000 €

 

VfL Marburg Komposition

Für das Stadtjubiläum soll ein eigens Stück des renommierten Komponisten Otto M. Schwarz (Filmmusik u. a. Apollo 11 Mission to the Moon) komponiert werden. Die Auftragskomposition könnte beispielsweise während der Jubiläumsgala uraufgeführt werden. Dadurch, dass das Stadtjubiläum Marburg800im Untertitel in den gedruckten Noten eines renommierten Musikverlages erscheint, dient das Stück weit über das Stadtjubiläum hinaus als „musikalischer Botschafter“ der Stadt. Gesamtkosten: 4.800 €

 

Spielefest

Insbesondere für Familien soll ein großes Spielefest mit Gesellschafts- und Bewegungsspielen im und vor dem EPH geben. Gesamtkosten: 7.750 €

 

Tagung und Publikation „Skandalgeschichte“

Unter dem Motto „Skandale in Marburg“ wird im Jahr 2021 Marburg-Geschichte als Skandalgeschichte untersucht, organisiert durch das Institut für Hessische Landesgeschichte. Die Tagung beschäftigt sich in 16 Vorträgen mit problematischen, krisenhaften und skandalösen Ereignissen und Entwicklungen im Marburg des 20. Jahrhunderts. Auch hierüber ist eine Buchveröffentlichung zu Jubiläum 2022 geplant. Voraussichtliche Gesamtkosten: 6.200 €

 

Tag der Stadtgeschichte“ der Marburger Schulen

800 Jahre Marburger Stadtgeschichte von Schüler*innen für Schüler*innen heißt es beim Tag der Stadtgeschichte der Marburger Schulen, der im September 2022 in Kooperation von Hessischen Staatsarchiv, Staatlichem Schulamt, Gymnasium Philippinum sowie sonstigen Schulen mit Sek I und Sek II stattfinden soll. Gesamtkosten: 4.000 €

 

Geschichtenladen

Ausgehend von dem Gedanken, dass Geschichte nicht nur die Geschichte der Mächtigen ist, sondern jeder Mensch eine Geschichte besitzt, die wert ist, erzählt zu werden, soll in der Galerie JPG in Weidenhausen der „Marburger Geschichtenladen“ etabliert werden. Hier soll ein Ort entstehen, in dem die Menschen ihr Geschichte „loswerden“nnen, aber sich auch über Marburger Geschichte(n) (künstlerisch) austauschen können. Gesamtkosten: 10.000 €

 

Etat für freie Träger und Beiträge anderer städtischer Fachdienste

Da eine breite Einbindung der Stadtgesellschaft im Rahmen des Stadtjubiläums bezweckt wird und Anträge aus den Bereichen Kultur, Sport, Soziales, Ökologie u.v.m. zu erwarten sind, wurden für den freien Projektetat 200.000 € einkalkuliert. Für Sonderprojekte anderer Fachdienste, die extra für das Jubiläum entwickelt werden, wurde ein Ansatz von 85.000 € einkalkuliert.

 

Die Ausgaben für oben aufgeführte Großprojekte bewegen sich bei 985.650 €. Insgesamt liegen die Ausgaben (unter Einrechnung des Haushaltsansatzes für 2020 und unter Einbeziehung der Sachkosten) nach derzeitiger Schätzung bei 1.660.016,26 € ohne Personalkosten. Mögliche Einnahmen durch Verkauf (z. B. „Dreh-Buch“) oder Sponsoring (signalisiert wurden bereits von Sparkasse Marburg-Biedenkopf und Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen 350.000 €) wurden noch nicht einberechnet, reduzieren aber den Ansatz entsprechend., so dass nach Abzug der 350.000 € Sparkassensponsoring die städtischen Ausgaben bei derzeit 1.310.016,62 €. Allerdings ist es aufgrund des relativ langen Planungsvorlaufs – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher nicht absehbarer Coronaauswirkungen - empfehlenswert, eine Teuerungsrate von 15 % einzuplanen.

 

Vergleiche mit anderen Kommunen und ihren Jubiläumsfeierlichkeiten haben ergeben, dass mit 1,5 Millionen ein realistischer Ausgabenansatz verfolgt wird. Zum Vergleich: Freiburg900 in 2020: 3 Millionen Euro, davon die Häfte Personalkosten, die Stadt Fulda hat für ihr 1275jähriges Jubiläum im Jahr 2019 1 Million Euro ausgegeben. Personal und Regelmittel der beteiligten Fachdienste nicht eingerechnet.

 

Diese Ausgaben rechtfertigen sich wie folgt:

 

Marburg800 wird ein Jubiläum der ganzen Stadtgesellschaft sein. Stadtjubiläen fördern die Erinnerungskultur und wirken identitätsstiftend. Dabei wird Geschichte als Ausdruck pluraler Erinnerungsfelder verstanden. Es bildet sich eine „Vielfalt in der Einheit und eine Einheit in der Vielfalt“. In der Auseinandersetzung mit der Historie der Stadt wird auch Neubürger*innen die Möglichkeit gegeben, die Geschichte der Stadt zu reflektieren und diese als Teil der eigenen Biographie anzunehmen. Darüberhinaus erzeugen Stadtjubiläen Gemeinsamkeiten, in dem Sachkompetenz zusammengeführt und auf ein gemeinsames Ziel hingerabeitet wird. Weiterhin haben sie belebende Effekte für Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel, was insbesondere in der Post-Corona-Periode von Bedeutung sein dürfte. Stadtjubiläen geben aber auch Impulse, sich weiter zu entwickeln und stärken die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Nachhaltige Entwicklungspläne/Startegien können dabei entstehen (bzw. mit bereits bestehenden vernetzt werden) und dabei über das Jubiläum hinauswirken. In nicht wenigen Städten werden die Erfahrungen mit Stadtjubiläen als Grundstein für weitergehende Bewerbungen wie z. B. Bundesgartenschau, Kulturhauptstadt Europas etc. genutzt.

 

 

 

 

 

 

Dr. Thomas Spies

Oberbürgermeister

 

 

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Finanz. Auswirkung

Finanzielle Auswirkungen:

Siehe obige Erläuterungen

 

 

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