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Fuchs

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Frau Susanne Szeder Standort anzeigen
Amt / Bereich
Fachdienst 32 - Gefahrenabwehr und Gewerbe
Frauenbergstraße 35, Zimmer 130
35039 Marburg
Telefon: 06421 201-1469
Telefax: 06421 201-1593
E-Mail: oder

Allgemeine Informationen

Fuchs

Der Fuchs – das Aussehen
Ernährung
Fortpflanzung
Vorkommen
Der Fuchs – eine Gefahr für den Menschen?
Tollwut
Fuchsbandwurm
Fuchsräude
Sicherung der Grundstücke
Sicherung von Haustieren und Geflügel
Abschließend… 

Der Fuchs – das Aussehen

Der Fuchs/Rotfuchs (Vulpes vulpes) gehört zur Familie der Hundeartigen. Der männliche Fuchs wird Rüde, der weibliche Fähe genannt.

Sein Fell ist in der Regel „fuchsrot“; die Bauchseite sowie die Schwanzspitze sind weiß, die Rückseite der Ohren und die Pfoten dunkel gefärbt.

Bei Fähen die Junge haben, ist das Fell im Sommer oft ruppig und dünn, - im Winter ist es durch die langen Grannen wie „bereift“. Die Welpen haben bis zum Alter von 8 Wochen ein graubraunes, wolliges Jugendkleid. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt ca. 60 - 95 cm, die Schulterhöhe 40 cm und der buschige Schwanz ist ca. 30 – 50 cm lang.

Die Schnauze wirkt spitz, die dreieckigen Ohren stehen aufrecht. Je nach Lebensraum werden Füchse zwischen 6 und 10 kg schwer. Durch ihr ausgezeichnetes Seh-, Riech. und Hörvermögen können Füchse als sehr wachsam bezeichnet werden.

Darüber hinaus besitzt der Fuchs ein sehr rasches Reaktionsvermögen und eine sehr gute Lernfähigkeit. Diese Fähigkeiten haben ihm den Ruf des schlauen und listigen Reineke Fuchs eingebracht.

Ernährung

Der Fuchs nutzt ein breites Nahrungsspektrum, bevorzugt aber Mäuse bzw. in der Stadt Ratten. Besonders bei Aufforstungen wirkt er durch die Dezimierung der Mäuse, die erheblichen Schaden an Jungpflanzen hinterlassen, positiv auf die Entwicklung der Wälder ein. Darüber hinaus frisst er Insekten, Schnecken, Würmer, Erdlinge und ggf. auch Vögel, Wildkaninchen oder Feldhasen. Auch Aas, Früchte oder Beeren stehen auf seiner abwechslungsreichen Speisekarte. In Siedlungen bedienen sich Füchse gern an Abfällen – besonders in Großstädten findet er so auf ganz bequeme Art Nahrung.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit, auch Rannzeit genannt, wird durch heiseres Bellen Anfang Januar bis Mitte Februar angekündigt. Nach einer Tragzeit von 50 - 52 Tagen bringt die Fähe dann im Schnitt 3 - 5, bei gutem Nahrungsangebot auch mehr, behaarte Welpen im so genannten Wurfkessel zur Welt. Während der anstrengenden Jungenaufzucht im Mai/Juni wirkt die Fähe oft struppig und der Schwanz zerzaust oder fast kahl. Dieses Aussehen ist normal und bietet keinen Anlass zur Besorgnis.

Die Jungen sind bei der Geburt blind und haben ein Gewicht von 80 - 150g. Nach 12 Tagen können die Welpen schließlich sehen. Im Alter von 4 - 6 Wochen werden sie entwöhnt und sind mit 4 Monaten bereits selbstständig.

Die Geschlechtsreife erreichen Füchse mit etwa 10 -12 Monaten. Im Herbst löst sich der Familienverband weitgehend auf. Nur die weiblichen Jungfüchse bleiben noch einige Monate in der Gemeinschaft bei der Mutter.

Vorkommen

Der Fuchs ist das Raubtier mit der größten Verbreitung auf der Erde.

Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über sämtliche Lebensräume der nördlichen Erdhalbkugel mit gemäßigtem Klima – von der Tundra im Norden bis nach Nordafrika im Süden. In Australien und auf einigen Pazifikinseln wurden Füchse gezielt ausgesetzt um den massiven Kaninchenbeständen entgegen zu wirken. Er gilt als typischer Kulturfolger, da er sich allen Lebensräumen anzupassen vermag.

Am liebsten lebt der Fuchs in deckungs- und waldreichen Gebieten. Dort gräbt er sich einen unterirdischen Bau mit Wohnkessel und Röhrensystem. Wurde ein vorhandener Bau verlassen, wird dieser sofort von einem neuen Fuchs belegt. Der Fuchs ist in der Regel ein dämmerungs- bzw. nachtaktives Tier. Bei geringer Populationsdichte lebt er als Einzelgänger, steigt die Zahl der Tiere, neigt er zum Gruppen leben.

Die wichtigsten Gründe für das häufigere Auftreten des Fuchses in Städten sind das reichhaltige Nahrungsangebot der Wegwerfgesellschaft, fehlender Jagddruck sowie ein gewissen Zutrauen, dass die Tiere zum Menschen dank ihrer schnellen Lernfähigkeit fassen konnten. Da Füchse nach jahrzehntelangen Impfkampagnen auch durch Tollwut nicht mehr dezimiert werden, haben sich die Fuchsbestände erholt und steigen wieder an.

Der Fuchs – eine Gefahr für den Menschen?

Das Fuchsproblem tritt in fast allen Städten und Großstädten Deutschlands auf. Als Kulturfolger haben die Tiere das Stadtleben für sich entdeckt. Füchse sind, wie alle heimischen Wildtiere, nicht aggressiv und greifen Menschen nicht an. Sie haben eine natürliche Scheu, die in einer gewissen Fluchtdistanz deutlich wird. Im Allgemeinen versuchen die Tiere, dem Menschen aus dem Weg zu gehen. Nur halbzahme Füchse, die durch Fütterung an den Menschen gewöhnt wurden und neugierige Jungfüchse, die den Menschen noch nicht kennen, trauen sich dichter an den Menschen heran.

Bei unbeabsichtigten Begegnungen mit einem Fuchs gilt: Ruhe bewahren und dem Tier einen Fluchtweg freilassen. Füchse sind Wildtiere und sollen es auch bleiben! Erst durch Fütterung können sie „halbzahm“ und dann eventuell zu einem „Problem“ werden.

Tollwut

Der Hauptüberträger der Tollwut ist der Fuchs. In Deutschland sind jedoch in den letzten Jahren kaum mehr Fälle der Krankheit registriert worden, da in den 80er Jahren durch Fressköder gegen die Tollwut erfolgreich vorgegangen wurde. Die Gefahr einer Ansteckung ist daher eher unwahrscheinlich. Bei ungewöhnlicher Zutraulichkeit von Füchsen ist trotzdem immer eine gewisse Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall bietet nach einem Biss oder dem Kontakt mit einem auffälligen Tier eine Impfung hundertprozentigen Schutz.

Fuchsbandwurm

Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, ist ebenfalls sehr gering. Trotzdem sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • tote Füchse nicht anfassen

  • Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen

  • Nach Gartenarbeit und Spaziergängen im Wald die Hände gründlich waschen

  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen

Fuchsräude

Erreger der Räude sind Milben. Die Hauptüberträger dieser Krankheit sind Füchse. Allerdings können auch Hunde oder Menschen durch direkten oder indirekten Kontakt (z.B. Haare oder Haarkrusten) infiziert werden. Die Fuchsräude stellt keine ernst zu nehmende Gefahr für Mensch und Tier dar, da es erfolgreiche Therapiemethoden gibt.

Sicherung der Grundstücke

Grundsätzlich ist es schwierig, den Fuchs von Grundstücken fernzuhalten, da die Tiere Mauern und Zäune überklettern oder sich unterhalb der Zäune durchzwängen können. Die beste und effektivste Möglichkeit ist, alle frei verfügbaren Nahrungsquellen (wie z.B. offen liegendes Hunde- oder Katzenfutter, Vogelfutter, Essensreste) zu entfernen sowie Mülltonnen geschlossen und sauber zu halten. Auch Schuhe und andere leicht zu transportierende Gegenstände die dem Fuchs als Spielzeug dienen könnten, sollten zumindest über Nacht weggeräumt werden.

Denkbare Unterschlupfmöglichkeiten können unter der Voraussetzung, dass sich kein Fuchs oder Jungtiere darin befinden, unzugänglich gemacht werden. Wird ein Tier beim Graben eines Baues beobachtet, kann es sofort durch Störung und Schließung der Öffnungen vertrieben werden. Den hervorragenden Geruchssinn der Tiere kann man auch durch den Einsatz von sog. Vergrämungsmitteln – unangenehm riechenden Substanzen – ausnutzen. Auch Lärm, wie zum Beispiel ein Radio sowie laute Stimmen und Rufe können gewisse Erfolge erbringen. Sollte eine Fuchsfamilie bereits im Garten wohnen, müssen während der Jungenaufzucht von März bis Juni Störungen unterlassen werden. Durch das Suchen nach eventuellen Mäusenestern oder anderen Kleintieren in der Erde, die über den Geruch und das Gehör vom Fuchs wahrgenommen werden, sind Gartenbeete manchmal in Gefahr. Neben einer dichten Vegetationsdecke schützen Netze, Drahtumrandungen oder dünne Äste den Boden vor dem Aufwühlen.

Fuchskot (ca. 3 bis 8 cm lang, mit weißer Spitze) im Garten sollte insbesondere im Spielbereich von Kindern entfernt werden. Der Kot gehört nicht auf den Kompost. Um alle eventuellen Infektionswege auszuschließen, sollte er ähnlich dem Hundekot mit einer Plastiktüte aufgenommen und in der Mülltonne entsorgt werden.

Eine Vertreibung von Füchsen durch Fangaktionen ist problematisch. Die Tiere erleiden dabei Angst und Stress. Werden sie anschließend in einer fremden Umgebung ausgesetzt, sind Revierkämpfe mit den dortigen Füchsen die Folge. Außerdem wird das frei gewordene Gebiet schnell durch neue Füchse besetzt.

Sicherung von Haustieren und Geflügel

Füchse stellen für ausgewachsene Katzen keine Gefahr dar. Kleinere Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Geflügel sind am besten nachts in einem geschlossenen Stall oder tags in einem sicheren Gehege im freien geschützt. Dieses Gehege kann aus Maschendraht bestehen, der 30 - 50 cm tief im Boden eingegraben und nach außen gebogen wird. Durch das Biegen nach außen wird das Hochheben des Zaunes beim Graben erschwert, da das Tier mit seinem eigenen Gewicht auf dem Zaun steht. Die Maschengröße sollte kleiner als 3 cm sein, um ein Überklettern zu vermeiden. Wenn das Gehege abgedeckt ist, kann auch kein Fuchs hineinspringen. Sollte dies nicht möglich sein, muss die Zaunhöhe mindestens 2 m betragen.

Abschließend…

… bleibt zu sagen, dass der Fuchs unsere Fauna bereichert. Wir haben die Möglichkeit, unseren Lebensraum mit ihm zu teilen, um ihn zu beobachten und sein Verhalten zu verstehen. Durch umsichtiges Verhalten ist ein Neben- und Miteinander zwischen Tier und Mensch möglich.

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