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Informationen zum beschleunigten Fachkräfteverfahren gemäß § 81a Aufenthaltsgesetz (AufenthG)

Allgemeine Informationen

1. Allgemeines:

Zum 01.03.2020 wurde im Rahmen der Einführung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) das beschleunigten Fachkräfteverfahren geschaffen. Dieses Verfahren soll ein Hilfsmittel zur schnelleren Einreise von Fachkräften sein, wovon letztendlich auch inländische Arbeitgeber profitieren, da sie auf diesem Weg schneller an ausländische, qualifizierte Arbeitskräfte gelangen können.

2. Ablauf des Verfahrens:

Möchte eine Fachkraft beschleunigt in das Bundesgebiet einreisen, so muss sie zunächst den beabsichtigten Arbeitgeber für die Durchführung eines beschleunigten Fachkräfteverfahrens bevollmächtigten.

Der bevollmächtigte Arbeitgeber wiederrum muss anschließend, unter Vorlage dieser Vollmacht und der unten genannten Unterlagen, an die für seine Betriebsstätte örtlich zuständige Ausländerbehörde herantreten und mitteilen, dass er die Durchführung eines beschleunigten Fachkräfteverfahrens anstrebt und hierfür um einen Termin zum Abschluss der erforderlichen Vereinbarung benötigt.  

Die Durchführung eines beschleunigten Fachkräfteverfahrens ist jedoch nur für die folgenden Aufenthaltszwecke möglich:

  • Berufsausbildungsverhältnisse oder berufliche Weiterbildungsmaßnahmen nach
  • 16a AufenthG
  • Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen gem.
  • 16d AufenthG
  • Fachkräfte mit Berufsausbildung nach § 18a AufenthG
  • Fachkräfte mit akademischer Ausbildung nach § 18b AufenthG
  • hochqualifizierte Fachkräfte mit akademischer Ausbildung nach § 18c (3) AufenthG
  • sonstig qualifizierte Beschäftigte (z.B. Forscher (18d AufenthG), leitende Angestellte, Wissenschaftler, Lehrkräfte, IT Spezialisten, Beamte (§ 19 c AufenthG))

Es kann somit nicht für unqualifizierte Arbeitskräfte durchgeführt werden, die im Inland einer Helfertätigkeit nachgehen möchten. Zudem kann seitens der Bundesagentur für Arbeit gem. § 40 AufenthG grds. keine Zustimmung für Leiharbeitnehmer erteilt werden.   

Kommt die Ausländerbehörde nach einer ersten Prüfung zu dem Ergebnis, dass eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber abgeschlossen werden kann, so beginnt das beschleunigte Fachkräfteverfahren mit der Unterzeichnung.

Die Ausländerbehörde leitet im Anschluss umgehend die erforderlichen Schritte ein. Hierunter ist insbesondere die Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit zwecks Erteilung einer Arbeitserlaubnis sowie die Einleitung eines Anerkennungsverfahrens bei der jeweils zuständigen Stelle für die Anerkennung des ausländischen Schul-, Studien- oder Berufsabschlusses zu verstehen.

Beim Vorliegen aller Voraussetzungen stellt die Ausländerbehörde am Ende des Verfahrens eine Vorabzustimmung zur Visumerteilung aus. Mit Aushändigung der Vorabzustimmung an den Arbeitgeber endet das beschleunigte Fachkräfteverfahren und der oder die Fachkraft kann einen beschleunigten Termin zur Visumbeantragung bei der deutschen Auslandsvertretung erhalten, bei der sie später mit allen Unterlagen im Original vorsprechen muss.

Die letztendliche Entscheidung über die Erteilung des Visums trifft die dt. Auslandsvertretung. Insgesamt soll das Verfahren von der Unterzeichnung der Vereinbarung und Abgabe der vollständigen Unterlagen bis zur Visumerteilung nicht länger als 4 Monate dauern.

Sollte das beschleunigte Fachkräfteverfahren erfolglos enden, steht alternativ weiterhin das reguläre Einreiseverfahren und ggfs. das Verfahren zur Erlangung einer Vorabzustimmung der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

3. Voraussetzungen und benötigte Unterlagen:

Zum Abschluss der Vereinbarung:

  • Der Betrieb des Arbeitgebers ist in Marburg ansässig.  
  • Farbkopie des Reisepasses der ausgewählten Fachkraft
  • vollständig ausgefüllte Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis inklusive Zusatzblatt
  • Von der Fachkraft unterzeichnete Vollmacht auf den Arbeitgeber mit der Erlaubnis zur Erteilung einer Untervollmacht (Mustervollmacht kann bei der Ausländerbehörde angefordert werden)
  • Beauftragung eines Firmenmitarbeiters mit der Durchführung des beschleunigten Fachkräfteverfahrens (Vertretungsbefugnis) bzw. Untervollmacht auf den Bevollmächtigten (Musteruntervollmacht kann bei der Ausländerbehörde angefordert werden)
  • Nachweis über eine angemessene Altersversorgung
  • Bescheid der zuständigen Anerkennungsstelle über die Feststellung der Gleichwertigkeit der im Ausland abgeschlossenen Berufsausbildung (sofern vorhanden)
  • Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen über die Vergleichbarkeit des ausländischen Hochschulabschlusses (sofern vorhanden)
  • Bescheid der zuständigen Stelle über die Anerkennung des ausländischen Hochschulabschlusses zwecks Beschäftigung in einem reglementierten Beruf (sofern vorhanden)
  • Berufsausübungserlaubnis bzw. Zusage der Erteilung einer Berufsausübungserlaubnis (sofern vorhanden)
  • Zertifikat über deutsche Sprachkenntnisse (mindestens B1, gegebenenfalls höhere Sprachkenntnisse)

 

Bei erforderlicher Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikation:  

  • Vollständig ausgefüllter und unterschriebener Antrag (der jeweils zuständigen Stelle) auf Durchführung einer Gleichwertigkeitsfeststellung
  • Ausbildungsnachweis in Originalsprache und in deutscher Übersetzung als Kopie
  • lückenlose tabellarische Aufstellung der absolvierten Ausbildungs- und Weiterbildungs- gänge und ausgeübten Erwerbstätigkeiten vom Beginn der maßgeblichen Ausbildung bis heute in deutscher Sprache
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrung in Originalsprache und in deutscher Übersetzung als Kopie
  • sonstige Befähigungsnachweise (soweit vorhanden) in Originalsprache und in deutscher Übersetzung als Kopie
  • von der Fachkraft unterzeichnete Erklärung in deutscher Sprache, dass bisher in der Bundesrepublik Deutschland noch kein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit gestellt wurde
  • Sollte der Name lt. Pass vom Namen auf dem Ausbildungsnachweis abweichen: Nachweis zur Namensänderung in Originalsprache und in deutscher Übersetzung als Kopie

Bei beabsichtigtem Familiennachzug innerhalb von 6 Monaten:

  • Farbkopien der Pässe aller Familienangehörigen

Bei Ehepartnern:

  • Internationale Heiratsurkunde als amtlich beglaubigte Kopie

oder

Original oder amtlich beglaubigte Kopie der von der deutschen Auslandsvertretung legalisierten oder durch die zuständige Behörde mit Apostille versehenen Heiratsurkunde in Originalsprache und in deutscher Übersetzung jeweils als einfache Kopie

  • Sprachzertifikat über mindestens einfache deutsche Sprachkenntnisse (A1)
  • Vollmacht des Ehepartners auf den Arbeitgeber mit der Erlaubnis zur Erteilung einer Untervollmacht

Bei minderjährigen Kindern:

  • Internationale Geburtsurkunde/n als amtlich beglaubigte Kopie/n

      oder

Original/e oder amtlich beglaubigte Kopie/n der von der deutschen Auslandsvertretung

legalisierten oder durch die zuständige Behörde mit Apostille/n versehenen Geburtsurkunde/n in Originalsprache und in deutscher Übersetzung jeweils als einfache Kopie/n

  • Vollmacht der für das Kind/die Kinder Personensorgeberechtigten auf den Arbeitgeber mit der Erlaubnis zur Erteilung einer Untervollmacht

Alle ausländischen Dokumente müssen beglaubigt und durch einen in Deutschland vereidigten Dolmetscher übersetzt werden.

4. Gebühren:

Gem. § 47 Abs. 1, Ziffer 15 Aufenthaltsverordnung entsteht mit Abschluss der Vereinbarung eine Verwaltungsgebühr i. H. v. 411,00 € je Fachkraft. Die Gebühr wird nach Unterzeichnung der Vereinbarung nicht zurückerstattet. Die Gebühr kann vor Ort mittels Kartenzahlung oder per Rechnung beglichen werden.

Im Rahmen des Anerkennungs- und Visumverfahren können zusätzliche Gebühren entstehen. Hierrüber sollten sich Arbeitgeber und Fachkräfte im Vorfeld informieren.

Sonstige Hinweise:

  • Das beschleunigte Fachkräfteverfahren führt nicht in jedem Fall zur Erteilung eines Visums. Sollte das beschleunigte Fachkräfteverfahren nicht zu einem erfolgreichen Abschluss führen, teilt die Ausländerbehörde dies dem Arbeitgeber schriftlich mit.
  • Eine rechtsmittelfähige Entscheidung ist jedoch vom Ausländer durch einen zu stellenden Visumantrag bei der Auslandsvertretung herbeizuführen.
  • Es kann nicht garantiert werden, dass die angesetzten Fristen durch die zuständigen Stellen eingehalten werden können. Pflicht der Ausländerbehörde ist es, an die Einhaltung der Frist zu erinnern. Die Ausländerbehörde kann jedoch die Einhaltung der Frist nicht erzwingen. Über den Sachstand wird der Arbeitgeber regelmäßig von der Ausländerbehörde informiert, sodass Mehrfachanfragen nicht erforderlich sind.
  • Im beschleunigten Fachkräfteverfahren obliegt der Ausländerbehörde die Beratung des Arbeitgebers über die Einreisevoraussetzungen der Fachkraft insgesamt, die Prüfung der ausländerrechtlichen Voraussetzungen sowie - soweit erforderlich - das Betreiben des Anerkennungsverfahrens und das Einholen der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Sollte die zuständige Anerkennungsstelle durch Bescheid feststellen, dass die im Ausland erworbene Berufsqualifikation nicht gleichwertig ist, die Gleichwertigkeit aber durch eine Qualifizierungsmaßnahme erreicht werden kann, kann das Verfahren zum Zwecke von Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen fortgeführt werden. Kann der Abschluss im Bundesgebiet nicht anerkannt und auch nicht durch Qualifizierungsmaßnahmen erreicht werden, ist das beschleunigte Fachkräfteverfahren beendet.
  • Bei weiteren Fragestellungen oder einem konkreten Terminwunsch zum Abschluss
    einer Vereinbarung können Sie sich über unser Funktionspostfach
    fachkraftabh@marburg-stadt.de mit dem Betreff „beschleunigtes Fachkräfteverfahren“ oder telefonisch unter der Rufnummer 06421 / 201-1010 an uns wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Team der Ausländerbehörde
der Universitätsstadt Marburg

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Zusätzliche Informationen zum Seiteninhalt

Infobereich

Infospaltenblock auf- und zuklappenAnsprechpartner/-in

  • Fachdienst 31 - AusländerbehördeStandort anzeigenFrauenbergstraße 35
    35039 Marburg
    Telefon: 06421 201-1010
    Telefax: 06421 201-1837

    Öffnungszeiten:
    Persönliche Vorsprache nur nach telefonischer Vereinbarung!

    Bitte beachten Sie: Ab 25.11.2021 gilt im Fachdienst Ausländerbehörde die 3G-Regel. Das bedeutet, dass Sie nach vorheriger Terminvereinbarung freien Zutritt zum Gebäude nur erhalten, wenn Sie am Eingang nachweisen, dass Sie geimpft oder genesen sind oder einen gültigen negativen Testnachweis vorlegen. Möglich ist ein Antigen-Schnelltest aus einem Testcenter (max. 24 Std. alt) oder ein PCR-Test (max. 48 Std. alt). Für Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren gilt das Schul-Testheft als Nachweis. Ein einfacher Selbsttest reicht nicht aus. Sollten Sie keinen dieser Nachweise vorlegen, werden Sie über das Fenster neben dem Haupteingang oder in einem Raum in der Eingangshalle bedient. In eben diesen Fällen kann es aus organisatorischen Gründen zu längeren Wartezeiten oder einer neuen Terminvergabe kommen.

    Telefonische Erreichbarkeit:
    Montag bis Freitag von 08.00 – 12.00 Uhr

    Allgemeine Fragen und Terminanfragen für das Fallmanagement (Aufenthaltstitel und Duldungen):
    E-Mail: auslaenderbehoerde@marburg-stadt.de

    Terminanfragen für den Service (Verpflichtungserklärungen, Aufenthaltsgestattungen, Abholung von elektronischen Aufenthaltstiteln sowie Adressänderungen):
    E-Mail: terminabh@marburg-stadt.de

    Parkmöglichkeiten:
    Öffentliche Verkehrsmittel: Haltestelle: Stadtbüro: Bus: 1, 2, 4, 6, 13 Parken: Parkplatz: direkt beim Gebäude vorhanden Anzahl: 26 Gebühren: nein Behindertenparkplatz: direkt beim Gebäude vorhanden Anzahl: 2 Gebühren: nein Alle Dienstleistungen können barrierefrei in den Büros im EG angeboten werden.

    Angaben zur Barrierefreiheit:
    eingeschränkt zugängig

    +++ Aktuelle Info +++

    Eine Vorsprache ist generell nur nach Terminvereinbarung und unter strikter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorgaben möglich. Das heißt: Alle Besucher*innen müssen beim Betreten des Gebäudes eine medizinische Gesichtsmaske (FFP2 oder OP-Maske) tragen.

    Hinweise zur Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltstiteln:
    Sie können Anträge auf Erteilung oder Verlängerung Ihres Aufenthaltstitels elektronisch oder schriftlich per Post stellen. Bitte laden Sie sich das Antragsformular auf unserer Homepage (https://www.marburg.de/abh) herunter und senden es ausgefüllt und unterschrieben inkl. einzureichender Unterlagen an auslaenderbehoerde@marburg-stadt.de oder per Post (Frauenbergstraße 35, 35039 Marburg) zurück. Die zuständigen Sachbearbeiter*innen setzen sich dann mit Ihnen in Verbindung (bitte Telefonnummer und E-Mailadresse im Antragsformular angeben).

    Hinweise zur Abholung der elektronischen Aufenthaltstitel:
    -> Elektronische Aufenthaltstitel werden nicht auf dem Postweg versandt! <-
    Das Schreiben, welches Sie von der Bundesdruckerei erhalten, ist nur eine Information über die Online-Funktion Ihres Aufenthaltstitels und wird von der Bundesdruckerei an Sie versandt, bevor Ihr Aufenthaltstitel bei uns eintrifft. Wir werden Sie per E-Mail/Post kontaktieren, wenn der neue Aufenthaltstitel bei uns angeliefert, bearbeitet und zur Abholung bereit ist.

    Allgemeiner Hinweis:
    Der Fachdienst versucht Ihre Anliegen schnellstmöglich zu klären. Alle E-Mails werden bearbeitet. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, dass dies einige Zeit in Anspruch nehmen kann und weitere Anfragen zum Bearbeitungsstand den Arbeitsprozess verlangsamen.


    Das Team der Ausländerbehörde

    ++++++


    Allgemeines

    Die Ausländerbehörde der Universitätsstadt Marburg ist zuständig für die Regelung des Aufenthaltes ausländischer Staatsangehöriger, die in Marburg sowie in deren Stadtteilen wohnen.

    Für ausländische Bürgerinnen und Bürger, die nicht in der Stadt Marburg aber im Landkreis Marburg-Biedenkopf wohnen, ist die Ausländerbehörde des Landkreises Marburg-Biedenkopf (Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg, Tel.: 06421/405-0, auslaenderbehoerde@marburg-biedenkopf.de) zuständig.

    Den Ausländerbehörden obliegt die Ausführung der aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen, insbesondere des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG), des Freizügigkeitsgesetzes/EU (FreizügG/EU) und des Asylgesetzes.

    Die Aufgaben im Besonderen:
    Entscheidung über die Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltstiteln und Ausstellung von Daueraufenthaltsrechten an Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Mitwirkung im Einreiseverfahren (Visum)

    Erstellung / Beglaubigung von Verpflichtungserklärungen nach § 68 AufenthG (Einladungen)

    Integrationskurse – Prüfung der Teilnahmeberechtigung / Teilnahmeverpflichtung

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