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Landgrafenschloss
Früher Burg, dann Schloss, heute Museum: Das Landgrafenschloss ist beliebtes Ausflugsziel. Im Sommer finden im Schlosspark zahlreiche Open-Air-Veranstaltungen statt. Und wer in Marburgs Stadtgeschichte eintauchen will, kann Ausstellungen im Universitätsmuseum besuchen.
© Patricia Grähling, Stadt Marburg
Geschichte hautnah erleben
Das Marburger Landgrafenschloss thront majestätisch über der Stadt und blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Von einer Wehranlage im elften Jahrhundert entwickelte es sich zu einer repräsentativen Residenz und ist heute ein faszinierendes Museum.
Die ältesten Teile der "Marburg" datieren ins späte zehnte oder frühe elfte Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert ließ Landgraf Heinrich I. die bestehende Burg ausbauen, um seinen Anspruch auf das thüringische Erbe zu unterstreichen. Aus dieser Zeit stammen die 1288 geweihte Schlosskapelle und der Fürstensaal, beides Meisterwerke früher gotischer Architektur in Hessen.
Ein besonderes historisches Ereignis fand hier 1529 statt: das Marburger Religionsgespräch, bei dem führende Reformatoren wie Martin Luther, Philipp Melanchthon und Ulrich Zwingli über strittige Punkte ihrer Glaubenslehre diskutierten. Im 16. Jahrhundert erlebte das Schloss unter Landgraf Philipp dem Großmütigen eine weitere Blütezeit als Residenz. In dieser Epoche wurden bedeutende bauliche Erweiterungen vorgenommen, darunter die Errichtung der Rentkammer im Renaissancestil.
Im Laufe der Jahrhunderte diente das Schloss verschiedenen Zwecken: Es war Residenz, Festung, Gefängnis und Staatsarchiv. Heute beherbergt es Teile des Universitätsmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Besucher*innen können wechselnde Ausstellungen erkunden, darunter aktuell "Stadtgeschichte*n", "Von der Burg zum Schloss" und eine Ausstellung zur Mineralogie. Zudem finden regelmäßig Konzerte und Führungen statt, die tiefere Einblicke in die Geschichte und Bedeutung des Schlosses gewähren.
Landgrafenschloss der Zukunft
Sehenswert sind der Fürstensaal, einer der größten profanen Säle der mitteleuropäischen Gotik, und die Schlosskapelle mit ihren mittelalterlichen Fresken. Derzeit befindet sich das Landgrafenschloss in einem spannenden Entwicklungsprozess. Im Rahmen des Projekts "Landgrafenschloss der Zukunft" wurden Konzepte erarbeitet, um das historische Gebäude für zukünftige Generationen zu erhalten und gleichzeitig seine Attraktivität als Kultur- und Erlebnisort zu steigern.
Die Südterrasse und der benachbarte Schlosspark laden zum Verweilen ein. An der Schlossmauer befindet sich einer der schönsten Insta-Spots Marburgs mit einem herausragenden Ausblick.
Konzerte, Theater und mehr
Ein Highlight ist die Schlossparkbühne: Die 1927 von Fritz Budde konzipierte Bühne, ursprünglich für die Marburger Festspiele geschaffen, entstand anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Philipps-Universität. Mit ihrer visionären Raumarchitektur, insbesondere den drei markanten "gotischen" Bögen aus Stahl und Beton, schuf Budde eine neuartige Verbindung von Natur und Bühnenkunst. Sie bietet bis heute eine eindrucksvolle Kulisse für Theateraufführungen, Konzerte und Kino.
Ebenfalls reizvoll sind der der meteorologische Turm, der Rosengarten und das historische Judizierhäuschen im Park. Hier liegt ein kleines Café, das wechselnd öffnet und an ausgewählten Wochenenden in der schönen Jahreszeit mit kleineren Veranstaltungen überrascht.
Führungen und Ausstellungen
Informationen zu Führungen und Sonderführungen gibt es auf der Website von Marburg Stadt und Land Tourismus. Hinweise zu aktuellen Ausstellungen gibt es auf der Homepage der Philipps-Universität Marburg.
Die Daueraustellung im Wilhelmsbau ist zurzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen
