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8. März – Internationaler Frauentag
Der Internationale Frauentag am 8. März erinnert an die Kämpfe der Frauenbewegung für Gleichberechtigung. Auch heute gibt es noch viel zu tun – von der Lohnungleichheit bis zur politischen Teilhabe. In Marburg wird dieser Tag mit verschiedenen Veranstaltungen begangen.
© Melanie Weiershäuer i. A. der Stadt Marburg
Ursprung des Internationalen Frauentages
Der Internationale Frauentag hat seinen Ursprung in den USA, wo er 1909 als Nationaler Frauentag zum ersten Mal gefeiert wurde. Anlass war der Jahrestag von Aufständen der Arbeiterinnen in der Textilindustrie. Im folgenden Jahr wurde auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Idee eines Internationalen Frauentages ins Leben gerufen, maßgeblich angestoßen von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin. Dieser Tag sollte den politischen Kampf für das Frauenwahlrecht und die Gleichberechtigung in der Erwerbsarbeit stärken.
Seit 1975 wird der 8. März offiziell als Internationaler Frauentag begangen, nachdem die Vereinten Nationen das Jahr 1975 zum Internationalen Frauenjahr erklärt hatten.
Warum ist der Frauentag auch heute noch wichtig?
In vielen Regionen der Welt sind Frauen noch immer mit den gleichen Kämpfen konfrontiert wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch in Deutschland gibt es nach wie vor strukturelle Ungleichheiten, trotz der vielen Fortschritte der Frauenbewegung.
Um auf die bestehenden strukturellen Ungleichheiten aufmerksam zu machen und die Kämpfe für Gleichberechtigung weiterzuführen, veranstaltet die Stadt Marburg in Kooperation mit unterschiedlichen Partner*innen jedes Jahr verschiedene Veranstaltungen rund um den 8. März in Marburg.
Keine Gleichberechtigung im 21. Jahrhundert
Ein zentraler Punkt bleibt die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, der sogenannte gender pay gap. Frauen verdienen im Schnitt immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer – für die gleiche Arbeit. Ein weiteres bedeutendes Thema ist die unbezahlte Fürsorgearbeit, die vor allem Frauen übernehmen, etwa bei der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen.
Politische Teilhabe: Frauen in der Politik
Auch in der politischen Teilhabe gibt es Nachholbedarf. Obwohl der Anteil von Frauen in der deutschen Bevölkerung bei rund 50 Prozent liegt, sind nur 30 Prozent der Abgeordneten im 21. Bundestag Frauen, im 20. Hessischen Landtag sogar nur 36,5 Prozent. In Marburg sieht es mit fast 47 Prozent weiblichen Mitgliedern im Stadtparlament deutlich besser aus. Doch auch hier ist noch Luft nach oben.
Frauen sind unterrepräsentiert in Führungspositionen
In der Wirtschaft sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Höhere Positionen in großen und mittelständischen Unternehmen sind überwiegend von Männern besetzt. Geschlechterstereotype spielen dabei eine große Rolle – Männern werden bestimmte Aufgaben oft eher zugetraut als Frauen. Zwar wurde mit der Frauenquote für Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen 2015 ein Schritt in die richtige Richtung getan, doch echte Gleichberechtigung in der Wirtschaft bleibt eine Herausforderung.
Organisationseinheit
| Fachdienst 16 - Referat für Gleichberechtigung, Vielfalt und Antidiskriminierung | |
| Rathaus Markt 1 35037 Marburg Telefon: 06421 201-1377 Telefax: 06421 201-1760 E-Mail: gleichberechtigungsreferat@marburg-stadt.deE-Mail: wir-vielfaltszentrum@marburg-stadt.de | Montag bis Freitag 08:00 – 12:00 Uhr sowie nach Vereinbarung |