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Spiegelslustturm
Der Kaiser-Wilhelm-Turm in Marburg, auch Spiegelslustturm genannt, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Neben einer traumhaften Aussicht auf Marburg und das Lahntal gibt es hier Konzerte, Lesungen und mehr.
© Georg Kronenberg
Ein leuchtendes Wahrzeichen über Marburg
Ein Herz aus Licht, das in der Nacht über Marburg wacht - der Spiegelslustturm ist weit mehr als ein gewöhnlicher Aussichtsturm. Auf dem Gipfel des Ortenbergs gelegen, vereint dieses Wahrzeichen Geschichte, Kunst und Natur zu einem Erlebnis.
Aussicht mit Geschichte
Der 36 Meter hohe Turm, offiziell als Kaiser-Wilhelm-Turm bekannt, lädt Gäste ein, 167 Stufen zu erklimmen und belohnt sie mit einem romantischen Panoramablick über die Universitätsstadt und das Lahntal. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar bis zum Taunus und ins Sauerland.
Café, Lesungen und Ausstellungen
In seinem Erdgeschoss lädt ein gemütliches Café zum Verweilen ein. Hier und auf der Terrasse werden regelmäßig Lesungen, Konzerte und Ausstellungen veranstaltet. Nur wenige Schritte entfernt, im Wald versteckt, empfängt die Waldgaststätte Spiegelslust mit ihrem einladenden Biergarten die Gäste.
Blitzweg: Von der Handelsroute zum Wanderpfad
Der historische Blitzweg, der am Turm vorbeiführt, verbindet die umliegenden Dörfer Bauerbach, Ginseldorf, Ronhausen und Wehrshausen mit dem Marburger Markt. Einst nutzten Händler und Bauern diesen steilen, direkten Pfad, um ihre Waren "blitzschnell" in die Stadt zu bringen. Heute bietet er Wanderern eine reizvolle Route. Naturliebhaber finden auch andere Wanderwege, die nach längeren Fußmärschen zu weiteren Sehenswürdigkeiten auf den Lahnbergen führen, wie dem Universitätscampus mit seinem modernen Marburger Bausystem, dem Neuen Botanischen Garten, dem Bismarckturm sowie der historischen Richtstätte Rabenstein beim Hansenhausviertel.
Geschichte und Bau
Die Geschichte des Turms reicht bis 1828 zurück, als Werner Freiherr von Spiegel zum Desenberg das Gelände zum Ausflugsziel umgestaltete. Daher rührt auch der Name "Spiegelslust". Der heutige Turm, von 1887 bis 1890 nach Plänen des Universitätsarchitekten Manfred Wentzel erbaut, ersetzte einen früheren Bau, der 1876 einem Sturm zum Opfer fiel. Mit seiner massiven Sandsteinkonstruktion und den zinnenbekrönten Aussichtsplattformen erinnert er an mittelalterliche Wehrtürme.
Kunst am Turm
Um 1910 verewigte der bekannte Maler und Grimm-Illustrator Otto Ubbelohde den Ort in einer Federzeichnung mit dem Titel "Auf Spiegelslust". Sie zeigt die Stadtkapelle Marburg im "Spiegel-Tempel", einen beliebten Pavillon, der vor dem Turmbau an dieser Stelle stand. Die Arbeit dokumentiert die kulturelle Bedeutung des Ortes zu Beginn des 20. Jahrhunderts und verbindet ihn mit der romantischen Wahrnehmung der Region.
Seit 2007 ziert das Lichtkunstherz "Siebensiebenzwölfnullsieben" der Künstlerin und Marburger Professorin Helmi Ohlhage den Turm. Die interaktive Installation, die auf Anruf leuchtet, erinnert an das Geburtsjahr der Heiligen Elisabeth. Die Herzform ist vom Portal der Elisabethkirche abgeleitet und wurde während des Marburger Stadtjubiläums sogar zum Andenken in Nudelform.
Kurioses: Der studentische Aberglaube
Kurios bleibt der studentische Aberglaube, dass das Betreten des Turms während des Studiums Unglück bringe - eine hartnäckige Legende, deren Ursprung im Dunkeln liegt.
Mehr Informationen zum Spiegelslustturm, zu Veranstaltungen und den Öffnungszeiten des Turmcafés gibt es unter www.spiegelslustturm.de.
Organisationseinheit
| Fachdienst 41 - Kultur | |
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