„Marburg in Zahlen“, das neue Daten- und Informationsangebot der Universitätsstadt, ist ein neuer Service für alle – und auch in der mobilen Ansicht uneingeschränkt nutzbar. Mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (2.v.r.) zeigen sich auch (von links) Stadtrat Dr. Michael Kopatz, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und Stadträtin Kirsten Dinnebier über das bisherige Ergebnis zufrieden und haben Ideen für die Weiterentwicklung.© Simone Batz, Stadt Marburg
„Es gibt so viele Daten und Statistiken unserer eigenen Verwaltung und anderer Quellen aus Marburg und über Marburg, die für alle interessant sind“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Bislang sind sie verstreut im Internet zu finden – nach gezielter Suche, wenn überhaupt.“ Seit Anfang des Jahres arbeitet die Stadtverwaltung fachdienstübergreifend an einem Dashboard, das solche Daten zusammenfasst und anschaulich präsentiert – für alle online und kostenfrei. Das Ergebnis dieser Arbeit ist „Marburg in Zahlen“ – das bislang umfangreichste städtische Daten-Dashboard dieser Art in ganz Hessen.
„Dass wir Daten und Fakten aus Marburg für alle gut verständlich und öffentlich darstellen, ist natürlich ein nutzer*innenfreundlicher Service für verschiedene Zielgruppen, es schafft noch mehr Transparenz, und der Blick ins Dashboard ist außerdem recht unterhaltsam“, so Spies. „Mich freut das Dashboard aber besonders, weil Daten und Fakten helfen, unsere Stadt, unser Leben und unsere Wirklichkeit zu verstehen. Das ist besonders notwendig in Zeiten, in denen gefühlte Wahrheiten attraktiver erscheinen als die faktenbasierte Realität. Wenn mit Falschmeldungen öffentlich Meinung gemacht wird, kann der Blick auf Daten und Fakten helfen, die verrutschte Wahrnehmung der Welt wieder gerade zu rücken.“
Als Quellen für das Dashboard nutzt „Marburg in Zahlen“ Erhebungen und Bestandsdaten der Stadtverwaltung, der Stadtwerke Marburg (SWMR) und der Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau sowie regionale Daten statistischer Ämter. Zusätzlich sind externe Live-Daten in das Dashboard integriert, zum Beispiel vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Das betrifft insbesondere Daten zu Wetter, Klima und Luftqualität.
Daraus zieht das Dashboard verschiedenste Statistiken – angefangen bei Besuchszahlen in AquaMar oder Stadtbücherei über neue Solaranlagen und ihre Leistung, Feuerwehr-Einsätze, Geburtsstatistiken, Mobilitätskennzahlen, Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung, Schülerzahlen oder Pendelverkehre bis zu Klima und Energie.
Das Daten- und Informationsangebot ist ein kostenfreier Service der Stadt für die unterschiedlichsten Zielgruppen: interessierte Bürger*innen, Politiker*innen, Medien, Unternehmen, Lehrende und Schüler*innen oder Forschende. Bislang finden sich Daten zu Themen in vier Bereichen: Umwelt und Klima, Leben in Marburg, Wirtschaft und Arbeit, Mobilität und Verkehr.
Themen und Schwerpunkte
Die Grafik zeigt eine der interaktiven Kacheln unter dem Bereich „Leben in Marburg“. Die Regler der Zeitstrahlen können verschoben werden. Die Angaben variieren entsprechend der Jahreszahlen.© https://marburginzahlen.marburg.de/leben-in-marburg/bildung-und-teilhabeDiese Bereiche gruppieren sich in Schwerpunkten, wie „Energie und Ressourcen“, „Bildung und Teilhabe“, „Lokale Wirtschaft“ oder „Individualverkehr“. So finden sich beispielsweise unter „Leben und Wohnen“ die Bevölkerungsentwicklung der vergangenen zehn Jahre samt Geburten und Sterbefällen oder Zu- und Fortzügen.
Unter „Mobilität und Verkehr“ sind unter anderem Angaben zur Entwicklung öffentlich zugänglicher E-Ladepunkte im Stadtgebiet und der gesamten bereitstehenden Ladeleistung zu finden. Eine Verlinkung führt von hier zum städtischen Geoportal „Marburg in Karten“, in dem dann auch die Standorte der E-Ladepunkte im Stadtgebiet verzeichnet sind. Verlinkungen gibt es auch von anderen Themen aus – je nach Mehrwert für die Nutzer*innen: So zeigt die Info-Kachel zu den Ausleihen von Mieträdern aktuell einen Trend nach oben. Unter „Mehr Details“ gelangt man per Link direkt zum Verleihsystem.
Unter „Bildung und Teilhabe“ sind unter anderem die Anzahl der Marburger Schulen und Schüler*innen gelistet: So gibt es 23 städtische und elf private Schulen, die insgesamt fast 14.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene besuchen. Dazu gibt es Daten zur Marburger Volkshochschule (vhs) und der Stadtbücherei. Unter „Sicherheit und Ordnung“ wiederum visualisiert ein Diagramm die Feuerwehr-Einsätze, aufgeteilt nach Einsatz-Arten. Ein Zeitstrahl gibt Auskunft über die Zahl der Verkehrsunfälle seit 2015.
Interaktiv und verständlich
Martin Graffenberger (stehend) und Philip Kaufmann haben das neue Daten-Dashboard „Marburg in Zahlen“ federführend umgesetzt und präsentierten den aktuellen Stand nach der Online-Veröffentlichung. Das Dashboard wird schrittweise um weitere Inhalte ergänzt.© Simone Batz, Stadt MarburgWie für den Bereich „Leben in Marburg“ liefert „Marburg in Zahlen“ viele weitere Daten – zum Start sind es rund 45 interaktive Kacheln. Die Daten sind mit Diagrammen, Zeitstrahlen und weiteren optischen Elementen verständlich dargestellt. Wer mehr wissen will, findet kurze Erklär-Texte, Interpretationshilfen und weitergehende Informationen. Die Daten stehen – ganz im Sinne des OpenData-Ansatzes – zur weiteren Nutzung kostenfrei als Download zur Verfügung.
Federführend initiiert wurde „Marburg in Zahlen“ im Rahmen des Smart-City-Prozesses von der Stabsstelle Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Statistik in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Umwelt, Klima- und Naturschutz und Fairer Handel. „Marburg in Zahlen“ soll wachsen und künftig um weitere Inhalte und Kacheln ergänzt werden. Die weitere Koordination liegt bei der Statistik-Stelle der städtischen Wirtschaftsförderung.
Marburg in Zahlen ist zu finden unter https://marburginzahlen.marburg.de.
Kooperation durch Open-Source-Lösung
„Marburg in Zahlen“ basiert auf bestehenden Dashboard-Lösungen der Städte Münster und Aschaffenburg. Es profitierte maßgeblich von deren Open-Source-Ansätzen (Public Money, Public Code) und Kooperationsbereitschaft. Auch steht das städtische Portal anderen Kommunen zur Adaption unter OpenSource-Lizenz bereit. Die Kosten für die Umsetzung von „Marburg in Zahlen“ belaufen sich auf etwa 12.000 Euro (brutto). Die jährlichen Wartungs- und Betriebskosten inklusive Lösungen zur Barrierefreiheit liegen bei etwa 1.500 Euro (brutto).
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