© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg
„Unser Ziel ist es, den aktuellen Anforderungen an eine optimale Lernumgebung besser gerecht zu werden“, sagte Bürgermeisterin und Schuldezernentin Nadine Bernshausen beim Ortstermin an der Sophie-von-Brabant-Schule am Standort in der Willy-Mock-Straße. Steigende Schüler*innenzahlen und erweiterte Schulangebote erfordern mehr Lernräume. „Daneben ist die energetische Sanierung und Energieeffizienz unserer Liegenschaften wichtig, um uns zukunftsfähig zu machen. Die Schulen als Bildungsort stehen hier besonders im Fokus.“
Sophie-von-Brabant-Schule erwartet energetische Sanierung
An der Sophie-von-Brabant-Schule wird das Gebäude C neu konzipiert. Die Geschosse werden zu Einheiten zusammengefasst, die der Pädagogik neue Möglichkeiten bieten. Außerdem werden die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik aktuellen Standards angepasst, unter anderem auch in Bezug auf den Klimaschutz. So werden bis auf den Fußbodenaufbau auf der Bodenplatte alle Hüllflächen des Gebäudes energetisch saniert. Die Wände erhalten beispielsweise eine 20 Zentimeter starke Wärmedämmung und die Fenster eine Dreischeibenverglasung. Auch das Dach wird erneuert. Geheizt wird dieses Bauteil künftig nicht mehr durch die fast 40 Jahre alten Gaskessel, sondern durch eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe.
© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg Um die acht Klassenräume mit Frischluft zu versorgen, werden zwei Lüftungsanlagen mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung im Dachbodenbereich installiert. Das gesamte Gebäude erhält LED-Leuchten. Die Summe dieser Maßnahmen – kombiniert mit der bereits vorhandenen PV-Anlage – führt dazu, dass das Gebäude energetisch dem Standard heutiger Neubauten entspricht. Dadurch wird sich der Energieverbrauch des Gebäudes halbieren. Der Rest des Energiebedarfs (für Strom) wird zu 60 Prozent durch die PV-Anlage vor Ort erzeugt. Die Gesamtkosten für die energetische Sanierung der Sophie-von-Brabant-Schule liegen bei 2,55 Millionen Euro.
Des Weiteren werden die Kabeltrassen über den Schulhof der Sophie-von-Brabant-Schule neu strukturiert, weil die bisherige Trassenführung der Strom- und Datenleitungen zu störanfällig ist. Die Verbindungsleitungen zwischen den Gebäuden werden unterirdisch neu verlegt, Leerrohre und Kabelzugschächte machen Erweiterungen und Anpassungen zukünftig leichter möglich.
Mehr Lernräume an der Richtsberg-Gesamtschule und der Astrid-Lindgren-Schule
Steigende Schüler*innenzahlen und mehr Angebote erfordern auch an der Richtsberg-Gesamtschule (RGS) mehr Platz. Um dem akuten Mehrbedarf an Räumen gerecht zu werden, wird an der RGS ein Miet-Modulbau mit Lernräumen erstellt. Der Bau wird eine Bruttogrundrissfläche von etwa 500 Quadratmeter umfassen. Die Kosten für das Modul betragen bei einer Standzeit von 24 Monaten 402.000 Euro.
© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg Um das Ganztagsangebot an der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) zu unterstützen und weiterzuentwickeln, errichtet die Stadt Marburg zwischen der RGS und der ALS einen Modulbau. Dieser 550 Quadratmeter große Bau der Stadt mit hohen Energiestandards soll den Raumbedarf am Schulstandort dauerhaft decken. Die Kosten belaufen sich auf 1,21 Millionen Euro.
Emil-von-Behring-Schule: Maßnahmen zur Erweiterung der Cafeteria vorbereitet
Der Erweiterungsbau, der für die Emil-von-Behring-Schule vorgesehen ist, grenzt unmittelbar an den Bestand an und bindet das Gebäude A mit ein. Dabei mache die Hanglage das Anlegen einer Bodenplatte etwas kompliziert: „Zunächst stehen Sondierungen seitens des Tiefbaus an, damit wir eine Grundlage für die weitere Planung haben“, sagte Hendrik Schmidt, Fachdienstleiter Hochbau der Stadt Marburg. Auch die Sondierungen sollen noch im Zeitraum der Sommerferien erfolgen. Die Gesamtkosten für die Erweiterung der Cafeteria an der Emil-von-Behring-Schule liegen bei 5,8 Millionen Euro.
Neubau Erich-Kästner-Schule: Abbrucharbeiten starten in den Sommerferien
In den Sommerferien wird der Neubau der Erich-Kästner-Schule vorbereitet und mit den Abbrucharbeiten der Gebäude B und K begonnen. „Die Arbeiten sind schon gut vorangeschritten“, sagte Bauleiter Uwe Fuchs. Der angefallene Schutt soll bis Ende August abgetragen sein. „Sobald wir starten können, wird der Neubau gute zwei Jahre dauern“, so Fuchs. Die Schüler*innen sind schon in ein Ausweichquartier umgezogen – in einen Modulbau auf dem benachbarten Sportareal. Insgesamt 19,73 Millionen Euro investiert die Stadt Marburg in die Abbrucharbeiten und den Neubau an der Erich-Kästner-Schule.
Digitalisierung der Elisabethschule und Kaufmännische Schule schreiten voran
© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg Im Zeitraum der Sommerferien schreiten die Maßnahmen zum Ausbau der Netzwerk-Infrastruktur an verschiedenen Schulen voran, unter anderem an der Elisabethschule (E-Schule) und den Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM). Dort werden die Leitungen überprüft und verlegt beziehungsweise weiter ausgebaut, um auch an diesen Standorten die Voraussetzungen für den Einbau von digitalen Tafeln zu schaffen. Die Mittel zum Ausbau der Netzwerk-Infrastruktur stammen aus dem Digitalpakt von Bund und Land. Die digitalen Tafeln sind ein Schwerpunkt im Medienentwicklungsplan der Stadt Marburg, den die Stadtverordnetenversammlung im November 2021 beschlossen hat. Die digitale Tafel ist kein Ersatz für das analoge Arbeiten, sondern als Ergänzung anzusehen. Sie soll medienpädagogisches Arbeiten und somit die Medienkompetenz der Schüler*innen fördern. Im vergangenen Jahr sind bereits mehrere Schulen mit den neuen digitalen Tafeln ausgestattet worden. Für die Digitalisierung an der E-Schule und der KSM investiert die Universitätsstadt insgesamt 2,19 Millionen Euro.
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