Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies überreicht der Künstlerin Gina Bolle das Zertifikat für ihr erfolgreiches vierwöchiges Arbeitsstipendium an der School of Visual Arts in New York City.© Rebecca Druschel, i. A. d. Stadt Marburg
Das Arbeitsstipendium, initiiert und finanziert von der Stadt Marburg, bot Gina Bolle die Möglichkeit, sich vier Wochen lang frei von finanziellen und beruflichen Verpflichtungen künstlerisch weiterzuentwickeln. Die School of Visual Arts stellte ihr hierfür Holz-, Keramik, Ton- und 3D-Werkstatt, ein eigenes Studio sowie wichtige Kontakte zu Kurator*innen, Kunstkritiker*innen und Galerist*innen zur Verfügung.
Oberbürgermeister Spies würdigte die interdisziplinäre Arbeit der Künstlerin, die mit Installationen, Fotografie und Bildhauerei die visuelle Bildkultur aus gesellschaftlicher und psychologischer Perspektive hinterfragt. Besonders beeindruckte die Jury Bolles Fähigkeit, ihre Arbeiten in den Kontext von Machtstrukturen und der systematischen Unterdrückung – insbesondere von Frauen – zu stellen. OB Spies betonte: „Was uns fasziniert hat, ist die Idee des Austauschs von Erfahrungen und Wissenstransfer, die in ihre Arbeiten durch die Bewegungen zwischen den Kulturen und Menschen eingeschrieben sind.“
Die Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Justus-Liebig-Universität Gießen Diana Kollenda (rechts) sprach im Anshcluss an die Zertifikat-Übergabe mit dem Künstler Volker Schönhals und Gina Bolle über die Themen Kunst und Erinnerung.© Rebecca Druschel, i. A. d. Stadt Marburg
Im Anschluss an die Zertifikatsübergabe betonte Bolle, die ihr Atelier in einer alten Möbelfabrik in Dautphetal betreibt, die Bedeutung von Kunst als Medium kollektiver Erinnerung und Wissensvermittlung. Ihr aktuelles Werk „Gardinenstück“, das während des Stipendiums in New York entstanden ist, wird derzeit am Marburger Rudolphsplatz ausgestellt. Dieses Projekt verbindet Elemente ihrer Heimat Dachau, Marburg und New York und reflektiert die Bewegung und Transformation von Symbolen, Erinnerungen und Traditionen.
Die Veranstaltung zur Zertifikatsübergabe bot Raum für Austausch und Dialog zwischen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Interessierten. Begleitet wurde die Übergabe von einem angeregten Gespräch über Kunst und Erinnerung, bei dem neben Bolle auch die Psychologin Diana Kollenda und der Künstler Volker Schönhals Impulse einbrachten.
Die Stadt Marburg zeigt mit der Unterstützung von Künstler*innen wie Gina Bolle, wie wichtig es ist, Räume für künstlerisches Schaffen zu bieten und zugleich die kulturelle Vielfalt der Stadt zu bereichern. Die Ausstellung am Rudolphsplatz läuft noch bis Montag, 16. Dezember, und lädt dazu ein, Gina Bolles Werk vor Ort zu entdecken.
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