Der erste Bauabschnitt der Liebigstraße kann nach Ostern wieder befahren werden. Hier gibt es nun neues Natursteinpflaster, Parkplätze, mehr Raum für die Gastronomie und künftig auch schattenspendende Bäume.© Patricia Grähling, Stadt Marburg
In drei Abschnitten wird derzeit die Liebigstraße in Marburg Stück für Stück umfassend saniert. Der erste Bauabschnitt ist nun offiziell fertiggestellt und wieder geöffnet: Von der Kreuzung Gutenbergstraße bis in Höhe der Hausnummer 14 sind die teils bis zu 100 Jahre alten Ver- und Entsorgungsleitungen durch die Stadtwerke Marburg ausgetauscht, Fernwärme verlegt, helles Natursteinpflaster verlegt und die Pflanzbeete für Bäume und Sträucher vorbereitet. Das bedeutet: Aus Richtung Gutenbergstraße ist die Liebigstraße ab 7. April wieder befahrbar – als Sackgasse für den Anliegerverkehr. Die Parkplätze für die Anwohner*innen sind freigegeben.
Nun ist die Liebigstraße mittlerweile aus Richtung Haspelstraße gesperrt. Dort wird seit rund vier Wochen am zweiten Bauabschnitt gearbeitet. „Wir haben zeitweise parallel an beiden Abschnitten gearbeitet und die ganze Straße gesperrt. Das war eine höhere Belastung für die Anwohner*innen und die Unternehmen und wir bedanken uns sehr für das Verständnis und die individuellen Lösungen, die wir in dieser Zeit miteinander gefunden haben“, so Baudezernent und Stadtrat Dr. Michael Kopatz. Karsten Dittmar, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, erläutert: „Durch den langen Winter hatten wir eine längere Baustellenpause als geplant. Deswegen mussten wir mit dem zweiten Bauabschnitt anfangen, bevor der erste abgeschlossen war. Wir haben den Unternehmen versprochen, vor dem Weihnachtsgeschäft die Liebigstraße fertig saniert zu haben – daran möchten wir uns halten und deshalb mussten wir Zeit aufholen.“ Auch er dankte für die Kooperation und das Verständnis der Anwohner*innen.
Der zweite Bauabschnitt läuft nun wie der erste Teil ab: Ver- und Entsorgungsleitungen werden ausgetauscht, Hausanschlüsse neu gemacht, die Stadt Marburg sorgt dann für eine grundauf frisch sanierte Straße mit hellem Pflaster, mit Parkplätzen, Sitzbereichen für die Gastronomie und mit Bäumen und anderen Bepflanzungen. Dieser Abschnitt soll bis August abgeschlossen sein. Dann folgt die dritte Bauphase: die Kreuzung Haspelstraße/Liebigstraße, die vor dem Ersten Advent fertiggestellt sein soll.
Ein letzter Arbeitsschritt fehlt dann noch. Kopatz: „Die Bepflanzung der neuen Beete in der gesamten Liebigstraße mit Bäumen und Stauden erfolgt spätestens im Frühjahr 2027. Ich freue mich schon darauf!“
Umleitungen
Für die Hauptverkehrswege zu den Parkhäusern in der Schulstraße und der Wilhelmstraße und für den Einzelhandel gibt es aktuell keine Beeinträchtigungen. Die Liebigstraße bleibt aus Richtung Gutenbergstraße bis zur Hausnummer 14 erreichbar.
Die Umleitung für den Radverkehr führt in beide Richtungen über die Wilhelmstraße, der Autoverkehr wird über die Universitätsstraße umgeleitet. Der Busverkehr ist nicht betroffen.
Hintergrund
Der zweite Bauabschnitt in der Liebigstraße hat bereits begonnen, das bisherige alte Pflaster wurde schon entfernt.© Patricia Grähling, Stadt MarburgDie Stadtwerke erweitern kontinuierlich ihr Fernwärmenetz, um die Versorgung der Marburger*innen sicherzustellen. Zugleich müssen Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser in der Liebigstraße erneuert werden. Weil in diesem Zuge die Straße komplett geöffnet werden muss, arbeiten Stadtwerke und Stadt Marburg bei solchen Projekten Hand in Hand und stimmen sich aufeinander ab: Die Stadtwerke erneuern die Leitung, die Stadt Marburg saniert die Straße. Das ist günstiger für alle Partner, wenn solche Maßnahmen gemeinsam angepackt werden. Insgesamt investieren Stadt und Stadtwerke voraussichtlich rund 3,8 Millionen Euro in das Projekt.
Die Stadt Marburg hat zudem die gesetzliche Verpflichtung, für Abkühlung an Hitzespots in der Stadt zu sorgen und die Menschen damit gerade in Hitzesommern zu schützen. Die bisher mit schwarzem Schlackepflaster versiegelte und ohne Bäume gestaltete Liebigstraße ist ein solcher Ort, der sich im Sommer übermäßig erhitzt und auch in der Nacht mitunter kaum abkühlt. Die Stadtverordnetenversammlung hat daher beschlossen, dass mehr Grünflächen und Freiflächen im öffentlichen Raum entstehen müssen, um die Menschen zu schützen. Ein Beispiel dieser Stadtgestaltung, die sich an den Klimawandel anpasst, ist die Liebigstraße. Es werden 16 Pflanzbeete gebaut, mehr Barrierefreiheit und Platz für die Gastronomie geschaffen bei gleichzeitiger Beibehaltung möglichst vieler Parkplätze. Die Maßnahme wurde im Vorfeld mit den Anwohner*innen abgestimmt.
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