© Patricia Grähling, Stadt Marburg
„Ich freue mich, dass dieses Urban Gardening-Projekt am Fuße des Schlosses nun startet. Die engagierten Anwohner*innen werden sicherlich aus dieser besonderen Fläche ein Kleinod im Herzen der Stadt machen“, so Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies beim Treffen mit dem nachbarschaftlichen Verein „Urban Gardening Oberstadt Marburg“. Der Verein hat sich im Januar gegründet – seither verbringen die Mitglieder viele Stunden auf dem Grundstück, um Büsche zurückzuschneiden, Pläne zu machen und hin und wieder den Blick über die Stadt zu genießen. „Die Johannesgärten und der Verein werden dazu beitragen, das Zusammenleben in der Nachbarschaft zu fördern und die Oberstadt noch lebenswerter zu machen“, sagt Spies.
Die Stadt Marburg hat 2019 den Antrag zur Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ gestellt – damals hatte der Fachdienst Stadtplanung und Denkmalschutz bereits die Idee, ein Gartenprojekt für und mit Oberstadtbewohner*innen zu gestalten. „Damit wollen wir Grün- und Aufenthaltsflächen in der Oberstadt ausbauen“, berichtet Bernd Kintscher vom Fachdienst. An der Idee beteiligten sich mehrere Oberstadtbewohner*innen sowie die Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannes Evangelist, die diese Gartenfläche hinter dem Pfarrhaus in der Ritterstraße für das Projekt zur Verfügung stellt.
Die Initiative „Urban Gardening“ entwickelte sich dann 2022 – ebenso wie der Verein „Urban Gardening Oberstadt Marburg“ 2023 – aus dem Altstadtfonds. „Urban Gardening - also mitten in der Stadt gemeinsam zu gärtnern, einen grünen Aufenthalts- und Erholungsort zu schaffen und so Begegnung zu ermöglichen, begeistert viele Oberstadtbewohner*innen“, berichtet Kim Siekmann, Vorstandsvorsitzende des jungen Vereins. „Mit diesem Projekt ist ein Ort geschaffen worden, der nicht nur zur öffentlichen, sondern auch zur sozialen Infrastruktur beiträgt. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Bewohner*innen der Oberstadt Interesse am Gärtnern zeigen und mitmachen“, sagt Oberstadtmanagerin Nadine Kümmel.
„In den Johannesgärten wird bald, nach einigen Jahren der Verwilderung, wieder eigenes Obst und Gemüse angebaut. Es wird ein Ort geschaffen, der Gemeinschaft und gutes Miteinander in unserer Nachbarschaft fördert“, so Heidrun Schwabe, die an diesem Projekt für die Kirchengemeinde St. Johannes Evangelist beteiligt ist. „Hier wird ein Platz geschaffen, an dem außerdem ruhige Ecken dazu einladen, die Seele baumeln zu lassen“, ergänzt Gemeindereferentin Jennifer Posse.
Die ersten Arbeiten hat die Urban Gardening-Gruppe bereits erledigt und dabei Schneeglöckchen, Narzissen, Schwertlilien, alte Obstbaumbestände sowie eine alte, verwunschene Treppe freigelegt. Die Fördermittel werden genutzt, um den Garten erstmal wieder nutzbar zu machen. „Wir sind schon gespannt auf Spalierobst, Kräuterschnecken sowie Hochbeete und freuen uns über einen Kaffee zwischen blühenden Blumen und Sträuchern im Schatten des Schlosses hoch über den Dächern der Oberstadt“, erzählt Kim Siekmann. Durch die Kooperation zwischen Stadt, Kirche und Bürger*innen ist ein vereinendes Projekt entstanden, das auf einer Kultur des Teilens basiert.
Personen, die gut erhaltene Gartengeräte im Sinne der Nachhaltigkeit kostenfrei abzugeben oder Interesse daran haben beim Urban Gardening in der Oberstadt mitzuwirken, können sich für weiterführende Informationen an Oberstadtmanagerin Nadine Kümmel (06421) 201-2010, oberstadt@marburg-stadt.de, wenden.