Die Ausweisung des Schutzgebietes Soldatengraben und Schülerhecke ist nun offiziell (v.l.): Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Dr. Franziska Seer (Untere Naturschutzbehörde), Ockershausens Ortsvorsteher Ludwig Schneider, Barbara Zimmermann, Marlene Hölzer und Linus Wegmann (beide Untere Naturschutzbehörde) sowie Dr. Fred Schelp (Fachdienstleiter Umwelt-, Klima- und Naturschutz sowie Fairer Handel) freuen sich über die Bestätigung.© Sebastian Reichel, i.A.d. Stadt Marburg
Das Gebiet „Soldatengraben und Schülerhecke“ ist rund 58 Hektar groß. „Der Schutzstatus soll die artenreiche Kulturlandschaft bewahren und die natürlichen Lebensräume sichern. Wir sind sehr froh darüber, dass wir diesen Schutzstatus jetzt weitgehend einvernehmlich erreichen konnten“, berichtet Bürgermeisterin Nadine Bernshausen.
Gemeinsam mit Ockershausens Ortsvorsteher Ludwig Schneider, dem städtischen Fachdienstleiter Naturschutz Dr. Fred Schelp sowie und den Mitarbeiter*innen der Unteren Naturschutzbehörde Dr. Franziska Seer, Marlene Hölzer, Linus Wegman und Barbara Zimmermann, konnte Bernshausen freudig feststellen, dass alle Vorschläge des Gutachtens angenommen wurden und der Bereich nun „Geschützte Landschaft“ ist.
„Zwischendurch ist das Projekt zwar mal ins Stocken geraten – über 30 Jahre ist schon eine sehr lange Zeit! Es kamen in dieser Zeitspanne natürlich immer wieder neue Fragen zu diesem Projekt auf - aber jetzt ist ein sehr gutes Ergebnis herausgekommen “, so Bernshausen.
Ortsvorsteher Ludwig Schneider, der mit dem Ortsbeirat das Projekt von Beginn an begleitete, zeigt sich ebenfalls erfreut: „Besonders schön ist es, dass alle ins Boot geholt wurden und überzeugt sind. Sowohl die Verantwortlichen der Stadt, der NABU, die Landwirte oder auch die Jagdpächter.“
Außergewöhnliche Vielfalt
Die Landschaft rund um Soldatengraben und Schülerhecke zeichnet sich durch eine jahrzehntelange Entwicklung aus und ist von einer bemerkenswerten Vielfalt geprägt. Mit ihren kleinen Flurparzellen, steilen Hanglagen und Plateauflächen bietet das Gebiet zahlreiche Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Besonders die Kombination aus extensiven Wiesen, alten Streuobstbeständen, Hecken und Feldgehölzen sorgt für ein einzigartiges Mosaik aus verschiedenen Biotopen.
Die Region ist Heimat zahlreicher Tierarten, wie etwa der Zauneidechse und der Schlingnatter, die auf den sonnenexponierten Hängen ideale Lebensbedingungen finden. Bruthöhlen, Fledermausquartiere und eine reiche Flora sind Indikatoren für die ökologische Bedeutung dieses Gebiets.
Bedeutung und Nutzung des Schutzgebiets
Es wurden Maßnahmen und Vorgaben erarbeitet, die sicherstellen, dass die landwirtschaftliche Nutzung und Jagd weitgehend unberührt bleiben. Es werden keine bindenden Vorgaben zur Bewirtschaftung gemacht; stattdessen sollen Veränderungen auf freiwilliger Basis und durch gezielte Fördermittel im Rahmen des Vertragsnaturschutzes umgesetzt werden. Ziel ist es, die negativen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte rückgängig zu machen und die ökologische Qualität des Gebiets zu verbessern.
Die Ausweisung des Gebiets als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch der Naherholung der Bürger*innen. Spaziergänge und Naturführungen sind ausdrücklich erwünscht und sollen ein intensives Erleben der Landschaft ermöglichen. Jedoch wurden bestimmte Vorkehrungen getroffen, um die Natur zu schützen. Besonders die zunehmende Verschmutzung durch Hundekot und das Hetzen von Wildtieren durch Hunde stellen eine Herausforderung dar. Daher gilt im gesamten Schutzgebiet ganzjährig Leinenpflicht für Hunde.
In den kommenden Tagen werden sowohl entsprechende grüne Dreiecksschilder „Geschützter Landschaftsbestandteil“ aufgestellt als auch Hinweisschilder auf die Leinenpflicht.
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