Gemeinsam unterwegs für mehr Fahrgemeinschaften: Die Stadt Marburg geht mit der Mitfahr-App goFlux an den Start. Unter dem Namen goMR werben die Stadt und viele weitere Akteur*innen und große Arbeitgeber dafür, dass möglichst viele Menschen aus dem gesamten Landkreis gemeinsam in ein Auto steigen. Die App ist ab sofort kostenlos erhältlich.© Patricia Grähling, Stadt Marburg
Mit goMR können Pendler*innen und Bürger*innen unkompliziert Fahrgemeinschaften bilden – unabhängig davon, ob sie denselben Arbeitgeber haben oder sich bislang nicht kannten. Aber auch, wer abends ins Theater möchte oder eine Mitfahrgelegenheit zum Einkaufen benötigt, kann mit der goFLUX-App Fahrgemeinschaften suchen oder anbieten. Die App bringt Menschen mit ähnlichen Routen zusammen, reduziert so Verkehr und Emissionen und schont zugleich den Geldbeutel.
„Wir wollen, dass klimafreundliche Mobilität im Alltag einfach funktioniert. Jede Fahrt, die wir gemeinsam antreten, spart CO₂, reduziert den Verkehr und stärkt das Miteinander. Mit der Mitfahr-App für Marburg und die ganze Region machen wir einen weiteren Schritt hin zu einer nachhaltigen und vernetzten Mobilität in Marburg und im Landkreis“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bei der Vorstellung der App.
Eine App – viele Vorteile
Die goFLUX-App ermöglicht es Nutzer*innen, unkompliziert Fahrgemeinschaften zu bilden: Fahrende können ihre Strecken in der App eintragen, Mitfahrende passende Angebote finden. Der Download und die Registrierung in der goFLUX-App sind kostenfrei, die Bereitstellung der App für Marburg-Biedenkopf wird von der Stadt Marburg finanziert.
Für Mitfahrten können für die Mitfahrer*innen bis zu drei Euro pro Fahrt als Kostenteilung vereinbart werden – Fahrer*innen können aber auch komplett auf einen Kostenanteil verzichten. Als besonderes Angebot gibt es zum Beginn der goFLUX-App in Marburg zudem ein Startbudget, über das die ersten 1.000 Fahrten finanziert werden – und die somit für die Nutzer*innen kostenfrei sind. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, die goFLUX-App möglichst zeitnah zu nutzen. Denn: „Wichtig ist, dass gleich zu Beginn viele Nutzer*innen Fahrten eintragen und auch suchen, damit sich passende Fahrgemeinschaften schnell finden – so kann die App ein nachhaltiger Erfolg werden“, sagte der OB und ergänzte: „Wir stellen dieses Angebot gerne bereit. Nun müssen die Menschen es mit Leben und Fahrten füllen.“
Ziel ist es, die aktuelle Pkw-Besetzung von nur 1,3 Personen pro Fahrt deutlich zu steigern. So sollen Emissionen gesenkt, Straßen in Stadt und Region entlastet und zugleich Kosten für Pendler*innen reduziert werden.
„Der tägliche Stau ist kein Naturgesetz. Fahrgemeinschaften bieten eine konkrete Lösung – gerade in Regionen wie Marburg, wo viele Menschen zu ähnlichen Zeiten unterwegs sind. Wenn wir gemeinsam fahren, senken wir Emissionen, sparen Kosten und stärken den sozialen Zusammenhalt. Mit goMR machen wir nachhaltige Mobilität alltagstauglich“, sagt Wolfram Uerlich, co-Gründer von goFlux Mobility.
Breite Unterstützung in Stadt und Region
Finanziert wird das Projekt von der Universitätsstadt Marburg. Damit sich die App unter dem Kampagnentitel goMR erfolgreich etabliert, werben zahlreiche Institutionen aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit für das Angebot. Unterstützt wird die Kampagne etwa vom Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Industrie- und Handelskammer sowie dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).
„Im Landkreis werden 26 Prozent der Treibhausgase durch Verkehr erzeugt. Hier gibt es also ein großes Potential, Treibhausgase auch durch Fahrgemeinschaften zu reduzieren“, sagt Ralf Laumer, Leiter der Stabsstelle Büro des Landrats und zuständig unter anderem für Klimaschutz. „Wir kommunizieren diese App gerne in die Kreis-Kommunen hinein – und auch als Arbeitgeberin in unsere Kreisverwaltung.“
Jan Steinhaus, infrastrukturelle Dienste beim Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) am Standort Gießen ergänzt: „Durch gemeinsame Fahrten können unsere Beschäftigten Geld sparen und zugleich Gutes für die Umwelt tun. Und es hilft auch uns, die immer knappen Parkmöglichkeiten direkt am Standort besser zu nutzen.“
„goMR ist ein wichtiger Schritt Richtung nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität und ein Beispiel für eines der Projekte in MoVe35, die alle mitgetragen haben und die nun auch umgesetzt werden sollen“, so Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg. Wenn die App erfolgreich sei, werde der städtische Verkehr entlastet – und es sei umweltfreundlich und wirtschaftlich sinnvoll. „Wir als IHK werden die App und den Gedanken der Fahrgemeinschaften daher gerne in die Unternehmen hineintragen.“
Technischer Partner von goMR ist die goFLUX Mobility GmbH aus Köln, die die App bereits in anderen Regionen und Städten wie Bonn, Ingolstadt und Hamburg erfolgreich umgesetzt hat. Die App fördert die Bildung von Fahrgemeinschaften unter Pendler*innen und bietet eine nachhaltige Alternative zum Individualverkehr. Dabei ist die App DSGVO-konform, die Daten sind auf einem Server in Hessen gespeichert – und den Fahrer*innen werden keine privaten Adressen der Mitfahrer*innen angezeigt. Stattdessen schlägt die App Treffpunkte vor.
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