Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zeichnet Karin Eisenack im Namen des Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus.© Sebastian Reichel i.A.d. Stadt Marburg
„Wir würdigen Ihr jahrzehntelanges, unermüdliches und beispielgebendes Wirken“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Er übergab Karin Eisenack ihre Auszeichnung: das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Bereits 2009 hatte sie für ihr ehrenamtliches Engagement den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten. „Karin Eisenack setzt sich auf vielfältige Art für die gute Sache ein, die für sie wichtig ist. Dies macht sie stets in einer stillen und freundlichen Weise, ohne dabei im Rampenlicht stehen zu wollen“, so OB Spies.
Vor allem nach ihrem Renteneintritt im Jahr 2003 konzentrierte sich die Geehrte auf ihr Engagement. Die gebürtig aus Krefeld stammende Karin Eisenack war ab 1967 im Humanlabor der Marburger Frauenklinik tätig. Zuvor hatte sie nach ihrer Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin (MTA) in der Frauenklinik Moabit gearbeitet.
Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand war Karin Eisenack von 2005 bis 2014 Schöffin am Landgericht Marburg. Zudem engagierte sie sich unter anderem kommunalpolitisch als sachkundige Marburgerin in mehreren Gremien. Zwischen 2006 und 2011 wirkte sie im Seniorenbeirat mit. Von 2011 bis 2016 gehörte sie dem Forensikbeirat der Stadt Marburg an. Mitglied in der Gleichstellungskommission der Stadt Marburg war sie von 2016 bis 2021.
Daneben war sie engagiert als Mitglied der Marburger FDP. Als sie im Jahr 1973 in den Ortsverband eintrat, übernahm sie die Aufgabe als Beisitzerin im Orts- sowie im Kreisverband Marburg. Sie hat sich in vielen Arbeitskreisen engagiert, unter anderem im Landesfachausschuss Gesundheit sowie bei den Liberalen Frauen.
Schwerpunkt im sozialen Bereich
Über einen Zeitraum von 20 Jahren engagierte sich Karin Eisenack bis 2019 als Patient*innen-Fürsprecherin in der Vitos Klinik Gießen-Marburg am Standort Marburg. Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt alle Formen psychischer Störungen im Erwachsenenalter. „Der Fokus auf den Patientenwillen ist eine wichtige Errungenschaft. Als Fürsprecher*in hat man hierbei eine besondere Aufgabe. Die Anliegen der Patienten gilt es ernst zu nehmen, um Vertrauen entgegenzubringen. Dies kann auch zu einer Belastung werden“, erklärt Oberbürgermeister Spies.
Zu den Aufgaben Karin Eisenacks zählte nicht nur, ein offenes Ohr für jegliche Fragen der Patient*innen zu haben. Sie nahm auch an den regelmäßig stattfindenden Patient*innen-Versammlungen teil. Das Wohl der Patient*innen stand für sie immer an erster Stelle. Sie nahm jedes Problem ernst und stand im regelmäßigen Austausch mit den Mitarbeiter*innen der Stationen und der Einrichtungsleitung.
Sie engagierte sich ebenso in der gesamten Einrichtung. Ihr Ziel war es, den Patient*innen sowohl bei Problemen zu helfen als auch mögliche Probleme bereits vor der Entstehung aufzulösen. Sie bildete sie sich regelmäßig weiter, um die Patient*innen noch besser zu verstehen. Daneben war sie Heim-Fürsprecherin der begleitenden psychiatrischen Dienste.
Als Anwohnerin des Stadtteiles Richtsberg engagiert sich Karin Eisenack auch in Vereinen vor Ort. Seit mittlerweile 15 Jahren ist sie Mitglied im Verein „Lebenswerter Stadtteil Richtsberg“. Die mittlerweile 80-Jährige packt dort an, wo sie gebraucht wird, und ist immer zu Stelle, wenn eine helfende Hand benötigt wird.
In der Zeit von 2004 bis 2008 war sie außerdem Mitglied im „Verein Bewohnernetzwerk für soziale Fragen“ – zunächst als Kassenprüferin und dann als Beisitzerin im Vorstand. Das Wohl und das Funktionieren des gesamten Vereins waren ihr am wichtigsten. Sie setzte sich unter anderem damit auseinander, welchen Nutzen ihre Arbeit hatte, und wie sichergestellt werden konnte, dass die Aufgaben einen pädagogisch wertvollen Sinn haben.
Erika Lotz-Halilovic, Ortsvorsteherin des Richtsbergs, bezeichnete die Geehrte als einen Segen für den Stadtteil: „Sie war die erste, die mich bei meinem Umzug in den Stadtteil damals begrüßt hat und es ist schnell eine Freundschaft entstanden. Es zeigt sich bis heute, dass Karins Steckenpferd war und ist, Menschen willkommen zu heißen und mitzunehmen. Wir hoffen, dass du dies auch weiterhin für unseren Richtsberg aktiv machst.“
Nach verschiedenen weiteren Grußworten bedankte sich Karin Eisenack: „Jetzt ist es aber genug der Lobhudelei. Vieles wusste ich ja selbst nicht, wo ich überall aktiv war. Besonders danke ich daher dem Oberbürgermeister für die Fortbildung über meine Tätigkeiten“, so Eisenack augenzwinkernd. Sie sei stets von Menschen umgeben, die ihr auch etwas gegeben haben. „Ohne euch wäre mein Marburg und mein Richtsberg nicht so lebenswert.“
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