© Patricia Grähling, Stadt Marburg
„Die Feuerwehr greift ein, wenn es eng wird. Und es hat seit über 100 Jahren Tradition, dass die Menschen im Ort sich zusammentun und um den Schutz ihrer Nachbar*innen kümmern“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Früher hätten die Bürger*innen selbst zusammengelegt, um eine Wasserspritze zu kaufen. Heute sei es selbstverständlich Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass die Feuerwehrkamerad*innen gut ausgestattet sind. Es sei aber nicht selbstverständlich, dass sich Bürger*innen in ihrer Freizeit auch der Aufgabe des Brandschutzes annehmen. „Zur Fahrzeugübergabe sind heute viele Moischter*innen dabei. Das zeigt, welche Verankerung die Feuerwehr im Ort hat – und wie groß der Rückhalt für die Arbeit und das Engagement ist“, so Spies. Er wünschte den Kamerad*innen, dass sie immer heil mit dem neuen MLF von ihren Einsätzen heimkehren. Und er übergab den Schlüssel für das Fahrzeug symbolisch an die Moischterin Imke Müller-Sajak. Denn: „Das neue Fahrzeug ist für die Bürger*innen.“
Das neue MLF ist aus der zentralen Landesbeschaffung. Laut Andreas Kuhl, der für die Leitung der Marburger Feuerwehr bei der Übergabe dabei war, sei es gut ausgestattet und vielseitig einsetzbar. „Danke an alle, die bei der Auswahl und der Planung unterstützt haben, damit dieses Fahrzeug nun so hier stehen und in den Einsatz gehen kann. Es wird den Feuerwehrleuten und den Bürger*innen gute Dienste leisten“, sagte Kuhl.
„Mit dem neuen Löschfahrzeug ist unsere Feuerwehr viel besser ausgestattet und uns Moischter*innen bringt es noch mehr Sicherheit“, bedankte sich Ortsvorsteherin Margarethe Hokamp. Sie bedankte sich bei den Feuerwehrleuten für deren Einsatz und appellierte an die Gäste: „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, was unsere Feuerwehrleute leisten.“
© Patricia Grähling, Stadt MarburgWehrführer Marc Prause erklärte den Besucher*innen beim Fest zur Fahrzeugübergabe, dass ein Feuerwehrauto in der Regel etwa 25 Jahre im Dienst sei. „Unser bisheriges Fahrzeug würde technisch auch noch zehn Jahre halten“, sagte er. Dennoch sei es wichtig und richtig, dass das neue MLF nun da sei – mit neuer technischer Ausstattung für die heutigen Herausforderungen der Feuerwehren. „Aber gerade deswegen freut es uns, dass unser bisheriges Fahrzeug nicht in den Ruhestand muss, sondern in unserer neuen Partnerstadt Moshi in Tansania wirklich gute Dienste leisten kann“, so Prause. Im Container solle das Fahrzeug in den nächsten Monaten seine Reise nach Afrika antreten – begleitet vom bereits ausgetauschten Fahrzeug aus Schröck.
Altes Feuerwehrauto wird 250.000 Menschen in Moshi schützen
Für Prause ist klar, dass eine besonders enge Partnerschaft zwischen Moischt und Moshi sich schon vom Namen her anbiete: „Da müssen wir nicht viele Buchstaben auf dem Fahrzeug austauschen“, freute er sich. Und erklärte ernster, dass die Feuerwehr Moshi mit einer Feuerwache in einem Radius von 100 Kilometern für den Schutz von rund 1,8 Millionen Menschen zuständig sei. OB Spies ergänzte, dass Moshi für diese Aufgabe bislang drei Fahrzeuge zur Verfügung habe – darunter lediglich ein Feuerwehrauto, das allerdings mittlerweile kaputt ist. Bei einem großen Brand in Moshi im vergangenen Jahr konnte daher niemand helfen und das Feuer löschen. „Toll, dass wir nun mit zwei Fahrzeugen unterstützen können und auch noch Ausrüstung mitschicken werden“, sagte Spies. Darüber hinaus waren in den vergangenen Wochen Vertreter*innen der Rettungsdienste aus Moshi in Marburg, um hier bei Übungen voneinander zu lernen. Aktuell sind Feuerwehrleute aus Marburg in Moshi, um dort beim Aufbau eines Rettungssystems zu unterstützen.
Immer gut informiert: Melden Sie sich für den Newsletter der Universitätsstadt Marburg an und erhalten Sie regelmäßig alle wichtigen Infos aus Rathaus und Stadtleben direkt in Ihr E-Mail-Postfach.
Jetzt zum Newsletter anmelden!