Stadträtin Kirsten Dinnebier stellte die besondere Rolle des Pflegebüros im Gespräch mit Dr. Heinrich Grebe vom Fachdienst Altenplanung heraus.© Sebastian Reichel, i. A. d. Stadt Marburg
„Pflege braucht Beratung“ – so lautet das Motto des städtischen Pflegebüros, das mittlerweile seit 25 Jahren besteht. Es unterstützt die Suche nach passenden Hilfen bei Alter, Krankheit und Behinderung. Zudem werden Fragen zu Anträgen und Finanzierungsmöglichkeiten beantwortet. Weiterer Schwerpunkt ist die Wohnberatung. „Wer pflegebedürftig ist oder selbst pflegt und Rat sucht, ist beim Pflegebüro genau richtig“, fasste Stadträtin Kirsten Dinnebier zusammen.
Das 25-jährige Bestehen wurde im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP) gefeiert – mit Kooperationspartner*innen aus Stadtverwaltung, lokalen Pflegeeinrichtungen und dem örtlichen Sozial- und Gesundheitswesen sowie Vertreter*innen politischer Gremien.
Dr. Heinrich Grebe vom Fachdienst Altenplanung führte durch die Veranstaltung und moderierte ein Podiumsgespräch, bei dem die Anfänge des Pflegebüros sowie aktuelle Herausforderungen Themen waren.
Qualifiziert und zugewandt
Während des Gesprächs stellte Stadträtin Kirsten Dinnebier die besondere Rolle der Einrichtung heraus: „Die Mitarbeiterinnen des Pflegebüros stehen Menschen mit viel Herzblut in schwierigen und komplexen Lebenssituationen zur Seite. Sie tun das vertraulich, unabhängig und empathisch – zum Teil über Jahre hinweg. Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen können darauf zählen, dass sie hier eine qualifizierte und zugewandte Begleitung finden.“
Das Pflegebüro biete Unterstützung, Begleitung und Beratung bei allen Fragen – trägerunabhängig und mit hohem Fachwissen. „Das Pflegebüro hat eine Schlüsselrolle inne – nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für Angehörige und Betreuende“, so Dinnebier. „Mein Wunsch für die kommenden 25 Jahre ist es, dass diese elementare Einrichtung erhalten bleibt und die Mitarbeitenden weiterhin mit Freude arbeiten können“, ergänzte sie.
Ebenfalls im Gespräch mit Dr. Heinrich Grebe waren die beiden ehemaligen Stadträtinnen Anni Röhrkohl und Dr. Christa Perabo. Sie waren damals an der Gründung des Pflegebüros beteiligt. Sie gaben Einblicke in die Entstehung vor 25 Jahren und freuten sich darüber, dass Marburg als eine der ersten Kommunen eine solche Einrichtung geschaffen hatte. Beide bestätigten den Nutzen und die Unterstützung einer vertraulichen und kompetenten Anlaufstelle bei allen Fragen rund um die Pflege.
Seit 2010 am Rudolphsplatz
Seit 2010 befindet sich das Pflegebüro im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP) am Rudolphsplatz.© Stefanie Ingwersen, Stadt MarburgDas Pflegebüro hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 zu einer sehr gefragten Anlaufstelle entwickelt. Angesichts des demographischen Wandels steigt deren Bedeutung beständig.
Marburg gehörte zu den ersten Städten, die ein eigenes kommunales Beratungsangebot in diesem Bereich schufen. Zuvor war im Jahr 1995 die Pflegeversicherung eingeführt worden. Schnell zeichnete sich ein großer Informationsbedarf ab, auf den die Stadt Marburg mit der Gründung des Pflegebüros reagierte.
Gestartet wurde im Gebäude der Marburger Volkshochschule (vhs), 2010 erfolgte der Umzug in das neue Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP) am Rudolphsplatz. Besonderen Wert wird auf die gute Zusammenarbeit der einzelnen Träger im BiP gelegt. Die Angebote sind eng verzahnt, um Qualität zu gewährleisten.
Zuhören als ‚Königsdisziplin‘
Ulrike Lux und Barbara Schick bilden aktuell das Team des Pflegebüros. Lux ist von Anfang an dabei und hat das Angebot mit aufgebaut. Sie zog im Gespräch mit Grebe eine positive Bilanz: „Es ist wunderbar, Menschen dabei zu begleiten, dass der Umgang mit Pflegebedürftigkeit besser gelingt. Auch wenn wir nicht jedes Problem lösen können, melden uns unsere Klientinnen und Klienten immer wieder zurück, wie hilfreich unsere Arbeit ist.“
Das Angebot sei täglich wieder neu und spannend, da für jede einzelne Person eine individuelle Lösung gefunden werden müsse. „Es gibt keine Blaupausen. Wir können immer nur Ratschläge und Wege finden, die helfen. Daher ist es immer wieder schön, wenn wir im Anschluss Menschen mit einer Entlastung zufrieden stellen können. Das Wichtigste ist und bleibt das Zuhören als ‚Königsdisziplin‘“, ergänzte Lux.
Teil einer kooperativen Struktur
Ulrike Lux vom Fachdienst Soziale Leistungen sprach mit Dr. Heinrich Grebe vom Fachdienst Altenplanung über die Anfänge des Pflegebüros.© Sebastian Reichel, i. A. d. Stadt MarburgMit Blick auf zukünftige Entwicklungen im Feld der Pflege hob Lux lokale Stärken hervor: „Hier liegen sicher große Herausforderungen vor uns – wie überall in Deutschland. Marburg bietet in dieser Situation aber den Vorteil, dass Pflege und die Unterstützung von Pflegebedürftigen keine Randthemen sind und sich viele Menschen vor Ort dafür engagieren. Das Pflegebüro ist Teil dieser sehr kooperativen Struktur und das stimmt mich zuversichtlich für die kommenden Jahre.“
Ganz im Sinne der Vernetzung und Zusammenarbeit bot die Feierlichkeit im BiP auch Gelegenheit zu einem Austausch zwischen den Vertreter*innen unterschiedlicher Beratungsstellen, sozialen Organisationen und Pflegeeinrichtungen.
Die Beratung des städtischen Pflegebüros ist kostenfrei und erfolgt persönlich, telefonisch oder auch als Hausbesuch. Terminvereinbarungen sind telefonisch möglich unter 06421 201-5060 und 06421 201-5061 sowie per E-Mail an pflegebuero@marburg-stadt.de. Das Pflegbüro befindet sich im Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt (BiP), Am Grün 16, 35037 Marburg. Weitere Informationen gibt es auch unter www.marburg.de/bip.
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