© Rebecca Druschel, i. A. d. Stadt Marburg
„Das Mobilitätskonzept ist für Verbesserung da, von innen nach außen, aber allen voran auch von außen nach innen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies beim Tag der Mobilität beim Technologie- und Tagungszentrum (TTZ). „Wer in Michelbach wohnt, weiß viel über die Innenstadt. Wer in der Innenstadt wohnt, weiß nicht unbedingt, welche Stadtteile zu Marburg gehören. Hier braucht es eine erweiterte Perspektive, denn Marburg, das sind wir alle“, betonte OB Spies. Marburg solle nicht nur eine Stadt der kurzen Wege werden, sondern auch eine Stadt, die mit allen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist.
Bei dem Tag der Mobilität handelt es sich um einen Infomarkt, auf dem sich Marburger*innen aus verschiedenen Stadtbezirken begegnen und austauschen. Vertreten waren die Stadtwerke Marburg, der VCD Verkehrsclub Deutschland, der Landkreis, das Radverkehrsforum, die Arbeitsgruppe Hessen mobil, aber auch Carsharing-Initiativen aus Moischt, Ginseldorf sowie Dagobertshausen und Elnhausen. Einzelne Akteur*innen stellten in kurzen, prägnanten Podiums-Beiträgen ihre Projekte und Anliegen im Zusammenhang mit lokalen Mobilitätskonzepten vor.
Der diesjährige Tag der Mobilität fiel zudem mit dem Jubiläum zu 50 Jahre Gebietsreform zusammen. Um dieses Ereignis zu würdigen, war ein Teil der Besucher*innen mit dem Fahrrad über die Marburger Acht angereist, eine Wegführung über die Marburger Außenstadtteile, die zwei östliche und zwei westliche Routen umfasst. Gestartet sind die Gruppen nach einem gemeinsamen Frühstück in Elnhausen beziehungsweise in Schröck, bevor sie – angeleitet von den Guides des Radsportvereins Dynamo Bortshausen – über die vier verschiedenen Routen ins TTZ gefahren sind. Ziel war es, die Marburger Acht einzuweihen. Das Programm im TTZ startete zunächst mit einer Impro-Einlage des Fast Forward Theatre, das sich von den Fahrterlebnissen der Zuschauer*innen inspirieren ließ.
© Rebecca Druschel, i. A. d. Stadt Marburg Peter Reckling, Sprecher der AG Mobilität, betonte, dass die Außenstadtteile an einem Zusammenschluss interessiert seien. Von besonderer Bedeutung sei dabei die Marburger Acht. Reckling verwies darauf, dass es nicht nur darum ginge, die Fuß- und Radwege von den Dörfern in die Stadt Marburg zu stabilisieren, sondern eben auch die Wege zwischen den Dörfern selbst. Ebenfalls als Sprecher*innen anwesend waren Thomas Meyer von Hessen mobil, Sebastian Grimm vom Landkreis Marburg-Biedenkopf, Margarete Hokamp als Ortsvorsteherin von Moischt und Cornelia Dörr von der Marburger Stadt- und Land-Tourismus GmbH.
Die Notwendigkeit der Marburger Acht hinsichtlich eines Ausbaus von Mobilität in den äußeren Stadtteilen, aber auch als attraktives Ausflugsziel für Tourist*innen wurde von allen Podiums-Teilnehmer*innen hervorgehoben. Erwähnung fand auch der Mammutweg in Moischt, der in drei verschiedenen Etappen begehbar sein und am 3. Oktober dieses Jahres feierlich eröffnet werden solle.
Die Marburger Acht ist ab sofort auf der Wander- und Fahrrad-App „Komoot“ zu finden – sowohl mit ihren vier einzelnen Routen als auch mit der Gesamtroute, die 100 Kilometer umfasst. Zukünftigen Radfahrer*innen und Wanderer*innen soll auch die Möglichkeit geboten werden, Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe der Marburger Acht zu besichtigen, wie beispielsweise die Weimarer Zeiten-Insel.
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