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Ausgesetzte Haustiere gefährden die Natur
Immer wieder werden in der heimischen Landschaft Tiere gefunden, die hier natürlicherweise gar nicht vorkommen. Oft sind es ausgesetzte Haustiere. Das Aussetzen von nicht-heimischen Arten verstößt jedoch gegen das Gesetz und kann schwerwiegende Folgen für die heimische Biodiversität haben.
Rotwangen-Schmuckschildkröte© iStock/Sandra Alkado
Warum das Aussetzen problematisch ist
Ob Wellensittich, Goldfisch oder Schildkröte: immer wieder werden Haustiere in der freien Natur ausgesetzt. Was unüberlegt oder sogar mit guten Absichten geschieht, kann schwerwiegende Folgen haben – sowohl für das betroffene Tier, als auch für die heimische Natur.
Das Bundesnaturschutzgesetz regelt den Umgang mit gebietsfremden Arten. Nach § 40 BNatSchG bedarf es einer behördlichen Genehmigung, um nicht-heimische Tiere oder Pflanzen in die Natur einzubringen. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.
Haustiere sind oft nicht in der Lage, in der freien Natur zu überleben. Sie verhungern oder werden zur Beute. Manche kommen aber auch gut mit den Lebensbedingungen in Deutschland zurecht, was zum Problem werden kann. Eingeschleppte Arten können sich unkontrolliert ausbreiten, da sie hier meist keine natürlichen Feinde haben. Sie verdrängen heimische Arten, zerstören Lebensräume oder übertragen Krankheiten. Im schlimmsten Fall sind diese Krankheitserreger für die heimischen Arten neu und können zu Massensterben führen, wie es derzeit durch den Salamanderfresser-Pilz (Bsal) bei Feuersalamandern in Mitteleuropa geschieht. Besonders betroffen sind empfindliche Ökosysteme wie Teiche, Seen und Flussufer.
Beispiele für invasive Haustiere
Einige Tierarten, die heute als invasiv gelten, wurden ursprünglich als Haustiere gehalten. Dazu gehören:
- Goldfische: sie wirken zwar harmlos, sind in der Natur jedoch problematisch. Sie haben hier keine natürlichen Feinde. Sie fressen Kaulquappen und Laich. Dadurch sinkt die Zahl von Fröschen, Kröten und Molchen nachweislich. In Teichen, die zuvor keine Fische enthielten, kann ein einzelner ausgesetzter Goldfisch die heimischen Amphibien komplett ausrotten.
- Schmuckschildkröten: sie stammen ursprünglich aus Nordamerika. Wenn sie in Gewässern ausgesetzt werden, verdrängen sie heimische Arten und beschädigen Laichplätze.
- Papageienarten: sie verbreiten sich in Städten und besetzen Nistplätze, die dann anderen Vogelarten fehlen.
Auch der Waschbär war früher ein Haustier. Er stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in Europa in den 1930er Jahren eingeführt. Einige Tiere entkamen oder wurden ausgesetzt. Die Folge: Heute ist der Waschbär in vielen Regionen etabliert und gilt als invasive Art. Er hat kaum natürliche Feinde und gefährdet die Artenvielfalt.
Wenn Sie vorhaben, sich ein Haustier anzuschaffen, erkundigen Sie sich vorher darüber, wie lange es lebt und wie es sich weiterentwickelt. Rotwangen-Schmuckschildkröten beispielsweise können eine Größe von bis zu 30 cm erreichen und werden 30 bis 40 Jahre alt.
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