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LoRaWAN: Eine Smart City entsteht
Seit Anfang 2024 existiert in der Stadt Marburg ein LoRaWAN-Netz (Long-Range-Wide-Area-Network), eine drahtlose Kommunikationstechnologie. Das Funknetz bildet die Grundlage für zahlreiche Smart City-Anwendungen.
© Martin Graffenberger, Stadt Marburg
Wie kann LoRaWAN genutzt werden?
Die Stadt Marburg und die Stadtwerke Marburg treiben seit Anfang 2024 das Projekt „MarBit“. Bei dem Projekt sammeln Sensoren verschiedene Daten, zum Beispiel Bodentemperatur, Füllstände oder Wasserpegel. Betreiber der LoRaWAN-Infrastruktur sind die Stadtwerke Marburg. Demnach kümmern sich die Stadtwerke Marburg um den schrittweisen Ausbau. Fachdienste der Universitätsstadt nutzen LoRaWAN bereits für folgende Anwendungen:
Baummonitoring
Der Fachdienst Stadtgrün und Friedhöfe hat mit LoRaWAN ein so genanntes Baummonitoring auf den Weg gebracht. Dazu werden unter anderem Parameter wie Bodenfeuchte, Bodenleitfähigkeit und Bodentemperatur erfasst. Auf Basis dieser Daten können Bewässerung und Nährstoffgabe besser gesteuert werden. Das setzt Ressourcen effizient ein und verbessert insgesamt die Baumgesundheit und trägt zum Klimaschutz bei. Inzwischen wurden bereits über 100 Jungbäume und Bestandsbäume mit Sensoren ausgestattet.
- Interessierte können die aktuellen Daten zu Bodenfeuchte und Bodentemperatur ausgewählter Baumstandorte im Geportal "Marburg in Karten" nachvollziehen.
Behindertenparkplätze
Andere Sensoren erfassen die Belegung von Behindertenparkplätzen und geben Auskunft darüber, ob ein bestimmter öffentlicher Behindertenparkplatz aktuell frei oder belegt ist. Inzwischen sind in Marburg etwa 50 Behindertenparkplätzen mit Parksensoren ausgestattet.
- Die Daten zu den Behindertenparkplätzen können über das Geoportal "Marburg in Karten" auch mobil abgerufen werden und ermöglichen es, freie Parkplätze zielgerichtet anzusteuern.
Umweltdaten
Zur Erhebung von Umweltdaten wurden zudem über 20 Sensoren an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet installiert. Diese Sensoren erfassen die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Die Standorte der Sensoren sind so ausgewählt, dass sie im Sommer Hitze- und Kühlungsbereiche im Marburger Stadtgebiet abbilden. Dahingehend liefern die Sensoren eine neue Datengrundlage für alle Interessierten sowie für städtische Planungsprozesse. Perspektivisch ist, anknüpfend an diese Umweltsensoren, der Aufbau eines umfassenderen Umweltmessnetzes denkbar.
- Auch die Umweltdaten sind im Geoportal "Marburg in Karten" abrufbar.
Förderung und zukünftige Perspektiven
Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation hat die Umsetzung der ersten LoRaWAN-Anwendungsfälle im Rahmen des Programms „Starke Heimat Hessen" finanziell unterstützt.
Das LoRaWAN-Netzwerk ist seitens der Stadtwerke so konzipiert, dass neben der Stadt auch andere Organisationen und Unternehmen Sensoren integrieren und eigene Anwendungen entwickeln können.
Hauptkomponenten des LoRaWAN-Netzwerks
Das Netzwerk besteht aus drei Hauptkomponenten:
- Sensoren: Sie erfassen verschiedene Umweltdaten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Parkplatzbelegung, Bodendaten und Zählerstände. Die LoRa-Sensoren sind besonders energieeffizient und haben eine Batterielebensdauer von bis zu zehn Jahren. Die Sensordaten werden verschlüsselt und somit gesichert übertragen. Die Daten liegen auf den gesicherten Servern der THÜGA SmartService GmbH (des technischen Anbieters im Hintergrund). Personenbezogene Daten werden nicht gesammelt.
- Gateways: Sie fungieren als Vermittler zwischen den Sensoren und dem Internet. Die Daten der Sensoren werden verschlüsselt an die Gateways gesendet, die an verschiedenen Standorten in Marburg installiert sind, um eine optimale Netzabdeckung zu gewährleisten.
- Digitale Plattform: Die von den Gateways empfangenen Daten werden an gesicherte Netzwerkserver weitergeleitet und gelangen schließlich auf eine zentrale Plattform. Dort können sie analysiert und für verschiedene Anwendungen genutzt werden.
Gut aufgestellt für die Zukunft
Das LoRaWAN-Netzwerk in Marburg stellt einen großen Schritt in Richtung einer vernetzten und intelligenten Stadt dar. Durch die kontinuierliche Erweiterung und die Einbindung verschiedenster Anwendungen wird die Stadt Marburg in der Lage sein, effizientere und nachhaltigere Lösungen für urbane Herausforderungen zu entwickeln.
Ansprechperson
| Dr. Martin Graffenberger | |
| Amt / Bereich Stabsstelle 15 – Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Statistik Räume der Stadtverwaltung Software-Center 5 B 35037 Marburg Telefon: 06421 201-1521 E-Mail: wirtschaft@marburg-stadt.de Aufgaben: | |
Externe Behörde
| Stadtwerke Marburg | |
| Am Krekel 55 35039 Marburg Telefon: 06421 205-505 Telefax: 06421 205-233 E-Mail: kundenzentrum@swmr.deHomepage: http://www.stadtwerke-marburg.de/ | Mo. - Fr. 8:00 - 18:00 Uhr |
