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Marburger Stadtgeschichte zum Stichwort "Festung Marburg"
Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden vor allem westlich des Schlosses größere Verteidigungsanlagen, die zum Teil auf Vorschlägen des hessischen Festungsbaumeisters Wilhelm Dilich von 1620 beruhten.
© Rainer KieselbachBeim heutigen Schlosspark handelt es sich um das Areal mehrerer Bastionen, Schanzen, Ravelins und Kasematten. In ihnen befanden sich unterirdische Geschützstände.
Da die Festung Marburg erwiesenermaßen schwer zu verteidigen und daher strategisch von geringer Bedeutung war, wurden zwischen 1770 und 1786 die Mauern, Wälle und Gräben weitgehend beseitigt. 1806 rückten Napoleons Truppen kampflos in Marburg ein. 1807 ordnete Napoleon die Zerstörung der Festung an. Daher wurden alle Mauern und Kasematten, die bis dahin noch standen, gesprengt – außer den Kasematten, durch die die Wasserleitungen zum Schloss führten.
So sind nur zwei Kasematten unzerstört bis in die Neuzeit erhalten geblieben. Allen anderen Festungsanlagen waren 170 Jahre lang unter Schutt und Erdreich vergraben.
Seit 1977 wurden die Kasematten Zug um Zug wieder freigelegt und zugänglich gemacht. So gab es seit 1710 rings um den Hexenturm einen unterirdischen Gang, der zwei Kasematten miteinander verbunden hatte. Die neuen (85 Meter langen) Bereiche der Kasematten sind inzwischen fester Bestandteil der Kasematten-Führungen, die regelmäßig samstagsnachmittags stattfinden.
Die Festung Marburg stellte heute die einzige in Hessen dar, die in dieser Ausdehnung mit solch eindrucksvollen Mauern und so vielen Kasematten oberirdisch noch erhalten ist.
