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Modulbauten für Marburgs Schulen
Höhere Schüler*innen-Zahlen sowie die Entwicklung zu Ganztagsschulen verändern die Bedarfe an Marburger Grundschulen. An vielen Schulen werden mehr Räume benötigt – für Unterricht, Betreuung und Essensversorgung. Eine Lösung sind Modulbauten.
© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg
Was sind Modulbauten?
Modulbau ist eine moderne, zeitsparende Bauweise, bei der komplette, dreidimensionale Raumeinheiten (Module) in einer Fabrik vorgefertigt werden. Diese Module werden dann auf der Baustelle zu einem fertigen Gebäude zusammengesetzt.
In Marburg kommen solche Modulbauten vermehrt zum Einsatz, unter anderem bei Grundschulen. So hat beispielsweise die Astrid-Lindgren-Schule (ALS) in Marburgs größtem Stadtteil Richtsberg mit dem dreigeschossigen Modulbau nicht nur mehr Räume, sondern auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.
Moderne Modulbauten decken auch den steigenden Raumbedarf für Unterricht und Betreuung der Grundschulen Michelbach und Elnhausen. Die Modulbauten in den beiden Marburger Außenstadtteilen basieren auf einer nachhaltigen Holzmodulbauweise.
Astrid-Lindgren-Schule am Richtsberg
Mit dem Modulbau für die ALS wurden acht zusätzliche Unterrichtsräume, fünf Differenzierungs-/Team-Räume sowie zwei Bewegungsräume geschaffen. Verbunden sind die Räume durch zwei gemeinsame Bereiche in der Mitte mit angeschlossenen Multifunktionsbereichen.
Die Gesamtkosten für den dreigeschossigen Modulbau mit einer Bruttogrundrissfläche von rund 2.500 Quadratmetern belaufen sich auf insgesamt 10,5 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro kommen aus Fördermitteln des Landesprogramms der Hessenkassen.
Das Gebäude ist rollstuhlgerecht an den oberen Schulhof der ALS angeschlossen. Der Innenbereich hat einen Aufzug, der Sanitärbereich ist barrierearm gestaltet. Ebenso wurden moderne Klimastandards bedacht. Das Gebäude hat ein Gründach, das Regenwasser speichert und eine passive Klimatisierung durch Verdunstungskälte ermöglicht. PV-Module versorgen die Haustechnik mit Strom.
© Stefanie Ingwersen, Stadt Marburg
Grundschule in Michelbach
An der Grundschule Michelbach ist ein zweigeschossiger Holzmodulbau mit rund 120 Quadratmetern Bruttogrundfläche errichtet worden. Das Erdgeschoss bietet Platz für einen zusätzlichen Unterrichtsraum. In das Obergeschoss zieht der Gemeinschaftsraum für das Kollegium ein, das sich vorher im bestehenden Schulgebäude befand und nun Platz macht für einen weiteren Unterrichtsraum.
Der Bau ist mit einem Gründach und einer Photovoltaikanlage ausgestattet und bleibt dauerhaft am Standort. Die Stadt investiert dafür rund 545.000 Euro. Eine Förderung in Höhe von 413.250 Euro wurde für den Bau aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau beantragt.
© Lena-Johanna Schmidt, Stadt Marburg
Grundschule in Elnhausen
Für die Betreuung der Grundschule Elnhausen gibt es einen eingeschossigen Holzmodulbau mit circa 60 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Das Gebäude bleibt zunächst circa fünf Jahre – bis etwa 2030 – in Elnhausen und soll anschließend in Michelbach weiter genutzt werden. Dort wird er den vorhandenen Modulbau um eine Garderobe und einen Differenzierungsraum erweitern. Die Stadt investiert dafür rund 285.000 Euro.
Im Zuge der nachhaltigen Holzmodulbauweise in Elnhausen und auch in Michelbach wurden FSC-zertifizierte Baustoffe verwendet – Produkte aus Holz oder Holzfasern aus einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Waldwirtschaft nach strengen ökologischen, sozialen und ökonomischen Standards. Holz ist ein nachhaltiger Rohstoff, der CO² aus der Atmosphäre bindet, zugleich ist die Verarbeitung von Holz energieärmer. Ebenso verwendet werden Holzfaserdämmung, heimische Lärchenfassade und Linoleumboden.
© Michael Kopatz, Stadt Marburg
Modulbauten kommen auch an weiteren Marburger Grundschulen zum Einsatz: an der Emil-von-Behring-Schule als Cafeteria-Ersatz, an der Erich Kästner-Schule bis zur Fertigstellung des Neubaus, an der Gerhart-Hauptmann-Schule und an der Grundschule Cyriaxweimar als weiterer Klassenraum.
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