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Nicole Reuther: Sumi-e – „Ma“: Raum, Pause, Zwischenraum
Tauchen Sie ein in die ästhetische Kraft der Sumi-e-Tuschemalerei mit Nicole Reuther. Im Zentrum steht das Konzept des „Ma“ – der leere Raum als aktivierende, gestaltende Kraft in Ihrer Komposition. Mit feinen Tuschegesten und achtsamer Bewegung erkunden Sie das Zusammenspiel von Form, Leere und Rhythmus, von kleinformatigen Studien bis zu größeren Arbeiten. Der Kurs lädt Anfänger*innen wie Fortgeschrittene ein, die subtilen Nuancen von Raum, Pause und Spannung zu erfahren und in stilvolle, ausdrucksstarke Bilder zu übersetzen. Termin: 27. bis 31. Juli 2026
Kurs: Sumi-e – „Ma“: Raum, Pause, Zwischenraum.
Die aktivierende Leere in der Tuschemalerei
Sumi-e bedeutet „Malen mit schwarzer Tusche“ und hat seinen Ursprung in der japanischen zen-buddhistischen Tradition.
In diesem Kurs widmen wir uns einem der zentralen ästhetischen Prinzipien der ostasiatischen Kunst: dem Konzept des leeren Raums, das in Japan als „Ma“ bezeichnet wird. Anders als in westlichen Traditionen wird „Leere“ im ostasiatischen Zen und Taoismus nicht als Abwesenheit von „etwas“ verstanden, sondern als aktivierende, gestaltgebende Bewegung. Dadurch wird sie zu einem bedeutungsvollen Element jeder Komposition.
Im Kurs untersuchen wir die vielfältigen Funktionen und Wirkungen des leeren Raums in der Tuschemalerei – sowohl als strukturierende Kraft als auch als lebendigen Spannungsraum. Wir erkunden das Thema anhand kleinformatiger Studien ebenso wie in größeren Arbeiten, in traditioneller sowie in einer gestisch abstrakten Malweise. Einführungen in die philosophischen Hintergründe von „Ma“ und der Zen-Tradition ergänzen die Praxis.
- Termin: einwöchig vom 27. bis 31. Juli 2026
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Informationen und Materialliste
Teilnehmen können alle, ob Anfänger*innen oder Fortgeschrittene.
- Maximale Gruppengröße: 12 Personen
- Unterrichtssprache: Deutsch (Englisch möglich)
Bitte mitbringen:
- Eine Rolle Chinapapier als Übungspapier und Japantusche
- Spezielle Asia-Papiere sind je nach Bedarf in Höhe von 10–50 € im Kurs erhältlich
- ein Spezialpinsel kann im Kurs geliehen werden
Über Nicole Reuther
© Georg KronenbergNicole Reuther ist in Zen-ga und Sumi-e, der japanischen Tuschemalerei in zen-buddhistischer Tradition, ausgebildet. In ihren Arbeiten verbindet sie diese traditionelle Kunstform mit modernen Ausdrucksweisen der gestischen Malerei, die dem westlichen Informel nahestehen.
Von 2009 bis 2014 wurde sie im Stil der Maruyama-Shijō-Schule in Berlin ausgebildet. Es folgten zahlreiche Weiterbildungen in Japantusche, zeitgenössischer chinesischer Malerei und Zen-Praktiken, unter anderem am Institut Robert Faure L’art-zen et sumi-e in Paris, im Zen-Buddhismus am Benediktushof in Holzkirchen sowie in der Kunstgeschichte Ostasiens an der Universität Heidelberg.
2024 schloss Nicole Reuther ihre kunstphilosophische Masterarbeit ab, in der sie die Phänomenologie des Gestischen in der Malerei als Resonanzraum untersuchte.
Ihr Forschungsinteresse gilt der Wirksamkeit rhythmisierender Bewegungsgesten in ästhetischen Kontexten sowie der Wiederholung als ästhetischem Prinzip.
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