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Tempo 30 in Marburg
Mehr Sicherheit und weniger Lärm: Nach der Einführung von Tempo 30 auf der Innenstadtachse prüft die Stadt Marburg nun Schritt für Schritt auch andere Straßen. In den nächsten drei Jahren untersucht sie, wo Tempo 30 aus Gründen der Sicherheit oder des Lärmschutzes sinnvoll und möglich ist.
Tempo 30 überprüfen
Viele Menschen in Marburg wünschen sich vor ihrer Haustür oder auf dem Schulweg mehr Ruhe und Sicherheit. Doch oft verlaufen dort Straßen, die auch für den Durchgangsverkehr wichtig sind. Hier treffen unterschiedliche Interessen und gesetzliche Vorgaben aufeinander.
Täglich erreichen die Stadt Anfragen, ob Tempo 30 eingerichtet werden kann – zum Beispiel vor Schulen oder Kitas. Besonders auf den Hauptverkehrsstraßen muss ausführlich geprüft werden, bevor Tempo 30 eingerichtet werden darf. Jede Entscheidung muss gesetzlichen Anforderungen entsprechen und gut begründet sein. Dafür braucht es genaue Prüfungen, etwa durch Verkehrszählungen oder Lärmmessungen. Das erfordert Zeit und Fachwissen.
Schritt für Schritt prüfen
Die Straßenverkehrsordnung wurde 2024 geändert. Damit hat der Bund festgelegt, an welchen Orten Tempo 30 angeordnet werden kann oder sogar muss. Zum Beispiel auf stark genutzten Schulwegen oder vor Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.
In Marburg prüfen die Fachleute der Straßenverkehrsbehörde nun alle Straßen, auf denen bisher keine Geschwindigkeitsbeschränkung besteht. Ziel ist es, überall dort Tempo 30 einzuführen, wo es die Sicherheit erhöht oder den Lärm verringert. Auf der Innenstadtachse wurde Tempo 30 bereits im November 2025 umgesetzt. Jetzt werden nach und nach alle weiteren Straßen überprüft, in denen bislang kein Tempo 30 gilt.
Fragen und Antworten
Hier beantworten wir die häufigsten Fragen zur Überprüfung von Tempo 30 in Marburg
Tempo 30 in der Innenstadt
„30 ist das neue 50”: Die Universitätsstadt Marburg führte im November 2025 auf der Innenstadtachse von der Gisselberger Straße bis zur Deutschhausstraße Tempo 30 ein. Das sind die Gründe:
Jeden Tag haben in Deutschland 445 Kinder einen Unfall auf ihrem Schulweg. Bei Tempo 50 liegt die Überlebenschance bei einem Unfall bei 50 Prozent. Bei Tempo 30 steigt die Überlebenschance auf 90 Prozent.
Der Lärmpegel sinkt bei Tempo 30 um zwei bis drei Dezibel. Das wird vom Menschen als eine Halbierung des Lärms wahrgenommen.
Auf der rund 3,1 Kilometer langen Innenstadtstrecke ergibt sich eine Verzögerung von weniger als drei Minuten.
Gesetzliche Vorgaben
Die Einführung der 30er-Zone stützt sich auf zwei gesetzliche Grundlagen:
- § 45 Absatz 1 und 9 Nr. 6 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zur Schulwegsicherheit
- Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) zur Lärmminderung
Beide Regelungen verpflichten die Stadt, dort aktiv zu werden, wo Sicherheit oder Gesundheit gefährdet sind.
Video: 30 ist das neue 50


