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Unterstützung für Alleinerziehende
Finanzielle Belastungen, zeitlicher Stress und alleinige Verantwortung: Alleinerziehende Elternteile sind durch diese und weitere Herausforderungen wirtschaftlich und gesundheitlich stärker belastet. Weil es in Marburg zudem überdurchschnittlich viele Alleinerziehende gibt, bietet die Gesunde Stadt Marburg ein Projekt an, das vor allem vorbeugend unterstützen soll.
„Verbunden – Stark – Gesund“
Um Alleinerziehende gezielt zu unterstützen, hat die Stadt Marburg das Präventionsprojekt „Verbunden – Stark – Gesund“ entwickelt. Es bietet Alleinerziehenden die Möglichkeit, sich auszutauschen, Unterstützung zu erhalten und die eigene Gesundheit sowie die der Kinder zu stärken.
Gruppentreffen und Kinderbetreuung
In regelmäßigen Abständen starten sogenannte Eltern-AGs. Bis zu zwölf Mütter und Väter tauschen sich dabei über Herausforderungen im Alltag aus. Die Gruppentreffen finden insgesamt 20mal statt. Themen wie die Verringerung von Stress, gesundheitliche Probleme, der Umgang mit dem Ex-Partner oder der Ex-Partnerin und die Entwicklung gemeinsamer Lösungsideen stehen im Mittelpunkt. Die Treffen werden von pädagogischen Fachkräften der MAPP-Empowerment gGmbH geleitet.
Währenddessen findet Kinderbetreuung mit einem Koch- und Ernährungsangebot statt. Die Kinder bereiten gemeinsam mit Ernährungswissenschaftler*innen und pädagogischen Fachkräften ein gesundes Abendessen zu. Spielerisch lernen die Kinder die Freude am Kochen und Essen kennen, stärken ihre Selbstwirksamkeit und erleben eine schöne Zeit beim gemeinsamen Essen. Auch ältere Geschwisterkinder sind herzlich willkommen.
Patenschaften, Schulungen und Veranstaltungen
Nach Abschluss der 20 Treffen werden Teilnehmende zu Patinnen und Paten ausgebildet, um die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe langfristig zu fördern.
Schulungen und Veranstaltungen: Seit 2023 werden außerdem Schulungen und Fachtage für Fachkräfte und Alleinerziehende angeboten. Zusätzlich gibt es regelmäßig einen Aktionstag für Alleinerziehende sowie Workshops zur Weiterentwicklung des Projekts.
Laufzeit und Finanzierung
Das Projekt ist 2020 gestartet – mit einer Förderung von rund 200.000 Euro. Zunächst sollte es über einen Zeitraum von drei Jahren laufen, wurde aber bis Ende 2025 verlängert. Es ist Teil der Initiative „Gesundheit fördern – Versorgung stärken“ der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf.
Interesse an einer Teilnahme?
Neue Gruppen starten regelmäßig. Die Termine werden auf dieser Homepage und der Website der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Marburg (FBS) veröffentlicht. Interessierte Alleinerziehende können sich per E-Mail an fbs@fbs-marburg.de anmelden.
Zum Hintergrund des Projekts
Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gab es Ende 2023 in Deutschland mehr als acht Millionen Familien mit minderjährigen Kindern. 18 Prozent der Elternteile waren alleinerziehend. In neun von zehn Fällen handelte es sich dabei um die Mutter.
Mit etwa 30 Prozent hat Marburg einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Alleinerziehenden. Der Bundesdurchschnitt lag laut BMFSFJ im Jahr 2019 bei 19 Prozent.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Studien zeigen, dass Alleinerziehende häufig mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen: finanzielle Belastungen, zeitlicher Stress und allein getragene Verantwortung für Familie und Haushalt führen oft zu einer stärkeren wirtschaftlichen und gesundheitlicheren Belastung als bei Paarfamilien.
Stress, Überforderung und Schlafmangel gehören zum Alltag vieler Betroffene und können zu chronischen Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Bluthochdruck oder Magen-Darm-Problemen führen. Psychische Belastungen wie Suchtmittelabhängigkeit, Erschöpfung, Angststörungen oder depressive Symptome sind ebenfalls deutlich häufiger als bei Eltern in Paarfamilien. Die fehlende Möglichkeit, Verantwortung zu teilen, führt bei vielen Alleinerziehenden zu einem Gefühl der Isolation.
Auch Kinder aus alleinerziehenden Familien sind oftmals indirekt oder auch direkt von diesen Belastungen betroffen, beispielsweise durch eingeschränkte finanzielle Mittel oder weniger Zeit der Eltern.
Armutsrisiko von Alleinerziehenden
Obwohl viele Alleinerziehende berufstätig sind, bleibt eine Abhängigkeit von zusätzlichen Sozialleistungen häufig bestehen. Laut einem Bericht des BMFSFJ aus dem Jahr 2021 ist das Armutsrisiko von Alleinerziehenden in Deutschland viermal so hoch wie das von Paarfamilien.
Ansprechperson
| Linda Noack | |
| Amt / Bereich Fachdienst 42 - Sport, Bewegung und Gesunde Stadt Georg-Gaßmann-Stadion Leopold-Lucas-Straße 46b 35037 Marburg Telefon: 06421 201-4291 E-Mail: gesund@marburg-stadt.deE-Mail: Linda.Noack@marburg-stadt.de Aufgaben: | |
