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Revitalisierung von Straßenbäumen
Streusalz, Hunde-Urin, Autoabgase, Wassermangel oder versiegelte Böden: Straßenbäume sind vielen Belastungen ausgesetzt. Diese Einflüsse schwächen die Bäume. Um ihre Gesundheit zu fördern und ihr Wachstum zu unterstützen, setzt die Stadt gezielte auf Projekte zur Erholung und Pflege der gefährdeten Bäume.
So soll die Liebigstraße nach der Umgestaltung aussehen: 16 Bäume können im Sommer Schatten spenden und positiv auf das Stadtklima wirken.© Visualisierungen: Modelldigital.de
Was Revitalisierung bedeutet
Revitalisierung von Straßenbäumen bedeutet, städtische Bäume gezielt zu pflegen und ihre Gesundheit zu verbessern. Häufig sind Straßenbäume besonderen Belastungen ausgesetzt – etwa durch versiegelte Flächen, Streusalz oder zu geringe Nährstoffverfügbarkeit aus dem Boden. Bei der Revitalisierung geht es darum, diesen Bedingungen aktiv entgegenzuwirken, zum Beispiel durch:
- Bodenverbesserung,
- passende Düngung,
- regelmäßige Bewässerung oder
- das Freilegen von verdichteten oder versiegelten Wurzeln.
Ziel ist es, geschwächte Bäume zu erhalten, ihre Vitalität zu steigern und somit langfristig zur Lebensqualität sowie zum Stadtklima beizutragen. Die Stadt Marburg setzt sich aktiv für den Erhalt und die Pflege ihrer Straßenbäume ein, um eine grüne und lebenswerte Stadt zu gestalten.
Die folgenden Beispiele zeigen, dass Stadtbäume aufwendige Pflege brauchen. Denn gerade deren Erhalt ist vor dem Hintergrund des erklärten Klimanotstands für Marburg notwendiger denn je.
Revitalisierung in der Ketzerbach
Im Jahr 2007 wurden in der Ketzerbach 21 Eschen gepflanzt. Etwa zehn Jahre später traten bei einigen dieser Bäume erste Anzeichen für eine nachlassende Vitalität auf. Ein externes Gutachten identifizierte mehrere Ursachen:
- Bodenverdichtung: Die Baumscheiben, also die Pflanzbeete in denen die Bäume stehen, waren nur begrenzt offen und mit feinem Material aufgefüllt, was die Wasser- und Luftversorgung der Wurzeln einschränkte.
- Natriumgehalte im Boden: Erhöhte Werte deuteten auf eine Belastung durch Streusalz hin, was das Wachstum der Bäume negativ beeinflusste.
- Nährstoffmangel: Es stand nur wenig mineralisierter Stickstoff zur Verfügung.
Daraufhin wurden folgende Schritte ergriffen:
- Anpassung der Düngung: Für jeden Baum wurde eine individuelle Düngemittelzusammensetzung festgelegt.
- Optimierung der Baumscheiben: Die Fläche wurde vergrößert und mit geeignetem Material aufgefüllt.
- Bodenanalyse und -pflege: Die Bodenstruktur wurde verbessert, um die Wasseraufnahme zu fördern.
Außerdem wurden an fünf Bäumen Sensoren in unterschiedlichen Tiefen angebracht, um den Feuchtigkeitsgehalt zu messen und zu beobachten. Die Bodenfeuchte wurde in den Jahren 2017 und 2019 wöchentlich kontrolliert und dokumentiert. Die daraus gewonnenen Informationen dienten zur Anpassung der Bewässerung und des Schnitts.
Die Aktionen führten bereits 2018 zu einer deutlichen Wuchssteigerung der Eschen. Der Zustand der Bäume hat sich seitdem merklich verbessert.
Revitalisierung in der Universitätsstraße
Zwischen 2009 und 2010 wurden in der Universitätsstraße Rotahornbäume gepflanzt. Trotz gezielter Pflege blieben Wachstum und Entwicklung der Bäume bislang eingeschränkt. Ein externes Gutachten empfiehlt, die Baumscheiben – also die offenen Pflanzbereiche rund um die Baumstämme – zu erneuern, da sie den Wurzelbereich schützen und die Versorgung mit Wasser und Luft fördern. Hier stehen die nächsten konkreten Schritte noch aus.
Sensoren messen Umweltdaten in Echtzeit
Um die Bodenfeuchte und Nährstoffe im Boden live und in Echtzeit zu messen, wurden im Stadtgebiet bereits 30 Sensoren (Stand: Juni 2025) angebracht. 70 weitere sollen folgen. Durch die Sensoren ist es möglich, die Bäume bestmöglich zu pflegen. So kann vor allem eine Überwässerung vermieden werden. Einige der Sensoren sind bereits im Geoportal der Stadt Marburg hinterlegt, Interessierte können die Daten dort jederzeit online abrufen.
Ansprechperson
| Dieter Happel | |
| Amt / Bereich Fachdienst 67 - Stadtgrün Stadtverwaltung - Software-Center 3 Software-Center 3 35037 Marburg Telefon: 06421 201-6744 E-Mail: Gruenflaechen@marburg-stadt.deE-Mail: Dieter.Happel@marburg-stadt.de Aufgaben: | |