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Wettbewerb zur Neugestaltung des Lutherischen Kirchhofs
Der planerische Wettbewerb zur klimagerechten Neugestaltung des Lutherischen Kirchhofs und des umgebenden Wegenetzes ist entschieden. Informationen zum Wettbewerb, zur Entscheidung und zum weiteren Vorgehen.
© Büro bbz Landschaftsarchitekten, Berlin
Zum Wettbewerb
Am 16. September 2024 wurde der freiraumplanerische Wettbewerb zur klimagerechten Neugestaltung des Lutherischen Kirchhofs und des umgebenden Wegenetzes (Kugelgasse, Rübenstein, Jakobsgasse) entschieden.
Ziel der Umgestaltung des Platzes ist es, die Attraktivität für die Besucher*innen weiter zu steigern. Gleichzeitig soll der Platz so umgestaltet werden, dass ein kleiner Beitrag gegen die weitere Überhitzung der Oberstadt und die sich verschärfende Abwassersituation nach Starkniederschlägen geleistet wird. Deshalb enthalten die eingereichten Vorschläge Maßnahmen zur Nachbegrünung, zur Entsiegelung und Regenwasserrückhaltung sowie zur Regenwassernutzung für die Bewässerung von Bäumen und sonstiger Vegetation.
Die Neugestaltung des Lutherischen Kirchhofs ist eines der Pilotprojekte zur Weiterentwicklung der südwestlichen Marburger Oberstadt. Die Grundlage dafür liefert das Integrierte Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Gefördert wird die Umsetzung über das Städtebauförderprogramm "Lebendige Zentren".
Beteiligung der Bürger*innen
Der Lutherische Kirchhof, bekannt für seine alten Lindenbäume, die historischen Gebäude und die herrliche Aussicht, ist ein gern besuchter und viel genutzter Ort in der Marburger Oberstadt. Dank seiner zentralen Lage im Herzen der Altstadt und über den Dächern wird er als „Stadtbalkon“ bezeichnet.
Aufgrund der Attraktivität des Platzes hat die Stadt Marburg in den letzten Jahren mehrfach Bürger*innen und Anwohner*innen eingeladen, sich in unterschiedlicher Weise bei der Gestaltung des Lutherischen Kirchhofs einzubringen. Das Motto: „Wir gestalten unseren Stadtbalkon“. Im Rahmen verschiedener öffentlicher Veranstaltungen sowie über die Online-Beteiligungsplattform konnten Bürger*innen an Diskussionen teilnehmen und eigene Ideen einreichen, die schließlich in den Auslobungstext, also in die Formulierung des Zielvorgaben für das Wettbewerbsverfahren, einflossen.
- Dokumentation: Online-Beteiligung "Wir gestalten unseren Stadtbalkon"
- Dokumentation der Bürgerbeteiligung Lutherischer Kirchhof am 09. September 2023
Anforderungen und Ziele
Der Auslobungstext musste also eine Vielzahl an Anforderungen und Zielen vereinen. Dazu gehörten neben Naturräumlichkeiten wie dem Baumbestand und einer nachhaltigen Regenwasserableitung auch die Ästhetik, die Barrierefreiheit sowie Denkmalschutz und historische Nachbarschaft.
Über die insgesamt zehn eingereichten Wettbewerbsbeiträge entschied ein Preisgericht aus Fachpreisrichter*innen (Prof. Dr. Sigrun Langner, Prof. Dr. Constanze Petrow, Till Rehwaldt) und örtlichen Sachpreisrichter*Innen (Dr. Michael Kopatz, Manuela Klug, Ulrich Biskamp) unter Leitung von Axel Lohrer (Lohrer-Hochrein GmbH).
Die Entscheidung
- 1. Platz: bbz Landschaftsarchitekten aus Berlin
- 2. Platz: Greenbox Landschaftsarchitekten PartGmbB aus Köln
- 3. Platz: Terranova Landschaftsarchitektur aus München
- Anerkennung: A24 Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin
Die eingereichten Pläne können unter dem Reiter Dokumente eingesehen und heruntergeladen werden.
Die Begründung
Der prämierte Entwurf des Berliner Landschaftsarchitekturbüros bbz habe in besonderer Weise die strukturellen Anforderungen der Ausschreibung erfüllt und dabei auch die Kirchenstruktur der Lutherischen Pfarrkirche eingebunden, erklärte Constanze Petrow, die als Landschaftsarchitektin (und Mitglied des städtischen Gestaltungsbeirats) Teil des Preisgerichts war. Im Zuge der öffentlichen Präsentation der Wettbewerbsgewinner am 8. Oktober 2024 erläuterte Malte Stellmann, der Entwurfsverfasser von bbz Landschaftsarchitekten den Entwurf dahingehend, dass neben den Anforderungen an die Klimaanpassung besonderes Augenmerk auf Begegnung und Austausch im Verbund mit größtmöglicher Barrierearmut gelegt wurde. Mit dem Ziel der Ressourcenschonung und der Bewahrung lokaler Identität soll unter anderem das vorhandene Kopfsteinpflaster aufgenommen, gesägt und (teilweise) wieder eingebaut werden - gemäß dem Motto "reduce, reuse, recycle".
Wie geht es weiter?
Ab Januar 2025 werden die Verhandlungen zur Entwurfsausarbeitung zunächst mit dem Wettbewerbsgewinner aufgenommen. Ziel dabei ist es ein Angebot für die Entwurfsplanung, welches auch die vom Preisgericht angeregten Überarbeitungen beinhaltet, zu erhalten.
Bei der Ausarbeitung der Entwurfsplanung handelt es sich um einen Prozess, bei dem die unterschiedlichsten Akteure (unter anderem Kirche, Eigentümer*innen, Stadtwerke, Ortsvorsteher*in, Lokale Partnerschaft und städtische Behörden) eingebunden werden, damit deren Belange bei der Planung Berücksichtigung finden und der weitere Umsetzungsprozess (Stichwort "Bauabschnitte") abgestimmt werden kann.
Ansprechperson
| Bernd Kintscher | |
| stellvertretende FachdienstleitungAmt / Bereich Fachdienst 61 - Stadtplanung und Denkmalschutz Bauamt Barfüßerstraße 11 35037 Marburg Telefon: 06421 201-6122 E-Mail: stadtplanung@marburg-stadt.deE-Mail: Bernd.Kintscher@marburg-stadt.de | |