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Waschbär

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Frau Susanne Szeder Standort anzeigen
Amt / Bereich
Fachdienst 32 - Gefahrenabwehr und Gewerbe
Frauenbergstraße 35, Zimmer 130
35039 Marburg
Telefon: 06421 201-1469
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E-Mail: oder

Allgemeine Informationen

Waschbär

Waschbär - Aussehen und Merkmale
Lebensraum
Ernährung
Fortpflanzung und Sozialleben
Kann ein Waschbär gefährlich werden?
Wie kann ich mein Grundstück sichern?
Besondere Sicherung des Hauses
zu guter letzt…

Waschbär - Aussehen und Merkmale

Der Waschbär (Procyon Lotor) ist ein Vertreter der Familie der Kleinbären und gehört zur Ordnung der Raubtiere. Hauptmerkmale des Waschbären sind die Gesichtsmaske, die etwas buckelige Gestalt und natürlich der schwarz-weiß geringelte Schwanz. Die Felltönung des Waschbären kann sehr unterschiedliche Grautöne aufweisen, meist jedoch ist sie silbergrau untermischt.

Der Waschbär ist inklusive Schwanz etwa 70-85 cm groß. Damit kann man den Waschbären von der Größe her in etwa zwischen Katze und Fuchs einordnen. Waschbären können je nach Jahreszeit und Nahrungsangebot zwischen 5 und 10 kg schwer werden. Sie haben ein ausgezeichnetes Gedächtnis und können so Futterplätze immer wieder finden. Weiterhin haben Waschbären einen ausgezeichneten Gehör- und Geruchssinn, was ihm als dämmerungs- und nachtaktiven Tier beim Beutefang sehr behilflich ist. In den Vorderpfoten verfügen Waschbären über einen hervorragenden Tastsinn, mit dem sie Frösche, Krebse, Fische u. ä. in flachen und trüben Gewässern ertasten können.

Der Name des Waschbären beruht auf der Beobachtung von gefangen gehaltenen Tieren, die ihre Nahrung an einer Wasserstelle waschen und daher als besonders reinlich gelten. Dies kann jedoch als eine Art Ersatzhandlung angesehen werden, da sie ihre Nahrung nicht mehr im Wasser ertasten können und so ihre Verhaltensmuster nur noch simulieren.

Lebensraum

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika (Verbreitungsgebiet Südkanada bis Panama), wo er Laub- und Mischwälder mit altem Baumbestand in Wassernähe besiedelt. Er bevorzugt feuchte Gebiete wie Sümpfe, Ufer von Bächen, Flüssen oder Seen. Als nachtaktives Tier verbringt er den Tag überwiegend in schwer zugänglichen Verstecken wie Baum-, Fels- oder Erdhöhlen. In Siedlungsgebieten bevorzugt er alte leer stehende Gebäude, Scheunen oder Ställe. Aber auch Keller, Garagen und Dachböden werden gerne als Quartier genutzt.

Während des Winters halten die Tiere oft wochenlang Winterruhe in ihren Verstecken und leben von ihren Fettreserven. Allerdings ist dies kein echter Winterschlaf, sie werden sofort aktiv, wenn wärmere Wetterlagen eine Futtersuche ermöglichen.

In Europa begann die Verbreitung des Waschbären zunächst 1934 mit der Aussetzung von vier Waschbären am Edersee. Durch Bombentreffer gegen Ende des zweiten Weltkrieges im Garten eines Pelztierzüchters bei Wolfhagen kam es zu weiteren Auswilderungen. Zudem wurden bereits in den 30er und 50er Jahren in Weißrussland und im Kaukasusgebiet erfolgreich Waschbären ausgesiedelt. Auf diese Weise entwickelte sich in Europa schnell eine eigenständige Waschbärenpopulation. Der Bestand wird heute in ganz Europa auf mehrere Hunderttausend geschätzt.

Ernährung

Der Waschbär zählt, obwohl Allesfresser, zur Gattung der Raubtiere. Im Frühjahr bevorzugen die Bären überwiegend tierische Nahrung wie Schnecken, Regenwürmer und Insekten, aber auch Mäuse und junge Vögel können dann auf dem Speiseplan stehen. Im Sommer und Herbst überwiegt die pflanzliche Kost mit Früchten und Samen. Im Winter fasten die Tiere, da sie weitgehend inaktiv sind.

In urbanen Räumen, wo das Nahrungsangebot das ganze Jahr über gegeben ist, findet der Waschbär genügend Nahrung auf Rasenflächen, unter Obstbäumen und vor allem auf Kompostplätzen sowie in Mülltonnen und Papierkörben. Der tägliche Nahrungsbedarf eines ausgewachsenen Tieres liegt zwischen 200 und 400g.

Fortpflanzung und Sozialleben

Waschbärenweibchen werden in der Regel nach einem Jahr, die Männchen erst im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. Die Hauptpaarungszeit ist im Februar. Im April werden zwei bis fünf Junge geboren.

Die knapp 10 cm großen Neugeburten haben bei der Geburt ein Gewicht von 65 bis 75 g. Sie werden nur von der Mutter großgezogen und verlassen die Höhle nach ca. zwei Monaten. Bis zum Herbst leben sie im Familienverband. Waschbären sind keine Einzelgänger, sondern leben ganzjährig mit Artgenossen in Gruppenverbänden zusammen. Es lassen sich Mutter-Kind-Gruppen, Bündnisse von erwachsenen Rüden sowie Gruppen von erwachsenen Fähen unterscheiden.

Waschbären eines Gebietes stehen durch bestimmte Treffpunkte, wie zum Beispiel Hauptschlafplätze miteinander in Kontakt. Über Duftmarken erfolgt der Austausch sozialer, sexueller und nahrungsökologischer Informationen. Die Kleinbären werden in freier Natur durchschnittlich 8 bis 10 Jahre alt, in Gefangenschaft können sie deutlich älter werden.

Kann ein Waschbär gefährlich werden?

Grundsätzlich sind Waschbären nicht aggressiv und greifen Menschen auch nicht an. Doch sie sind und bleiben Wildtiere. Man sollte sie trotz aller Possierlichkeit nicht anfassen, füttern oder anlocken. Als Raubtiere sind sie in Situationen, in denen sie sich eingeengt fühlen, Angst oder Unsicherheit verspüren, durchaus in der Lage schmerzhafte Bisswunden zu verursachen. Insbesondere ein Anlocken der Tiere durch Füttern muss unbedingt vermieden werden.

Waschbären spielen bei der Übertragung der Tollwut in Europa bisher keine Rolle. Bei allen untersuchten Tieren wurden nur sehr wenige Fälle von Tollwut belegt.

Waschbären, die Tollwut haben, sind desinteressiert und ziehen sich zurück. Meist verkriechen sie sich in Höhlen oder anderen sicheren Verstecken um dort zu sterben. Ein neugieriger Bär auf Futtersuche im heimischen Garten, der sich erstaunlich zutraulich zeigt, ist nicht tollwutverdächtig. Trotzdem ist – wie bei allen Wildtieren –Vorsicht geboten.

Wie kann ich mein Grundstück sichern?

Der beste Schutz gegen ungebetene Gäste, ist zunächst einmal das Nahrungsangebot im Garten und am Haus so gering wie möglich zu halten.

Folgende Maßnahmen können in diesem Zusammenhang empfohlen werden:

  • Mülltonnen und Abfälle unzugänglich aufbewahren; wenn dies nicht möglich ist, die Behältnisse mit starken Spanngummis sichern und nach Möglichkeit mindestens einen halben Meter von Zäunen, Mauern und Zweigen entfernt aufstellen.

  • Gelbe Säcke erst am Abholtag früh herausstellen oder in verschließbaren Boxen aufbewahren.

  • Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot und Obst nicht auf den Komposthaufen werfen; unproblematisch sind Garten- und Gemüsereste sowie Kartoffelschalen.

  • Keine Nahrungsreste in öffentlichen Papierkörben hinterlassen.

  • Futter für Haustiere nicht im Garten oder auf der Terrasse über Nacht belassen.

  • Fallobst sammeln und reifes Obst ernten.

  • Obstbäume mit einem mindestens 1m hohen Blechring am Stamm gegen Hochklettern schützen.

Der Versuch der Vergrämung durch Ultraschallgeräte, Radiolärm, Menschenhaare, Pfefferspray und dergleichen macht viel Aufwand mit geringem Nutzen. Der Effekt wird nur von kurzer Dauer sein; die Störung für den Menschen und die Haustiere ist meist größer, als die für den Waschbären. Vor allem sollten Waschbären nicht gefüttert werden, da diese dann oft dreist und aggressiv werden können. Der Waschbärenbestand würde dabei lediglich gefördert und das Problem größer. Populationsverluste können durch gesteigerte Fortpflanzung egalisiert werden, so dass das Fangen und Töten der Tiere meist nicht sinnvoll ist. Auch Findelkinder aufzuziehen und später wieder frei zu lassen ist leichtfertig und unbedacht. Ein Waschbär ist kein Haustier und wird auch keins.

Besondere Sicherung des Hauses

Waschbären haben gerne auf Dächern ihr Tagesversteck. Dorthin gelangen sie häufig über Regenrinnen oder angrenzende Bäume. Diese Überstiegmöglichkeit kann durch Rückschnitt der Gehölze verhindert werden. Auf dem Dach selbst bieten dann verschobene Ziegel oder Öffnungen, die die geschickten Tiere ggf. auch vergrößern, den Eingang zum Dachboden oder in Zwischendecken.

Auch der Schornstein kann als Tagesquartier dienen. Der Aufstieg auf das Dach kann mit nachstehenden Tipps verhindert werden:

  • Blechabdeckungen, mit einer Breite von mindestens 1m über den Fallrohren der Regenrinnen anbringen.

  • Mögliche Schlupflöcher mit dauerhaften Baumaterialien schließen.

  • Bäume und Sträucher, die an das Gebäude grenzen, mindestens einen Meter vom Gebäude weg einkürzen.

  • auf dem Schornstein ein Metallgitter anbringen.

  • Katzenklappen verschließen.

Waschbären benutzen bestimmte Plätze als „Toilette“, z. T. auch auf Dachböden. Diese Plätze stellen eine potentielle Infektionsgefahr dar und sollten regelmäßig gesäubert werden. Dabei ist zu beachten:

  • Einweg-Handschuhe während der Säuberung tragen.

  • Kot in reißfesten Müllbeuteln entsorgen.

  • Reste mittels heißem Seifenwasser und Desinfektionslösung entfernen.

  • Alle benutzten Einwegartikel und den Schwamm in einen Plastikbeutel geben, gut verschließen und mit dem Restmüll entsorgen.

  • Kinder fernhalten.

  • Haustiere gegen Tollwut und Staupe impfen.

zu guter letzt…

Der Waschbär zählt inzwischen zur einheimischen Fauna. Er ist als Nesträuber zwar ein eher unerfreulicher Faunenzuwachs, sollte aber dennoch seinen Lebensraum mit uns teilen dürfen. Wir haben die Möglichkeit, ihn zu beobachten und sein Verhalten zu verstehen. Durch umsichtiges Verhalten ist ein friedliches Neben- und Miteinander möglich, ohne dass die Population der Tiere unkontrolliert ansteigen kann.

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