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Ratsinformation

Auszug - Kleine Anfrage der Stadtverordneten Sonja Sell (Nr. 1 11/2012)  

Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg
TOP: Ö 4.1
Gremium: Stadtverordnetenversammlung Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Fr, 30.11.2012 Status: öffentlich
Zeit: 16:00 - 22:00 Anlass: Öffentliche Sitzung
Raum: Sitzungssaal Barfüßerstr. 50
Ort: 35037 Marburg
VO/1866/2012 Kleine Anfrage der Stadtverordneten Sonja Sell (Nr. 1 11/2012)
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Kleine Anfrage
Federführend:09 - Unterstützung kommunaler Gremien Bearbeiter/-in: Schmidt, Christina
 
Beschluss


Immer häufiger ist zu beobachten, dass kleinere Baumaßnahmen im öffentlichen Raum in Marburg monatelang still stehen, ohne dass einmal aufgerissene Löcher wieder verfüllt werden. (Beispielhaft sei die Baustelle „An den Siechengärten" genannt, die den Verkehr monatelang behindert hat, ohne dass bauliche Tätigkeiten erkennbar waren.) Den Anwohnern ist dabei oft nicht bekannt, warum die Baumaßnahme nicht beendet wird und bei wem man sich erkundigen bzw. beschweren kann. Kann der Magistrat Auskunft darüber erteilen, warum dies neuerdings öfter der Fall ist und wie will er dies in Zukunft vermeiden?

 

Es antwortet Bürgermeister Dr. Kahle:

 

In den letzten drei Jahren führen die SWM mehr Tiefbaumaßnahmen als in den Jahren zuvor aus. Das Grauguss-Sanierungsprogramm und erforderliche Netzertüchtigungs-maßnahmen zur Aufnahme des Bioerdgases aus der Bioerdgas-Aufbereitungsanlage im Ebsdorfergrund erfordern mehr Bautätigkeiten in den Versorgungsnetzen als dies in den Jahren zuvor üblich war. Diese Vielzahl an Baumaßnahmen führt grundsätzlich erst einmal dazu, dass in Marburg mehr Tiefbauarbeiten zur gleichen Zeit an verschiedenen Stellen stattfinden.

 

Sanierungsmaßnahmen erfordern in der Abwicklung grundsätzlich mehr Zeit als Neubaumaßnahmen, weil die neue Leitung parallel zur vorhandenen noch in Betrieb befindlichen Versorgungsleitung verlegt werden muss. In der Regel müssen auch die Hausanschlüsse aufgrund ihres Alters und Zustandes mit erneuert werden. Ein wesentlicher Zeitfaktor sind die Umbindungen der Hausinstallationen an die neue Hausanschlussleitungen und die Einbindungen der neuen Versorgungsleitungen in das vorhandene Versorgungsnetz bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Versorgung.

 

Die endgültige Fertigstellung der Tiefbaumaßnahme erfolgt mit dem Auftrag des Feinasphalts. Dadurch, dass die Einbindungs- und Umbindungsarbeiten punktuell zum Schluss der gesamten Baumaßnahme stattfinden, entstehen deswegen vermehrt einzelne Baugruben. Damit bleiben die gesamten Rohr- bzw. Kabelgräben im gesamten Sanierungsbereich in einem nicht endgültig fertig gestellten Zustand. Dies erweckt den Anschein, dass die Baumaßnahmen nicht zügig bzw. ohne erkennbare Aktivitäten abgewickelt werden.

 

Die in der Anfrage konkret genannte Baustelle „An den Siechengärten" war eine Baustelle im Rahmen des behördlich geforderten Austausches von Erdgasversorgungleitungen, die als Graugussleitung errichtet wurden und nunmehr durch eine Kunststoffleitung (PE) ersetzt werden. Im Zuge dieser sogenannten Grauguss-Sanierung wurde auch die Wasserleitung erneuert und eine Datenleitung (LWL) neu verlegt. Der Standort an den Siechengärten ist ein zentraler Knotenpunkt für die Einbindung dieser Infrastrukturen und die Baustelle konnte erst nach Fertigstellung aller o. a. Nebenarbeiten geschlossen werden. Durch diese technisch notwendige Verfahrensweise kann der Eindruck entstehen, die Baustelle sei vergessen worden. Tatsächlich ist dies, wie bereits beschrieben, dem Umstand geschuldet, dass unter vollem Betrieb der alten Infrastruktur eine Rekonstruktion der Leitungen, Hausanschlüsse etc. durchgeführt wird.

 

Diese Abwicklung dient der Aufrechterhaltung einer weitgehend unterbrechungsfreien Versorgung und ist daher kundenfreundlich. Durch Verkürzung der Bauabschnitte könnte dem subjektiven Eindruck still stehender Baustellen entgegen gewirkt werden; die Folgen wären jedoch vermehrte Versorgungsunterbrechungen und höhere Baukosten.

 

Von der Stadtverwaltung kann nur begrenzt auf die Abwicklung der Baumaßnahmen von Versorgungsunternehmen eingewirkt werden. Die technischen Herausforderungen müssen von den jeweiligen Unternehmen selbst gelöst werden und eine Freigabe der Straße kann erst nach Abschluss der Maßnahme erfolgen. Die gegenwärtige Situation soll jedoch genutzt werden, um noch einmal an alle Baustellenbetreiber zu appellieren, ihre Maßnahmen konzentriert umzusetzen und nicht mehr Baustellen zu beginnen, als tatsächlich auch abgewickelt werden können.

 

Nach Beendigung der Grauguss-Sanierungsmaßnahmen in 2015 ist mit einer erheblichen Verringerung der Belastungen durch Tiefbaumaßnahmen zu rechnen.

 

Eine Zusatzfrage des Stadtverordneten Weidemann (SPD) wird ebenfalls durch den Bürgermeister und den Oberbürgermeister beantwortet.

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