Universitätstadt Marburg

?

Hauptnavigation der Seite

Kartenanwendung der Stadt Marburg

Seiteninhalt

Inhaltsbereich der Seite

Ratsinformation

Vorlage - VO/2907/2014  

Betreff: Antrag der Bürger für Marburg betreffend der Erfolge der Streetworkerinnen der Frankfurter Organisation "Frauenrecht ist Menschenrecht" (FiM)
Status:öffentlichVorlage-Art:Antrag der BfM
Federführend:57 - Soziale Dienste Bearbeiter/-in: Wagner, Norbert
Beratungsfolge:
Magistrat Kenntnisnahme
27.01.2014    Nichtöffentliche Sitzung des Magistrats      
10.02.2014    Nichtöffentliche Sitzung des Magistrats zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Soziales, Jugend und Gleichstellung Vorberatung
22.01.2014 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Frauen zurückgestellt   
19.02.2014 
Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Jugend und Frauen abgelehnt   
Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung
28.01.2014 
Öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zurückgestellt   
25.02.2014 
Öffentliche Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zurückgestellt   
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
31.01.2014 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   
28.02.2014 
Öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg zurückgestellt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt

Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, folgenden Beschluss zu fassen:

 

  1. Die Stadtverordnetenversammlung stellt fest, dass aufgrund der vorliegenden Dokumentation der FiM und der Darstellung in der Oberhessische Presse in einem Artikel vom 27.12.2013 mit der Überschrift "Gefangen in der Sex-Fabrik" eine erhebliche Diskrepanz über die angeblichen Erfolge der FiM vorliegt.

 

  1. Des Weiteren stellt die Stadtverordnetenversammlung in Frage, ob der für eine erfolgreiche Arbeit der Organisation FiM jährlich zur Verfügung gestellte Betrag in Höhe von € 40.000,00 der Stadt Marburg sachgemäß verwendet wurde.

 

  1. Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, ob der unter 2. benannte Betrag nicht als Ausstiegshilfe für Prostituierte des „Erotik Island“ verwendet werden kann.

 


Begründung:

Nach der Veröffentlichung des neuen Buches von Alice Schwarzer („Prostitution – ein deutscher Skandal“) stehen vor allem Hilfsorganisationen für Prostituierte in der öffentlichen Kritik: Gelder werden offenbar verschwendet, ohne dass echte Sozialarbeit mit den Frauen geleistet wird. Eine Kontrolle findet nicht  ausreichend statt.

Vor diesem Problem scheint die Stadt Marburg in Bezug auf das Bordell "Erotik Island"  in der Marburger Siemensstraße 10 ebenfalls zu stehen. Am 02.01.2007 nahm die Organisation FiM ihre Arbeit in dieser Einrichtung auf. Im Zuge der Genehmigung des Bordells war es eine Auflage, dass die dort arbeitenden Frauen von den Streetworkerinnen einmal wöchentlich besucht werden müssen, um eventuelle Übergriffe auf die Frauen im Vorfeld zu vermeiden.

Nicht nur die "BI gegen Bordelle" hat den Erfolg der Streetworkerinnen immer wieder in Frage gestellt. Ein Artikel in der OP vom 27.12.2013 greift diese Problematik neben den vielen anderen negativen Auswirkungen des Bordells in Marburg auf.

Allein die sprachliche Barriere zwischen den Prostituierten und den Streetworkerinnen deckt auf, dass es schon ein großes Kommunikationsproblem  zwischen diesen Gruppen gibt. Es ist unmöglich, immer die richtige Dolmetscherin in Begleitung zu haben, um die sozialen und kriminellen Übergriffe den Prostituierten gegenüber zu erfassen.

Die in dem OP-Artikel erwähnte 20-jährige bulgarische Prostituierte Maria stellt in kurzen Worten die Tatsachen aus ihrer Sicht über die Arbeit der Streetworkerinnen dar. Kommen Betreuerinnen von christlichen Einrichtungen - und dieser Punkt wird in den OP-Artikel nicht erwähnt - öffnen sich nicht nur die Türen zu den Zimmern der Prostituierten.

90% aller Prostituierten Deutschlands kommen aus den ärmsten Ländern Osteuropas und Afrikas. Mit welchen Versprechen diese Frauen nach Deutschland gelockt werden, ist hinreichend bekannt. Diese und die meisten deutschen Prostituierten landen in der Altersarmut, die bekanntlich bei diesen Frauen nicht erst bei 65 Jahren beginnt. Um Frauen aus diesem Teufelskreis von Prostitution, Gewalt und Kriminalität heraus zu kommen, bedarf es finanzieller Unterstützung, die gezielt eingesetzt werden muss, um für die Frauen erfolgreich zu sein.

 

Andrea Suntheim-Pichler

 

 

 

Mobile Navigation schliessen