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Ratsinformation

Vorlage - VO/5892/2017  

Betreff: Antrag der Fraktion Marburger Linke betr. öffentliches Gedenken der Opfer der Marburger Jäger in Königshütte (Chorzow/Polen)
Status:öffentlichVorlage-Art:Fraktionsantrag
Verfasser:Sprenger, Lothar
Federführend:09 - Unterstützung kommunaler Gremien Beteiligt:41 - Kultur
Bearbeiter/-in: Sprenger, Lothar   
Beratungsfolge:
Magistrat Stellungnahme
06.11.2017    Sitzung des Magistrats (nichtöffentlich)      
Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Bäder Vorberatung
09.11.2017 
Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Bäder (öffentlich) ungeändert beschlossen   
Stadtverordnetenversammlung Entscheidung
17.11.2017 
Sitzung der Stadtverordnetenversammlung der Universitätsstadt Marburg (öffentlich) ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

Der Magistrat wird gebeten anlässlich des 100. Jahrestags 2019 ein öffentliches Gedenken für die Opfer der "Marburger Jäger" in Königshütte (Chorzow/Polen) zu organisieren

.


Begründung:

 

Die vom Magistrat der Universitätsstadt Marburg in Auftrag gegebene und in den Marburger Stadtschriften erschienene Studie „Zur Geschichte der ‚Marburger Jäger‘“ (2014) hat u.a. zu Tage gebracht, dass die Marburger Militäreinheit auch in Königshütte (heute Chorzów) Gewalttaten begangen hat. Die Ziele und Aufgaben der Jäger formulierte der Kommandeur des Reserve-Jäger-Batl. Nr. 11 Ernst von Chappuis wie folgt: „Die Rettung Oberschlesiens vor den Spartakisten und den Polen für das Deutschtum“.

 

Die in Königshütte stationierten ‚Marburger Jäger‘ gingen gewalttätig gegen die lokale Arbeiterschaft vor und schossen am 3. Januar 1919 auf demonstrierende Arbeiter. Mindestens 16 Menschen starben im Maschinengewehrfeuer; 21 weitere wurden verletzt.

 

Der Historiker und Mitautor der Studie Klaus Peter-Friedrich konnte die Namen von 13 Opfern (Studie, S.101f.) recherchieren:

 

        Karl Czech, 26 Jahre, Hilfsschrankenwärter aus Neu Heiduk

        Anton Fuchs, 18 Jahre, Hüttenarbeiter

        Franz-Georg Gawlitzek, 32 Jahre, Grubenarbeiter

        Hermann Grychtol, 19 Jahre, Elektriker aus Schwientochlowitz

        Maria Gryszczyk, 28 Jahre, Arbeiterin

        Johann Kandzia, 24 Jahre, Grubenarbeiter aus Neu Heiduk

        Andreas Franz Kania, 55 Jahre, Grubenarbeiter aus Neu Heiduk

        Franz Martin Klis, 52 Jahre, Hauer

        Anton Paul Lakota, 41 Jahre, Grubenarbeiter

        Wilhelm Lipp, 18 Jahre, Grubenarbeiter

        Peter Mathussek, 41 Jahre, Zimmerhauer aus Bismarckhütte

        Franz Michael Olszycka, 50 Jahre, Hauer

        Alfons Arthur Zuber, 16 Jahre, Arbeiter

 

Anlässlich des 100. Jahrestags dieses Massakers wäre es mehr als angemessen, ein öffentliches Gedenken zu organisieren.

 

 

Jan SchalauskeRenate BastianHenning Köster-Sollwedel

Tanja Bauder-WöhrInge SturmElisabeth Kula

Roland BöhmJonathan Schwarz

 


Anlagen:

keine

 

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