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Ratsinformation

ALLRIS - Vorlage

Fraktionsantrag - VO/5757/2017

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

  1. Die Stadtverordnetenversammlung lehnt die Durchführung oder Bewerbung von sogenannten „Reparativtherapien“, oder auch „Konversionstherapien“, die als psychotherapeutische oder seelsorgerische Methode zur Umpolung und Umorientierung homosexueller Menschen dienen sollen, ab.
  2. Die Stadtverordnetenversammlung fordert den „Christus Treff“ auf, sich zu den in der arte-Dokumentation „Du sollst nicht schwul sein“ aus dem Jahr 2015 geschilderten Vorwürfen sowie zu den Aktivitäten und Verbindungen zu der Bewegung „Offensive Junger Christen“ und deren „Institut für Jugend und Gesellschaft“ Stellung zu beziehen und sich davon zu distanzieren.
  3. Die Stadtverordnetenversammlung macht unmissverständlich klar, dass in Marburg alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und keiner Diskriminierung ausgesetzt sein sollen.

 

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Sachverhalt

Begründung:

 

In der arte-Dokumentation „Du sollst nicht schwul sein“ aus dem Jahr 2015 wird Marburg als zentraler Ort für die sogenannten „Reparativtherapien“ genannt. Bildlich gezeigt wird in diesem Zusammenhang das Haus des „Christus-Treff“ am Steinweg. Bisher gab es dazu weder eine Debatte in der Stadt, noch hat sich die Leitung des „Christus-Treff“ dazu geäußert.

 

Diese Form der Behandlung von Homosexualität als vermeintliche Krankheit wird vom Weltärztebund kategorisch abgelehnt. Auch die psychoanalytischen Fachverbände stellen sich geschlossen gegen diese unheilvollen Therapieansätze.  In Kalifornien und auf Malta sind sie bereits bei Minderjährigen verboten. Dass gerade Marburg als ein zentraler Ort der „Homo-Heilerszene“ gilt, sollte die Stadtverordneten dazu veranlassen, dagegen unmissverständlich Stellung zu nehmen. Religiös und pseudomoralisch statt wissenschaftlich begründete Behandlungen dürfen in Marburg keinen Platz haben.

 

Die Verantwortung dafür, dass sich keine „Therapeuten“ ohne wissenschaftliche Grundlage an der Psyche homosexuell empfindenden Menschen zu schaffen machen, ist gerade in Deutschland aufgrund der Geschichte besonders gegeben: Während der NS-Herrschaft wurden homosexuelle Männer aber, auch Frauen, verfolgt, zu Opfern pseudomedizinische Menschenversuche und  in Konzentrationslagern durch besonders schwere Arbeit gezielt ermordet. In der Bundesrepublik blieben sie jahrelang illegalisiert und langjährigen  Haftstrafen ausgesetzt. Erst vor wenigen Jahren wurden sie als NS-Opfer wahrgenommen und später Opfer der bundesrepublikanischen Justiz rehabilitiert.

 

Die Vorstellungen, die zu diesem Unrecht geführt haben, dürfen sich nie wieder ausbreiten.

 

 

Elisabeth KulaRoland BöhmRenate Bastian

Jan SchalauskeTanja Bauder-WöhrHenning Köster-Sollwedel

Inge SturmJonathan Schwarz

 

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