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Ratsinformation

ALLRIS - Vorlage

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

 

  1. Die Stadt Marburg wird beauftragt: Ein Konzept für einen Schulförderpreis „Grünes Klassenzimmer“ zu erarbeiten und den Wettbewerb nach den Herbstferien im Oktober 2021 zu starten, um ihn dann künftig fortzuschreiben.

 

  1. Die Stadt Marburg wird beauftragt: Ein Preisgeld für den Schulfreiheitspreis „Grünes Klassenzimmer“ in Höhe von 20.000 €hrlich bereitzustellen. Das Preisgeld kann auch auf verschiedene Projekte aufgeteilt werden.

 

  1. Die Antragsbegründung ist Teil dieses Schulförderpreises und soll in der Konzeptionierung erkennbar aufgegriffen werden.



 

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Sachverhalt

Begründung:

 

Die gute, freudige und ersehnte Nachricht inzwischen sind alle unsere Kinder und Jugendlichen zurück in ihren Schulen und Kitas. Nutzen wir die gegenwärtigen Erfahrungen und die krisenhafte Situation produktiv und investieren in die nachhaltige Etablierung eines Schulfreiheitspreises“. Nach einer langen digitalen und häuslichen Isolation müssen wir verstärkt die Schule auch als einen sozialen Begegnungsraum begreifen. Bewegung und soziale Interaktion sind nicht nur präventiv wirksam und gut für die Gesundheit, sondern sie sind auch ein wichtiger Ansatz für die individuellen Aufarbeitung des Erlebten, wichtige Coping Faktoren, die so die Resilienz steigern. Es jetzt wichtig, ganz analog, sich, andere und die Mitwelt zu spüren, einen interaktiven Bezug herzustellen und in Begegnung zu erleben. Dies ist nach der Ausnahmesituation einer Pandemie von besonderer Bedeutung, aber es ist auch im normalen“ Alltag von zunehmender Bedeutsamkeit. Die Motivation und das Angebot durch einen Schulpreis, könnte ein nachhaltiger Impuls für mehr Unterricht an der frischen Luft sein, eine analoge Insel gerade in den zunehmend langen und heißen Sommermonaten.

 

Grundlegungen zur Konzeption des Schulfreiheitspreises:

 

Gefördert werden:

          ausschließlich Projekte Marburger Kitas und Schulen

          Planungen von Geländen sowie praktische Projekte auf Freiflächen

          Sachmittel oder Honorarleistungen

 

Die grundlegende Teilnahmebedingung ist die inclusive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Planung/der Durchführung der Projekte. Eine besondere Berücksichtigung erfahren Kitas und Schulen, die ihr Gelände ganz oder teilweise Kindern / Jugendlichen auch nach Unterrichtsschluss / an Wochenenden / in den Ferien als Spielraum zur Verfügung stellen. Die Öffnung der Freifläche als Spielgelände ist ausdrücklich erwünscht.

Hinweis: Der Preis will die Hilfe zur Selbsthilfe fördern. Die Fördermittel dienen der Anschubfinanzierung von Projekten. Eine Teilnahme ist besonders dann erfolgreich, wenn eine hohe Eigenbeteiligung erkennbar ist oder Drittmittel (z.B. Förderverein, Sponsoren, Fundraising etc.) eingesetzt werden.

 

Was ist ein „Grünes Klassenzimmer“?

Das „Grüne Klassenzimmer“ findet nicht in Innenräumen statt. Es ist ein Konzept, demzufolge der Unterricht in der „Natur“ abgehalten wird, in einem Klassenzimmer im Grünen eben. Unabhängig von den einzelnen Fächern das „Grüne Klassenzimmer“ geht Förderung cherübergreifend und ganzheitlich an, unter freiem Himmel, mit Bewusstsein für die Umwelt und eher aus einer „Reformpädagogischen Perspektive“. Das Drei Säulen Modell der Nachhaltigkeit ist in das Unterrichtsangebot integriert und die drei Säulen „Ökologie, Ökonomie sowie soziale Aspekte" sind miteinander verbunden.

 

Im Umgang mit der Natur Umweltbewusstsein vermitteln

Die Idee hinter dem grünen Klassenzimmer ist es, das Bewusstsein für die Umwelt zu stärken und Kindern erste Ansätze von Umweltschutz zu vermitteln. Es ist für unser aller Zukunft relevant, ökologischer Zusammenhänge zu erkennen und sich kritisch mit Umweltproblemen auseinanderzusetzen. Ob also Schule oder Kindergarten, das Klassenzimmer im Grünen bringt schon den „Kleinen“ Achtsamkeit bei, von der sie ihr Leben lang profitieren. Darüber hinaus wird die Aufnahmebereitschaft der Schüler*Innen gesteigert das Lernen macht dank des Ortswechsels viel mehr Freude. Und das praktische Forschen und Recherchieren ist eine motivierende Abwechslung zum Unterrichtsalltag.

 

Das grüne Klassenzimmer in Schule, Kindergarten und KiTa

Viele Schulen, sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen, haben auf ganz unterschiedliche Weisen ein grünes Klassenzimmer „installiert“. Die Vielfalt ist groß. Schließlich hat nicht jede Schule gleich viel Platz. Es gibt mal mehr, mal weniger Lehrkräfte, die das designierte Stückchen Grundstück oder das Projekt betreuen können und die Schwerpunkte werden unterschiedlich gesetzt. Die einen nutzen dabei das vorhandene Biotop, die anderen haben einen großen Gemüsegarten. Oder es findet sich ein geradezu professionelles Versuchslabor mit Gewächshaus & Co. Es gibt viele „Grüne Klassenzimmer“-Ideen! Am meisten Erfolg und Spaß an der Sache bringt natürlich das Einbinden der Schüler und Schülerinnen von Anfang an. Gleiches gilt selbstverständlich für Kindergärten und Kindertagesstätten. Hier müssen Pädagogen und Pädagoginnen allerdings auf die unterschiedlichen Fähigkeiten und Voraussetzungen für kleinere Kinder achten.

 

Waldorfschule und grünes Klassenzimmer

In Waldorfschulen ist das Konzept, dass Kinder praktisch und eigenverantwortlich ökologisch erzogen und unterrichtet werden, schon lange integriert. Es gibt sogar ein eigenes Fach dafür: Gartenbau. Dieser soll Kinder direkt im Umgang mit der Natur zeigen, wie durch ihren Einsatz Pflanzen gedeihen oder bei Vernachlässigung eingehen. Kinder der sechsten bis zur achten Klasse erlangen dabei praktisches und theoretisches Wissen zur Bepflanzung und Pflege von Beeten. Gleichzeitig schaffen die Schüler und Schülerinnen so aktiv neuen Lebensraum, sowohl r Pflanzen als auch Tiere. Durch die Aussaat von Gemüse oder der Pflanzung von Obstbäumen lernen Kinder dazu, wo unsere Lebensmittel eigentlich herkommen. Den älteren Schülern wird weiterführend auch der Garten- und Landschaftsbau nähergebracht.

 

Die Entstehungsgeschichte

Das Grüne Klassenzimmer wurde als offizielles Projekt der „Weltdekade für nachhaltige Entwicklung“ der UNESCO 2008/2009, 2010/2011 und 2012/2013 ins Leben gerufen.

 

Soziale Aspekte im grünen Klassenzimmer

Selbst im obersten Management ist bekannt, dass bei schwerwiegenden Problemstellungen im Miteinander ein Ortswechsel, möglichst nach draußen, wahre Wunder vollbringen kann. Das ist bei Kindern nicht anders. Wenn man gemeinsam zupackt, ein Projekt auf die Beine stellen muss oder sich an der hart erarbeiteten Ernte erfreut, werden Konflikte leichter beseitigt oder sie entstehen gar nicht erst. Selbst Schüler, die sich im Frontalunterricht in eine passive Haltung zurückziehen, können beim Werkeln mit Spaten und Schaufel, beim Säen und Gießen plötzlich eine ganz neue, motivierte Haltung an den Tag legen und die Frustration des Schulalltags im wahrsten Sinn begraben.

 

Konzeption:

"Die Stadt Marburg stellt Mittel für den Bildungsförderpreis „Das Grüne Klassenzimmer“ zur Verfügung.

 

Gefördert werden insbesondere:

          Maßnahmen, die konkrete Bedürfnislagen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen sowie ein hohes Maß an Akzeptanz und Identifikation mit dem Projekt erwarten lassen

          Maßnahmen, die als Bestandteil sozialen Lernens zu verstehen sind und Eigenständigkeit, Phantasie und Selbstorganisation anregen

          Maßnahmen mit kommunikativem Charakter, die das Zusammenwirken der gesamten Schulgemeinde, aber auch von externen Partner*Innen fördern und unterstützen

          Projekte, die ggf. Anregungen von Arbeitsgemeinschaften und anderer Initiativen aufgreifen und bereichern können

          Projekte, die Themen, wie Umweltschutz, Mitwelt, Migration, Demokratie, Courage

usw. beinhalten"

 

Marburger Schulhöfe:

Schulhöfe sind neben Kinderspielplätzen oft die letzten Reservate, in denen Kinder ungestört spielen können. Die Marburger Schulhöfe sind zwar schon aufgewertet worden, siennten allerdings noch stärker zum Spielen einladend und die sinnliche Anregung verstärken. gliche Planungen sollten kooperativen Grundlage erfolgen und verstärkt aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen entwickelt werden und Ihre Bedürfnisse verstärkt berücksichtigen. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass mit der Gestaltung eines Schulhofes zum Spielhof die Öffnung des Schulhofes am Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien verbunden ist. In der Planung und Gestaltung kann es nicht allein darum gehen, fertig gebaute Spielgeräte aufzustellen, sondern eine räumlich erlebbare Untergliederung der Spielhoffläche in verschiedene Bereiche, um natürliche raumgliedernde Elemente wie z.B. Hügel, Wälle, Mulden usw., um bespielbare Biotope wie Hecken, Labyrinthe, Gebüsche, um elementare Spielmaterialien wie Holz und Wasser, um Spielgeräte, die sich in dieses Bedingungsgefüge einpassen und Teil von ihm sind. Ein Schulhof, der exemplarisch und konsequent diese Konzeption verfolgt, ist der Schulhof der Elisabethschule.

 

Konzeptionelle Programmüberlegungen bei der Entwicklung der schulischen

Außengeländen:

Standortwahl

Sinnvollerweise sind Projektstandorte zu wählen, die

  1. von Seiten der Stadt als geeignet befürwortet werden.
  2. von schulischer Seite bereits Vorstellungen zur Umgestaltung der Schulfreiflächen beinhalten.
  3. mindestens unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an einem kooperativen Planungsverfahren, möglicherweise der Eltern, Nachbarschaft, Initiativen etc. mit praktischen Umgestaltungsarbeiten begonnen haben und somit ein hohes Maß an Akzeptanz und Identifikation mit dem Projekt erwarten lassen.

 

Die finanziellen Mittel

Die Mittel werden der Schule vorrangig für Material zur Verfügung gestellt. Soweit nötig, werden Honorare für Landschaftsplanerinnen und -planer, Spielraumgestalterinnen und -gestalter, Künstlerinnen und Künstler etc. für die planerische und anleitende Betreuung der Schule bei der Konzeption gefördert. Notwendige Baumaßnahmen werden - soweit sie nicht durch Eigentätigkeit der Schule / städtische Maßnahmen / Sponsoren übernommen werden ausgeschrieben.

 

Planung

Am Planungsverfahren sind alle späteren Nutzer*Innen zu beteiligen. Die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in die Planungsphase ist eine wesentliche Bedingung für die erfolgreiche Realisierung einer Schulhofgestaltung.

Die Planungsgruppe besteht sinnvollerweise aus:

          Kindern und/oder Jugendlichen der Schule

          Kindern und/oder Jugendlichen des Einzugsgebietes der Schule

          der Schulleitung

          Lehrerinnen und Lehrern

          dem Hausmeister

          Eltern

          Nachbarinnen und Nachbarn der näheren Umgebung

          (Bürger-)Initiativen der näheren Umgebung

          Städtische Initiativen, welche Verbesserungen des Angebotes für Kinder und/oder Jugendliche anstreben

          Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Ämter (Bildung und Kultur, Naturschutz und Grünflächenamt, Tiefbau- und Hochbauamt, Jugend und Soziales, Umweltamt)

          Landschafts- oder Spielraumplanerinnen und -planer

 

Grundsätzlich stehen die Planungstreffen allen Interessierten offen. Sie werden durch gewählte Vertreterinnen und Vertreter einberufen und organisiert. Aufgabe der Planungsgruppe ist die Erarbeitung eines naturnahen Spielraumkonzeptes für die entsprechende Schulfreifläche unter Einhaltung der folgenden Kriterien:

  1. Nutzung der Planungsphase zu Fortbildung und Orientierung der Beteiligten (inkl. Der Kinder und Jugendlichen)
  2. Erarbeitung eines Stufenkonzeptes zur schrittweisen Umgestaltung der Freifläche mit der Möglichkeit, während des Planung- und Bauverfahrens sinnvolle Veränderungen vornehmen zu können
  3. Festlegung eines möglichst hohen Anteils an Eigentätigkeit der Kinder und/oder Jugendlichen bei der Umgestaltung
  4. Einsatz umwelt- und gesundheitsverträglicher Technologien und Materialien und Nutzung von Recyclingmaterialien
  5. Erarbeitung eines Pflegekonzeptes
  6. Herstellung eines oder mehrerer Modelle und Erstellung eines Landschaftsplanes
  7. Erarbeitung eines Konzeptes zur Einbeziehung des Umgestaltungsprozesses in Unterricht und Freizeitaktivitäten
  8. Erarbeitung eines Konzeptes zur innerschulischen Organisation der Beteiligung an der praktischen Umgestaltung
  9. Erarbeitung eines Konzeptes zur Einbeziehung der außerschulischen Kinder und/oder Jugendlichen, der Nachbarschaft, der Eltern, Ämter, Initiativen und potentieller Sponsoren.

Die Planungsphase ist nicht zeitlich begrenzt. Selbst bei konzentrierter und zielgerichteter Planung ist aufgrund der umfangreichen Betroffenenbeteiligung ein Zeitraum von einem halben Jahr mindestens nötig. Das Spielraumkonzept ist auf Veränderbarkeit - auch nach Abschluss der Bautätigkeit - ausgelegt, um nachfolgenden Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit eigener Gestaltungskonzepte zu ermöglichen. Die Entscheidung über das von der Planungskommission erarbeitete Spielraumkonzept trifft die Schulkonferenz. Alle Mitglieder der Planungskommission können abweichende Standpunkte schriftlich darlegen. Die Realisierung der einzelnen Bauabschnitte richtet sich im Gegensatz zum üblichen Bauverfahren nach den Bedürfnissen der Schule und dem Rhythmus des Schuljahres und ermöglicht im projektorientierten Unterricht und/oder Arbeitsgemeinschaften die Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen in die praktische Umsetzung. Vertragliche Regelungen über Pflege, Restaurierungen etc. sind zwischen Schule und dem bezirklichen Naturschutz- und Grünflächenamt zu treffen. Im Ergebnis soll ein besonderer Raum geschaffen werden, mit dem Ziel das Umweltwissen zu mehren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes der natürlichen Ressourcen durch eigenständiges Forschen und Entdecken begreiflich zu machen.

 

Quelle: https://www.gruenesklassenzimmer-bwgruen.de/un-dekade (letzter Zugriff:

10.06.2021 17:00h)

 

 

Michael Selinka Jens Seipp Birgit von Bargen



 

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